Die Tage sind wie im Flug vergangen, wir hatten zwar nicht durchgehend supertolles Wetter, trotzdem haben wir die Woche sehr genossen. Das Gelände von „La Jenny“ ist durch die recht weitläufig im Wald verstreuten Häuser (auf „Stelzen“ um den Hang auszugleichen) schon sehr schön. Und wie an vielen Stellen an der „Côte d’Argent“ ist auch hier der Strand wunderschön feinsandig und flach, perfekt für Strandspaziergänge direkt an der Wasserlinie.

Man merkt auch, dass die Besitzer hier etwas wohlhabender sind, trotzdem ist der Umgang hier nicht abgehoben o.ä., wir hatten jedenfalls nicht das Gefühl. So hat uns beispielsweise der Nachbar gesehen, als wir mit den Rädern eingetroffen sind und er hat uns seine Verwunderung kund getan und Respekt gezollt und uns sofort die Nutzung des Trockners angeboten.

Was auch positiv war: die „Nacktquote“ im „La Jenny“ ist durchaus hoch, auch an den Tagen, die etwas „frischer“ waren (~20 Grad!) waren noch viele textilfrei unterwegs und selbst im Zentrum im Supermarkt waren es meistens mehr ohne als mit. Sehr angenehm, sollte aber eigentlich bei einem Aufenthalt in einem ausgewiesenem Naturistenzentrum normal sein…

Gestern sind auch die Besitzer des Hauses, in dem wir wohnen, eingetroffen – das Haus in dem sich unser Studio befindet hat nebenan noch eine größere Wohnung – und heute haben wir noch ein paar Worte gewechselt, auch hier wurden wir über unsere Reise ausgefragt, freundlich und respektvoll behandelt.

Nun ist heute der Tag der „Weiterreise“ gekommen und wir packen wieder einmal unsere „Siebensachen“ auf die Räder. Die heutige Strecke führt uns geradewegs auf das nächste Naturistengelände, das „CHM Monta“ in „Montalivet“. Der Brouter sagt uns ca. 65 km, davon ein 10 km Abschnitt auf einer D statt auf dem ca. 3 km daneben verlaufenden Eurovelo 1.

Um ca. 10 Uhr starten wir und müssen zunächst noch zur Rezeption um den Schlüssel und die Bettwäsche und Handtücher abzugeben (und ich muss mich auch wieder anziehen…).

Die ersten Kilometer des EV 1 verlaufen wieder küstennah durch den Wald, nicht mehr ganz so auf und ab, so dass wir bis „Lacanau Océan“ ganz gut vorankommen. Hier entscheiden wir dann auch, vom Track abzuweichen und doch weiter auf dem EV zu fahren. So führt uns der Weg ca. 3 km weiter weg von der Küste weiter in die Richtung der großen „Lacs“.

Landschaftlich ist es die nächsten Kilometer wirklich schön, aber ansonsten hat es der Weg wirklich in sich: so viele Höhenmeter haben wir schon lange nicht mehr bewältigt.

In der Nähe von „Maubuisson“ geht es dann ein Stück (quasi die 3 km in umgekehrter Richtung) in Richtung „Carcan Plage“ wieder zurück auf den ursprünglichen Track. Ab hier ist es dann auch vorbei mit dem „im Wald immer wieder durch lichten Schatten fahren“. Es geht zwar weiter durch den Wald, aber auf einem etwas größerem Wirtschaftsweg, der großzügiger freigeschnitten wird – was dazu führt, dass es kaum noch Schatten gibt und es wird inzwischen relativ warm. Also heißt es jetzt auch „Sonnenschutz auftragen“ damit wir keinen Sonnenbrand bekommen.

Bis „Hourtin Plage“ haben wir die große Fahrbahn noch für uns alleine, keine Motorengeräusche, nur Natur. Aber dann hat uns der Autolärm wieder, wir werden parallel zu einer D geführt und die Strecke geht über viele Kilometer geradeaus, der einzige Vorteil ist, dass es hier zumindest abschnittsweise mal Schatten durch die seitlichen Bäume gibt, es zieht sich wieder und wir merken, dass wir längere Zeit keine längeren Strecken gefahren sind. Nach fast 74 km erreichen wir dann endlich auch unser Ziel, fast 10 km und 200 hm mehr als eigentlich geplant – das hat man nun davon, wenn man nicht auf den Brouter hört.

Jetzt in die Rezeption des CHM, anmelden, Restbetrag zahlen und Schlüssel abholen, anschließend die Klamotten wieder aus und dann zur Wohnung radeln. Wir sind beide echt fertig aber total glücklich als wir endlich in unserem kleinem Chalet ankommen.

Das „CHM Monta“ ist das älteste Naturistendorf in Frankreich und die vorletzte Station hier an der „Cote d’Argent“. Auch hier verbringen wir wieder eine Woche, bevor es ins „Euronat“ weitergeht, etwa 5 km von hier.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 74 km

Insgesamt geradelte Reise: 2448 km

Platten: 5

Au revoir La Jenny, bienvenue CHM Monta (02.07.2022)

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