Auch aus „Tournus“ sind wir wieder um 10:30 Uhr gestartet und nutzen weiter den „Voie Blue“ (V50). Im Großen und Ganzen sind wir Anfangs ganz gut vorangekommen, auch wenn der Untergrund sehr wechselhaft ist.
Die Fahrt macht im Sonnenschein Spaß, unterwegs immer wieder kleine Entdeckungen und die Begleitung durch die Saône bietet immer wieder schöne Aussichten, man sieht Kühe am Ufer direkt am Wasser, wildblühende Wegesränder und seitlich die ersten Hügel des Zentralmassivs – es finden sich immer wieder tolle Fotomotive und macht die Fahrt zum Genuss.

Von den Orten bekommt man in diesem Abschnitt wieder nicht viel mit, weil der Weg mehr oder weniger in der Nähe des Flusses verläuft.

Bis Mâcon sind wir zügig unterwegs und auch Mâcon selbst ist schnell und bequem am Ufer zu durchfahren, wie so oft bei diesen Routen. Mit dem ganzen Gepäck haben wir einfach nicht die Muße uns Städte und Sehenswürdigkeiten darin anzusehen und es ist immer viel zu viel Blech unterwegs. Ein ganzes Stück weit schöner ist es, die Umgebung um die Städte zu genießen, Städtereisen mit dem Fahrrad ist schon eine gewisse Herausforderung wie wir festgestellt haben. So ein richtig gutes Gefühl hätten wir nicht unsere Räder mit dem ganzen Gepäck irgendwo abzustellen und dann „Sightseeing“ zu machen. Und mit dem Rad zu erkunden ist oftmals auch nicht so einfach, man denke nur an Treppen, Fußgänger usw..

Wir verlassen Mâcon indem wir über eine Brücke auf die andere Seite der Saône fahren und nur ein kurzes Stückspäter wird der Radweg dann plötzlich zu einer einzigen Katastrophe, ihn einen Feldweg zu nennen, wäre wohl besser. Gravel- oder Moutainbiker hätten wohl ihre wahre Freude, aber mit Gepäck und den drei Spuren der Trikes ist eine „von Traktoren freigefahrene Spur“ einfach eine Quälerei. Bei passender Gelegenheit etwas später fällen wir die Entschluss von der Route abzuweichen und die Landstraßen zu benutzen. Google hilft in diesem Fall mal, auch wenn man damit immer wieder auf seltsame Strecken geführt wird, wenn man das Fahrrad-Profil wählt.
Zum aktuellen Zeitpunkt können wir nur empfehlen, zumindest im Bereich von Mâcon bis Neuville-sur-Saône oder vielleicht bis Massieux den V50 zu meiden und die Fahrbahnen der kleineren D-Straßen zu nutzen, wenn man auf Sandwege, tiefe Schlaglöcher, verdichteten Schotter/Splitt, Singletrails usw. verzichten kann. Was sich die Planer hier gedacht haben, liegt nicht in unserer Vorstellungskraft, aber ein Radwanderweg ist DAS definitiv nicht – es sei denn man versteht unter radwandern „mit dem Rad wandern“, zu Fuß, nebenher…
Wir werden unsere Strecke für morgen durch den Brouter angepassen (es gibt ja zum Glück dort Optionen solche Wege zu vermeiden) und werden nicht auf den V50 zurückkehren, sondern „normale“ Nebenstrecken nutzen.

Um 16 Uhr erreichen wir dann endlich den Campingplatz „La Route des Vins“ in „Thoissey“ (bzw. eigentlich „Le Port“, ein recht großer Platz mit vielen Stellplätzen, 3* und günstig, aber vom Empfang aus gesehen wirkte er vollkommen leer. Die Anmeldung verlief recht entspannt und wir können uns in einem Bereich einen Platz (mit Strom) aussuchen. Und in dem zugewiesenen Bereich standen dann tatsächlich auch einige Zelte und Wohnwagen.
Die sanitären Anlagen sind hier wieder ziemlich einfach, aber einigermaßen sauber (was wichtiger sich). Zum ersten Mal ein Platz, wo es neben den „normalen“ Toiletten auch noch Hocktoiletten gibt (nicht das ich die besser finde). Es gibt auch am Abwaschplatz warmes Wasser und die Duschkabinen sind geräumig.
Und wir haben heute die 1000 km Reiseradelkilometer überschritten! Fühlt sich schon gut an…
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 56 km
Insgesamt geradelte Reise: 1018 km
Platten: 2
