Auch heute soll es wieder eine lange Strecke werden, ca. 65 km laut Brouter. Deshalb sind wir relativ früh aufgestanden, aber so früh wie gestern haben wir es dann leider nicht geschafft – trotz der gepimpten Haferflocken statt Brot usw.. Um 10:30 Uhr rollen unsere Räder weiter gen Süden.
Am Ort „Saint-Rambert-d’Albon“, an dem der Campingplatz liegt, sind wir quasi seitlich vorbeigefahren, da der EuroVelo wieder direkt am Platz vorbeiführt und so können wir gleich Tempo aufnehmen (wenn man bei ~17 km/h von „Tempo“ sprechen kann). In „Andancette“ fuhrt uns der Weg ausnahmsweise mal durch den Ort und wir entdeckten gleich beim Ortseingang, dass es hier einen „Boulanger“ geben soll, den wir dann auch einen Augenblick später gefunden haben. Solche Hinweisschilder am Ortseingang sind praktisch, wäre schöne, wenn es die öfter gibt.
Ich hole uns ein typisches, französisches Pain, was richtig gut aussieht, so haben wir dann auch die Zutat für unsere Mittagspause, die wir heute als „Picknick“ geplant haben.

Bis „Tournon“ haben wir dann wieder von den anliegenden Orten kaum was mitbekommen, sind fast vollkommen isoliert vom Autoverkehr, nur ab und an nutzt der Weg vorhandene kleine Straßen mit. An den Hügeln links und rechts tauchen immer häufiger Weinberge auf, teilweise ist die Landschaft schon fast malerisch. Die Oberfläche des Radwegs ist meistens gut fahrbar, die Sonne scheint, der Wind schiebt von hinten, ein leichtes Gefälle stromabwärts hilft auch, die Rhône neben einem, so kann man es aushalten…

Was heute etwas nervig ist, sind „Pappelpollen“, also die weißen Samenpusteln der Pappeln, die aktuell von den hier reichlich vorhandenen Pappeln freigesetzt werden, teilweise ist die Fahrbahn weiß wie von Schnee. Man muss aufpassen, dass man sie nicht in den Mund bzw. Hals oder ins Auge bekommt – die kratzen ziemlich heftig.
Kurz vor „Tournon“ machen wir dann unsere Picknick-Essenspause, als uns die beiden Damen von gestern wieder eingeholt haben – ein großes „Hallo“. Wir machen dann gemeinsam Pause und quatschen dabei gemeinsam über Dies und Das bis sich unsere Wege beim Losfahren wieder trennen.
Die Radweg-Führung durch „Tournon-sur-Rhône“ ist dann wieder problemlos und die Stadt liegt schnell hinter uns. Bei einer kurzen Trinkpause ziehen dann erneut die Beiden von vorhin vorbei, was hinter Valence dann erneut passiert, dort verabschiedeten wir uns dann mit „bis gleich beim Campingplatz“, da sie den Gleichen anfahren wollen wie wir.

„Valence“ mussten wir im Übrigen großzügiger durchfahren, weil wir der EV17-Route statt dem Brouter-Track gefolgt sind. So hat man zwar etwas mehr von der Stadt sehen können, wobei wir uns mehr auf die Radweg-Schilder konzentriert haben, um nicht auf eine „falsche Fährte“ geführt zu werden. Letztlich hat uns dieses Abweichen dann wieder fast 5 zusätzliche Kilometer und eine Brückenüberfahrt mit etwas Höhenmetern eingebrockt. Aber dafür haben wir wenigstens etwas von der Stadt zu sehen bekommen.
Je näher wir dem Campingplatz kommen um so mehr hoffen wir, dass dieser auch geöffnet hat und wir nicht zum nächsten, noch weitere 5 km entfernt, weiterfahren müssen. Die Rezensionen, die wir gestern darüber gelesen haben, waren sehr zwiespältig, teilweise deuteten sie darauf hin, dass der Betrieb eingestellt wurde.
Wir erreichen „Charmes-sur-Rhône“ bzw. den Campingplatz „Les Deux Rives“ gegen 17:30 Uhr und er hat geöffnet. Schon beim Vorbeifahren am Platz auf dem Weg zum Eingang sehen wir die zwei „Mädels“ wieder, die bereits da sind. Wir melden uns an, der Platz ist verhältnismäßig günstig, allerdings passend zum Gesamtbild. Die Sanitäranlagen sind zwar sauber, aber so ziemlich in die Jahre gekommen und auch die Stellplätze müssten dringendst mal wieder geglättet werden. Aber wie schon öfter geschrieben; für eine Nacht vollkommen OK.

Da wir beide ziemlich fertig waren und morgen die letzte Etappe bis zu den nächsten Ruhetagen mit recht vielen Höhenmetern folgen würde, sind wir recht früh ins Zelt gekrochen. Eigentlich hatten wir noch einen Plauschabend mit der „Reisebekanntschaft“ geplant.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 70 km
Insgesamt geradelte Reise: 1156 km
Platten: 2
