Es geht stramm weiter Richtung Norden, heute ist geplant bis „Le Touquet-Paris-Plage“ zu fahren, laut Track etwa 58 km. Allerdings bietet es sich an, an zwei Stellen von der Route des EV4 abzuweichen, da sie zwei größere Schleifen macht, die prima „geradeaus“ durchfahren werden könnten. Und da heute Samstag ist, sind auch kaum LKW usw. unterwegs, was die Sache zusätzlich noch angenehmer macht.
Zunächst gibt es noch Frühstück unter dem Pavillon und wir bekommen vom wirklich netten Betreiber noch einen frischen Kaffee serviert.
Nach dem Regen gestern Nachmittag und Abend ist heute morgen das Wetter wieder trocken. Nachdem wir die letzten Sachen eingepackt haben starten wir. Es geht gut voran durch „La Brassée“, „Saint-Firmin“ und bei „Saint-Quentin-en-Tourmont“ „cheaten“ wir das erste Mal, spart ca. 3 km. Weiter geht es bis „Monchaux“, wo wir die zweite Schleife auslassen, was diesmal bestimmt 6 km weniger bedeutet. Und die Alternativstrecke ist auch noch obendrein ruhig und landschaftlich gar nicht so schlecht – es war die richtige Entscheidung, aber wieder einmal haben wir vergessen Fotos zu schießen.
Hier ist es derzeit recht eben, wir haben kaum Höhemmeter, was sehr erholsam nach den Anstrengungen der letzten Tage ist.

Was auffällt ist, dass wir zuletzt insgesamt weniger Fotos gemacht haben, aber es ist auch oft nicht mehr so abwechslungsreich und sehenswert. Unterwegs sind hier hauptsächlich Felder zu sehen, außerdem führt die Route zuletzt in diesem Landstrich häufig parallel zu irgendwelchen Ds, was auch nicht gerade die schönsten Motive hervorbringt.
Weiter geht es in eine Schleife in die andere Richtung, die wir aber „wasserbedingt“ nicht einfach gerade weiterfahren können. Hier müssen wir eine größere Bucht, die Mündung des Flusses „L’Authie“, umfahren, es geht durch die Orte „Conchil-le-Temple“, „Groffliers“ in Richtung „Berck“, den wir aber zum Glück nur am Rand streifen. Hier ist die Verkehrsführung für Radfahrer wieder einmal eine pure Katastrophe: Engstellen, Stop-Schilder, ständige Seitenwechsel, was nicht gerade zur Sicherheit beiträgt usw.. ich will gar nicht wissen, wie es weiter im Zentrum abgeht, wir sind froh, als wir die Stadt wieder verlassen.
Nach „Merlimont“ und „Stella-Plage“ erreichen wir schon nach weniger als 50 km unseren eigentlichen Zielort. Wir sind noch frisch und voller Tatendrang, schauen in der Karte nach und beschließen zum Camping municipale nach Dannes weiterzufahren, was noch etwas über 10 km bedeutet.
Also geht es jetzt weiter an der D entlang durch „Étaples“ und anschließend zunächst bis „Camiers“, wo wir uns nach längerer Zeit mal wieder Zutaten für ein selbstgemachtes Abendessen einkaufen wollen. Danach die letzten Kilometer bis „Dannes“ zum Campingplatz „du Mont Saint-Frieux“, den wir wiedereinmal zunächst von der falschen Seite anfahren. Hier kann man aber auch über die Wohnstraßen schnell auf die andere Seite kommen. Wir melden uns an und bekommen einen Platz zugeteilt. Viele Stellplätze sind nicht mehr vorhanden, es gibt überwiegen Mobilheime, die offensichtlich durch Dauercamper genutzt werden.
Aber der Platz ist recht gepflegt, auch die sanitären Anlangen sind sauber und nicht alt. Es gibt sogar eine eigene abgetrennte Zeltwiese, wo aktuell keiner steht. Wir hätten also wohl auch noch einen Platz gefunden, wenn alle regulären Plätze voll gewesen wären. Außerdem ist ein Aufenthaltsraum vorhanden, in dem man sogar kostenloses Wifi nutzen kann. Immer wieder zeigt sich, dass die kommunalen Campingplätze letztlich die bessere Wahl sind und meistens dank fehlendem „Schnickschnack“ auch deutlich günstiger.
Letztlich haben heute dann fast 62 km auf dem Tacho gestanden, nach regulärer „Zeitrechnung“ sind wir damit über 70 km näher an die Heimat gerückt.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 61 km
Insgesamt geradelte Reise: 3767 km
Platten: 5
