Als wir diesen Morgen aufstehen, sind waren unsere Sachen über Nacht weitestgehend getrocknet und wir können sie wieder tagsüber tragen. Draußen scheint die Sonne und ich mache mich auf den kurzen Weg zur Boulangerie um uns Frühstück zu besorgen. „Bonjour Madame, je voudrais un pain et deux pain au chocolat“ – auf die französischen Baguettes (OK in diesem Fall eher ein Brot aus Baguetteteig) und Croissants mit Schokoladenfüllung haben wir uns schon länger gefreut.
Obwohl wir heute kein Zelt usw. abbauen mussten, sind wir erneut erst um 11 Uhr losgekommen. Der Plan sieht vor heute bis Besançon zu fahren, etwa 55 km Wegstrecke.
Seit einiger Zeit begleitet uns neben dem Rhein-Rhone-Kanal auch der Fluss „Le Doubs“, an dessen Ufern wir jetzt immer häufiger entlang fahren, weil zum Teil der Kanal über eine Schleuse in den Doubs geleitet wird und dann über eine gewisse Strecke als Kanalstrecke genutzt wird.

Dies bedingt aber, dass wir auf dem EV6 nicht immer am absolut platten Weg neben dem Kanal fahren, sondern zum Teil auch über die anliegenden Dörfer des Doubs geführt werden, was dann mit entsprechenden Höhenmetern z.B. in Chaux-les-Clerval und Roches-les-Clerval verbunden ist. Landschaftlich wird es immer schöner, wir kommen aus dem Staunen kaum mehr raus. Aber trotzdem ist es heute anstrengend, es rollt irgendwie gefühlt zäh, obwohl es etwas wärmer als am vorherigen Tag ist, und trocken mit einem Sonne-Wolken-Mix. Trotzdem merkt man die vergangenen Regentage in den Knochen.

Wir entschieden uns, den nächsten Camping „Le Domaine d’Aucroix“ in Baumes-les-Dames anzufahren, obwohl wir dort erst 30 km auf der Uhr haben. Bis Baumes-les-Dames sind es nur noch wenige Kilometer wir sind schon um 15 Uhr am Platz. Hier stehen wir nun vor einer verschlossenen Rezeption, diese machte erst um 17:30 Uhr wieder auf. Aber zum Glück gibt es eine Notiz, dass man sich, falls der Empfang nicht besetzt ist, einfach schon mal einen Platz aussuchen kann.
Das haben wir dann auch gemacht und bauen schon mal auf um anschließend nach Baume-les-Dame unser Abendessen einkaufen gehen zu können.
Der Platz selbst ist gepflegt, aber insgesamt recht unspektakulär, einige Stellplätze, eine Zeltwiese, in der Mitte ein Santärgebäude mit einfachen Toiletten, Duschen usw. und zusätzlich kann mann dort eine ganze „Batterie“ an kleinen Holzhäusern mieten. Aber für eine Nacht war alles OK.
Von Baumes-les-Dames selbst haben wir leider nicht viel gesehen, das Zentrum war noch ein Stück hinter dem Supermarkt, wo wir eingekauft hatten und uns fehlte irgendwie die Motivation noch weiter zu laufen.
Vom Einkaufen zurück, können wir uns dann auch anmelden und erhalten noch die Info, dass morgens ein Bäckerfahrzeug auf den CP kommen würde. Wir hatten zwar schon zu Sicherheit Brot gekauft, aber so ein frisches Baguette vom richtigen Boulanger…
An unserem Zelt angekommen bemerken wir dann Massen von Ameisen in der kleinen Apside des Zeltes. Offensichtlich steht es direkt über einem Bau. Da Ameisen durchaus in der Lage sind einen Boden und den Footprint eines Zeltes zu beschädigen – es ist dann nicht mehr wasserdicht von unten – haben wir auf Grund der Massen an Ameisen das Zelt dann noch umgesetzt. Danach waren zwar nicht alle Ameisen verschwunden, aber es war deutlich weniger Gekrabbel.
Danach bereiten wir unser Abendessen zu und geniessen es bei schönstem Sonnenschein unter freiem Himmel.

An diesem Abend verschwinden wir recht schnell ins Zelt, es wird erneut ziemlich schnell ziemlich frisch. Wir freuen uns immer mehr, dass es jetzt relativ zügig südlicher geht, dann sollte es Abends auch endlich angenehmer werden…
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 35 km
Insgesamt geradelte Reise: 694 km
Platten: 2
