Auch heute sind wir wieder früh unterwegs, es ist noch vor 7:30 Uhr, als wir auf dem Weg nach Salles, unserem nächsten Ziel sind, es liegen heute „nur“ 56 Kilometer vor uns. Beim Supermarkt am Ortsausgang von Sore sind wir um fast genau 7:30 Uhr – der öffnet aber erst um 8 Uhr…
So ein Mist, also entweder jetzt hier 30 Minuten warten, oder gleich die 15 Kilometer nach Saint-Symphorien in Angriff nehmen und dort bei Intermarché einkaufen – die Entscheidung fällt auf Letzteres. Wie gestern fahren wir mit nahezu 25 km/h zurück über die D und kommen um kurz nach 8 Uhr beim dortigen Intermarché an – der erst um 9 Uhr seine Pforten öffnet. Nun ist guter Rat teuer, zum Glück gibt es, wie wir feststellen, hier im Ort noch einen „echten“ Bäcker, den wir anfahren und stellen fest, dass es so viel besser ist. Sowohl das Brot als auch die Croissants sehen richtig gut aus (Spoiler: sind auch richtig lecker).
Informationen von https://www.wikiwand.com
Nun die die Anfahrt zum Bahnradweg. Dieser wurde auf der ehemaligen Trasse „Saint-Symphorien – Lesparre“ erbaut. Die insgesamt 141 km wurden 1884 eröffnet und bereits 1954 bzw. 1978 aufgegeben. An vielen Bahnhöfen unterwegs gab es Anschlüsse an das umfangreiche Netz von Waldeisenbahnen um den Abtransport der Holzstämme aus den umfangreichen Waldflächen zu ermöglichen. Daneben wurde die Strecke auch für den Personenverkehr genutzt, was aber bereits zumeist in den 1950er Jahren durch die Konkurrenz der motorisierten Individualverkehrs eingestellt wurde.
Die Lokomotive aus dem Titelbild ist in Saint-Symphrien ausgestellt, ob diese hier gefahren ist, haben wir nicht nachgesehen, es ist aber anzunehmen.
Ende Informationen
Für uns zum Glück ist fast die gesamte Strecke inzwischen ein „Voie Verte“, also der Bahntrassenweg, den wir heute bis Salles und morgen bis Carcans nutzen werden. Der Weg ist sehr gut ausgebaut, wir kommen ziemlich schnell voran. Im Gegensatz zu bisherigen Bahnradwegen gibt es hier keine Geländeeinschnitte, es ist alles sehr eben. Gesäumt zumeist von Kiefern ist die Fahrt ziemlich eintönig, nur die kleinen Ortes wie z.B. Le Tuzan unterwegs bilden etwas Abwechslung.
Vor Hostens ändert sich das Bild dann plötzlich, die Vegetation ist niedrig, keine großen Kiefern mehr – davon stehen nur noch wenige Gerippe direkt am Wegrand mit Resten der Verkohlung rum.

Hier in diesem Bereich hat im Juli und August 2022 ein sehr großer Waldbrand gewütet (ich glaube, davon habe ich damals sogar berichtet).

Seinerzeit sind über 20.000 ha Wald verbrannt, zum Glück der Bewohner der Orte wie Hostens, konnten die Flammen vor den Häusern/Dörfern gestoppt werden. Unter anderem haben auch Feuerwehren aus Deutschland die französischen Kollegen vor Ort unterstützt.
Es wirkt zum einen irgendwie bedrückend, dass hier der Wald komplett weg ist, aber auch beeindruckend, wie grün es inzwischen wieder ist und wie sich die Natur die Fläche zurückerobert, teilweise sieht man auch wieder die Versuche, den Kiefernwald aufzuforsten.
Hinter Hostens musste offensichtlich sogar die Oberfläche des Radwegs neu gemacht werden, hier ist die Asphaltdecke komplett erneuert worden. Anschließend durchfahren wir noch Belin-Béliet, davor und danach hat es offensichtlilch nicht gebrannt, hier steht der Wald noch.
Kurz vor Salles kreuzt die Autobahn A63 die ehemalige Bahntrasse, die dadurch unterbrochen wird. Statt einer Brücke oder einer Unterführung wird der Radweg runter zum Fluss l’Eyre geführt – wo noch einige schöne Bilder entstanden sind – und direkt dahinter wieder zurück zur Trasse.



Danach sind es keine 5 km mehr bis zum Campingplatz „Val de l’Eyre“, den wir um ca. 11 Uhr erreichen – so früh waren wir auf dieser Reise noch hier auf dem nächsten Campingplatz. Klar wenn man fast ⅓ der Gesamtstrecke mit 25 km/h fährt, macht sich das natürlich bemerkbar.
Wir richten uns ein und nutzen nachmittags noch den vorhanden Pool um wieder normale „Körperkerntemperatur“ zu erreichen.
PS: dieser Bericht enthält ggf. zum Teil Informationen aus Wikipedia oder anderen Quellen (durch * gekennzeichnet)
Reisetag 27 (+ 8 Ruhetage)
Tagesstrecke: 56 km
Tourstrecke 1663 km
Pannen: keine
CP Kosten: 16,58 €
