Eigentlich haben wir heute gar keine „offizielle“ Etappe geradelt, aber diesen Bericht möchte ich euch nicht vorenthalten.
Im Grund kann man sich schon fragen, warum ausgerechnet Arbois, das liegt ja nun nicht unbedingt direkt „auf dem Weg“. Ja, das wir überhaupt hier in Arbois sind, hat folgenden Hintergrund: Seit fast von Anfang der ersten Ideen der Strecke habe ich geplant, dass wir nach Arbois fahren um uns die Wasserfälle „Cascaeds-du-Tufs“ bei Les-Planches-prés-Arbois anzusehen nachdem ich davon einige tolle Fotos gesehen habe. Diese Bilder haben mich so in den Bann gezogen, dass ich dafür auch einen entsprechenden Umweg in Kauf genommen habe. Vielleicht könnt ihr es ein wenig verstehen, wenn ihr einige unserer Bilder weiter unten gesehen habt.
Vom Campingplatz sind es nur ca. 4 km bis zum Ziel. Da wir über eine kleine Nebenstrecke fahren sind, kamen wir unerwartet noch in den Genuss eines weiteren Wasserfalles in der Nähe. Schon dieses Gebiet war einfach wunderschön, wir haben viele Fotos gemacht.




Nach einiger Zeit fahren wir dann die restliche Strecke zum eigentlichen Ziel, die Straße wird immer schmaler, in Les-Planches ist dann die Weiterfahrt für Kraftfahrzeuge gesperrt. Hier muss während der Hauptsaison der sprichwörtliche Teufel los sein, die Bewertungen bei Google sprechen eine deutliche Sprache: da regen sich Wohnmobilfahrer auf, dass man in der Nähe nicht gescheit parken kann, dass ehemalige Parkplätze gesperrt wurden, weil es den Anwohnern zu viel wurde usw.. Also am liebsten mit den Autos direkt bis zu den Wasserfällen fahren, das wäre denen wohl am liebsten. Wir haben für solche Abwertungen überhaupt kein Verständnis, man muss nicht überall motorisiert „bis vor die Haustür“ fahren können und einige sollten sich mal in die Lage versetzen, wie es ist, wenn sich jeden Tag eine Karawane von Blech durch ein kleines Dorf schiebt.
Mit Rädern darf man zwar deutlich weiter ran, die Fahrbahn wird immer schmaler und geht am Ende in einen relativ kleinen, schmalen Schotterweg über und steigt immer weiter an. Aber ich kann mir vorstellen, dass man dieses Stück im Sommer auch mit dem Rad nicht mehr fahren möchte, wenn er „schwarz vor Menschen“ ist.
Am Hauptwasserfall sind dann doch schon einige Besucher u.a. eine Gruppe Inder (?) von denen eine Frau mit typisch buntem Kleid verbotenerweise (es stehen mehrere entsprechende Schilder dort) im Wasser steht, während einige der Männer mit Fotoausrüstung Bilder (und Videos?) davon machen. Vermutlich irgendwelche Instagrammer die sich ja öfter nicht benehmen können – wir empfinden das Verhalten irgendwie als lästig, weil sie sich ziemlich aufdringlich aufgeführen. Demonstrativ fotografieren wir an der im Wasser stehenden Dame vorbei, warten sogar absichtlich deutlich, dass sie sich endlich aus dem Sichtfeld bewegt.




Aber sonst ist der Bereich des Wasserfalls schon richtig schön, wahrscheinlich wegen der aktuellen Trockenheit nicht ganz so imposant, aber sehr sehenswert. Man kann dem kleinen Fluss „La Cuisance„ ca. 100-200m weiter nach oben bis zu Quelle folgen, unterwegs immer wieder kleine Wasserfälle, einfach toll. Man sieht, dass zu anderen Zeiten wahrscheinlich mehr Wasser fließt, denn einige kleine Zuflüsse führen aktuell kein Wasser. Zu anderen Zeiten sieht es mit Sicherheit noch einmal eindrucksvoller aus.


Wie dem auch sei, für diese Eindrücke haben sich die „Quäl-Dich-Kilometer“ über Quingey und Arbois schon gelohnt! Aber wir können allen nur empfehlen, falls ihr es mal mit eigenen Augen sehen wollt: kommt am besten im (frühen) Frühjahr hierher, nicht dann, wenn „alle“ hier sind…
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 15 km
Insgesamt geradelte Reise: 808 km
Platten: 2
