Als ich heute morgen aufgewacht bin, fühlte ich mich zunächst noch ziemlich fertig und ich habe mich gefragt, wie ich die heutige Etappe überstehen soll. Es wurde dann allerdings nach dem Aufstehen schon langsam besser, manchmal hat man solche Momente Trotzdem sind wir beide froh, die Strapazen gestern auf uns genommen zu haben, zum einen weil wir sonst die geniale Pizza gestern Abend verpasst haben, aber auch, weil die heutige Strecke dadurch mit 45 km deutlich kürzer geworden ist. Bei den zu erwartenden Temperaturen und den Anstiegen vom Kanal über das „Hügelband“ rüber nach Casteljaloux ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Wir bereiten das Frühstück vor, praktischerweise steht bei uns am Platz ein Betonklotz, den wir als Tisch verwenden können, so brauchen wir unsere „Möbel“ nicht mehr auspacken. Als wir gerade mit dem Essen beginnen – Supermarktbaguette vom Vortag ist wahrlich ein Hochgenuss – als sich der Erste der beiden anderen Zelter schon verabschiedet und nach kurzer Zeit sind wir dann alleine.
Das Zelt ist schnell abgebaut, es ist zwar wieder einmal ziemlich feucht durch den Tau. Aber da es in ca. 6 Stunden schon wieder aufgebaut wird, ist das alles nicht so schlimm. Um etwa 9 Uhr sind auch wir dann wieder unterwegs, zunächst kurz in den Ort um Wegzehrung zu kaufen, dann wieder zurück an den Kanal – die erste Hälfte fahren wir weiter daran entlang. Die Oberfläche wechselt jetzt munter ab, von gut fahrbar, zu Bremsasphalt, teilweise wie gesplittet, es ist alles dabei. Und körperlich geht es uns beiden inzwischen deutlich besser als befürchtet, es läuft inzwischen sogar ziemlich gut.

Zum Ende der Kanalstrecke hin wird es optisch noch einmal richtig schön, wieder malerisch gesäumt von Platanen. Leider müssen wir bei „Damazan“ unseren Begleiter der letzten Tage dann endgültig verlassen. Kurz vorher machen wir Ufer noch kurz Pause, inkl. Stärkung durch übrig gebliebene Pizza von gestern Abend.

„Damazan“ ist ein recht hübscher, kleiner Ort, wie wir beim Suchen nach einer Toilette feststellen. Wir verlassen ihn anschließend aber recht schnell und leider geht es jetzt ca. 5 km auf einer größeren D-Straße entlang, was aber unerwartet gut läuft. Es herrscht wenig Verkehr und der Belag ist super. Kurz vor „Razimet“ geht es dann an die bevorstehenden Höhenmeter. Wir haben zwar schon steilere Abschnitte hinter uns, aber durch die Temperaturen ist das Ganze doch ganz schön anstrengend. Den größten Anstieg bzw. den höchsten Punkt erreichen wir bei bzw. kurz hinter „Leyritz-Moncassin“ und wir sind froh, dass zu der Zeit gerade ein paar lockere Wolken durchziehen, die die Sonnenstralung zumindest deutlich verringern.

Nach dem wir den „Pass“ hinter „Leyritz-Moncassin“ überfahren haben, geht es fast nur noch rasant abwärts, die kleinen Zwischenanstiege überrollen wir einfach durch Geschwindigkeit…
Um kurz nach 15 Uhr erreichen wir in Casteljaloux den Camping municipale. Leider ist der Empfang erst ab 16 Uhr besetzt und so machen wir, wie schön öfter, zunächst eine Platzrunde und suchen uns einen schönen, schattigen Platz aus. Da es keine Zeltwiese, sondern nur Parzellen gibt, wird das kein Problem sein – und ist es letztlich auch nicht. Das Zelt ist schnell aufgebaut und kann nun abtrocknen.
Die Anmeldung läuft dann völlig unkompliziert ab, die Dame am Empfang ist eine lebensfrohe Frau, die offensichtlich ziemlich humorvoll ist. Sie erklärt uns alle wichtigen Dinge zum CP, wir können z.B. an einem überdachten Platz mit Tisch und Stühlen unsere Telefone kostenlos laden, es gibt eine Kühlmöglichkeit beim Empfang, wir brauchen es ihr nur zu geben, usw..
Die sanitären Anlagen sind sauber und in einem guten Zustand, alles passt. Im Großen und Ganzen haben wir mit den Municipal-Plätzen bislang recht gute Erfahrungen gemacht.

Wir sind froh heute etwas früher am Platz zu sein um etwas auszuspannen. Die morgige Etappe nach Sore wird wieder knapp über 60 km haben, es soll noch wärmer werden und Anfangs warten auch noch ein paar Anstiege, wenn auch weniger als heute, auf uns.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 45 km
Insgesamt geradelte Reise: 2024 km
Platten: 2
