Unsere letzte Etappe vor einer dreitägigen Regenerationspause liegt heute an. Wir wollen heute das kleine Naturisten-Gelände „Clos Marot“ erreichen, etwa 53 km Fahrtstrecke. Eine „Attraktion“ auf der Strecke wird die große Brücke bei Saint Nazaire über die Loire werden. Dazu später mehr.

Mehr oder weniger pünktlich zum Zeitpunkt da wir das Brot abholen können, stehen wir an der Rezeption bereit und können so wieder um kurz nach halb neun unseren heutigen Trip starten. Zunächst geht es in den Ort „Saint-Michel-Chef-Chef“, wo wir dann – wieder einmal – auf den EV1 treffen. Wir haben beschlossen, dass wir ihn bis zur benannten Brücke nutzen wollen.

Die Strecke führt an küstennahen Strecken, meistens geteilt mit dem Autoverkehr, unter anderem durch die Orte „Saint-Brévin l’Océan“ und „Saint-Brévin le Pins“

und nach ca. 15 km erreichen wir bei „Mindin“ dann die Brücke über die Loire. Es ist schon beeindruckend, wenn man direkt davor steht und sieht, wie die Fahrbahn bis zu den Pylonen hochführt und man weiß, dass man genau dort gleich fahren wird.

Exkurs Wikipedia „Saint-Nazaire-Brücke

Die Saint-Nazaire-Brücke (frz.: Pont de Saint-Nazaire) ist eine über den Fluss Loire führende Schrägseilbrücke zwischen Saint-Nazaire und Saint-Brevin-les-Pins an der Westküste Frankreichs. Die Brücke befindet sich an der Mündung der Loire in den Atlantischen Ozean. Die 1974 erbaute Brücke wurde am 18. Oktober 1975 für den Verkehr freigegeben und war damals die Schrägseilbrücke mit der weltweit größten Stützweite. Das Bauwerk ist Teil der Route départementale RD 213 („Route Bleue“) und wird als Straßenbrücke genutzt.

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Die Brücke mit ihren bis 5,6 Prozent steilen Rampen ist für den Fahrradverkehr freigegeben; es gibt keinen abgetrennten und ausschließlich für Radfahrer vorgesehenen Radfahrstreifen.

Der Radverkehr wird kurz vor Beginn der Brücke der Fahrbahn zugeführt, die „Radspur“ (eigentlich demnach ein Mehrzweckstreifen) ist nur durch einen unterbrochenen weißen Streifen kenntlich gemacht,

Sie bleibt im gesamten Bereich auf beiden Seiten der Brücke ohne bauliche Trennung von den 3 Autospuren in einer Breite von etwa 1 m. Die mittlere Spur wir offensichtlich je nach Verkehrslage in die eine oder andere Richtung freigegeben, gekennzeichnet vor der Brücke durch ein Lichtsignal.

Ich habe als optischen Abstandshalter vor der Überfahrt meine Flagge so weit heruntergebunden, dass die Spitze etwa 10-20 cm seitlich über die der Autospur zugewandten Seite über die Packtasche hinaus ragt und flattert dort ziemlich herum, was den Effekt noch verstärkt. Das scheint zu wirken, denn kein einziges Auto kommt uns während der kompletten Überfahrt (etwa 4 km) zu Nahe. Nun kommt uns heute aber auch zu Gute, dass es zum einen Samstag ist, also keine/kaum LKW, und zum anderen haben aktuell die Autos unserer Fahrrichtung zwei Fahrspuren, so dass sie ausweichen können, was viele auch tun. Trotzdem haben aber anscheinend viele Angst um ihren Lack…

Die Auffahrt bis zur Spitze ist schon einigermaßen anstrengend, zumal man sich hier auch keine Pause zwischendurch gönnen möchte. Zum Glück ist es noch recht früh am Tag und noch nicht so warm, außerdem weht die ganze Zeit ein leichter, seitlicher Wind. Ein weiteres, etwas ungutes Gefühl ergeben die Steinchen unterwegs und an einer Stelle etwas Glas – was passiert, wenn einer von uns hier auf der Brücke einen platten Reifen bekommt?

Kurz vor der Abfahrt auf der anderen Seite nehme ich dann sicherheitshalber mein Cappie ab und verstaue es unter mein Shirt um es nicht durch einen Windstoß zu verlieren. Dann geht es abwärts, wir bremsen recht viel der sich aufbauenden Geschwindigkeit weg. So dicht neben dem Autoverkehr geht die Sicherheit vor. Und wir „überstehen“ die Fahrt problemlos. Im Nachhinein betrachtet war es letztlich gar nicht so schlimm – die Fahrt hinter „Narbonne“ auf dem Weg nach „Leucate“ war schlimmer.

Jetzt sind wir auf der Halbinsel von Guérande angekommen. Durch den folgenden Ort „Saint Nazaire“ (Namesgeber für die Brücke) werden wir dann positiver Weise auf eigenen oder auf der Fahrbahn liegenden Radspuren geführt und wir kommen schnell wieder in ländlichere Umgebungen – die natürlich auch hier etwas hügeliger aber erfreulicherweise wieder grüner sind.

Wir durchfahren „La Madeleine“, streifen „Saint Molf“ und kommen dann zum sehr ländlich gelegenen Gelände des Campingplatzes „Clos Marot“, der durch einen Naturisten-Verein geführt wird.

Es ist ein sehr schönes Gelände, der Campingbereich ist teilweise mit altem Baumbestand, es gibt einen kleinen Pool und etwas Infrastruktur für Zelter wie z.B. Kühl- und Gefrierschrank. Da es aber leider keinerlei Mahlzeiten zu erwerben gibt, planen wir für später noch eine Fahrt in den nächstgelegenen Ort (ca. 4 km) ein um für die kommenden drei Tag einzukaufen.

Doch zunächst ruhen wir uns etwas im Schatten der Bäume unseres Platzes aus, dann bauen wir das Zelt auf um die Taschen frei zu bekommen und fahren dann gegen 17:30 Uhr runter nach „La Turballe“ zum Supermarkt und wieder rauf – diese 8 Kilometer rechnen wir damit dann auch den Tageskilometern hinzu.

Als wir wieder auf dem Platz sind, werden wir noch zu einem Willkommensumtrunk des Vereins eingeladen, der jeden Samstag stattfindet. Dabei erfahren wir dann auch noch, dass es auch den Bäckerwagen, der eigentlich jeden Morgen an/auf den Platz kommen soll (laut Internetseite) nicht mehr gibt. Das heißt, ich muss morgen früh noch mal nach „La Turballe“ um noch Brot zu kaufen…

Jetzt erholen wir uns bis Dienstag hier auf dem Gelände von den Strapazen und der Hitze der letzten 8 Tage – bei angekündigt bestem Wetter, im Schatten kann man auch 30 Grad durchaus aushalten.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 62 km

Insgesamt geradelte Reise: 2864 km

Platten: 5

Clos Marot (06.08.2022)

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