Da wir heute kaum packen und uns durch das Zimmer mit Frühstück auch um letzteres nicht kümmern müssen, gehen wir ganz entspannt um 8 Uhr runter zum Frühstück auf die Terrasse der Gastfamilie, wo die Gastgeberin bereits gedeckt hat. Wir bekommen ein gutes und reichliches französisches Frühstück serviert. Die Gastgeberin ist eine super nette Frau, die uns z.B. beschreibt, welche Marmeladen sie auf dem Tisch stehen hat. Dazu geht sie immer wieder in den Garten und holt die Kräuter, mit denen sie diese gewürzt hat – und die sind wirklich lecker, man kann gar nicht soviel davon essen, wie man möchte.

Neben uns sind noch drei weitere Paare im Haus. Ein junges Paar kommt uns sehr bekannt vor, als diese an den Tisch kommen. Es stellt sich heraus, dass die beiden am Vortag auch in Rustique waren und das gleiche Problem mit dem Campingplatz hier in Castelnaudary hatten. Das Frühstück ist eine sehr schöne Erfahrung, der Austausch mit dem Paar und der Gastgeberin, teilweise „mit Händen und Füßen“ in englisch und französisch, es hat aber gut geklappt, ein schöner Start in den Tag. Und für uns ein klarer Hinweis darauf, dass wir trotzdem noch (mehr) Französisch lernen müssen.

Nach dem Frühstück packen wir die Taschen auf die Räder und wir starten zu unserer nächsten Etappe Richtung Deyme mit etwas unter 50 km etwas kürzer als gestern. Das junge Paar fährt quasi gleichzeitig mit uns ab, zieht aber natürlich recht schnell von uns weg.

Wir freuen uns schon auf die heutige Etappe, denn hinter „Labastide-d’Anjou“, kurz vor „Montferrand“ fahren wir an den „Canal du Midi“, den wir ja in den letzten Tagen mehrfach gekreuzt haben, aber bisher halt für uns nicht fahrbar war. Aber ab dem gerade beschriebenen Punkt soll der Kanalseitenweg befestigt sei.. Es soll eine ein unheimlich schöne Strecke sein, nur mit dem Nachteil, dass er halt von Sète bis hier für uns nicht vernünftig befahrbar ist. Aber ab hier soll die Strecke (fast) durchgehend asphaltiert und damit auch für unsere Trikes befahrbar sein. Wir sind gespannt.

Doch zunächst fahren wir den ersten Streckenteil auf der D-6113 und an die „D“ müssen wir zunächst über kleine Wirtschaftswege. Auf der D sind dann verhältnismäßig wenig Autos unterwegs und wir kommen auch recht schnell voran. Dann, an der beschriebenen Stelle, fahren wir von der D links in Richtung Kanal ab und kommen an eine Schleuse.

Hier können wir den ersten Teil des Kanals erblicken und schon hier wird klar: einfach schön. Allein der Bereich hier bei der Schleuse kann man das Ganze als malerisch beschreiben: kleine Schleusen, der Kanal immer wieder von Platanen (und mittlerweile auch von anderen Bäumen) gesäumt – ein echter Traum. Zwar ist der erste Teil des Weges, den wir gleich befahren werden, noch nicht asphaltiert, aber im Wissen, dass es kurz danach besser wir, lassen wir uns nicht entmutigen.

Wie wir so an der Schleuse stehen kommt plötzlich das junge Pärchen aus Richtung Castelnaudary auf dem Kanalweg auf uns zugefahren und es gibt noch ein letztes Mal „ein großes Hallo“. Anschließend setzten wir uns alle in Bewegung und die Beiden entfernen sich wieder schnell von uns, weil sie einfach schneller unterwegs sind.

Nach einem kurzen Stück geht dann der Splitt in Asphalt über und wir rollen ganz angenehm voran, die Umgebung förmlich einsaugend. Bei Gardouch verlassen wir kurz den Kanalweg und fahren in den Ort um „Backwaren“ zu kaufen, da wir natürlich von unserer Unterkunft nichts zum Mitnehmen bekommen haben und dann wieder auf den direkten Weg zurück.

Die Fahrt hier am „Canal du Midi“ heute ist quasi fast als Ruhetag zu beschreiben, es rollt durchgehend leicht voran, unsere Stimmung ist gut, es macht richtig Spaß und das viele Grün macht gute Laune Und so sind wir regelrecht entspannt, als wir am Campingplatz „Les Violettes“ ankommen.

Und an dieser Stelle kann ich dann auch „5 Sterne“ für den Campingplatz in Bezug auf „an Radreisende denken“ vergeben. Es gibt viele Details, die wir als sehr positiv empfinden: Sitzgelegenheiten, Steckdosen an der Zeltwiese (die übrigens ziemlich eben ist) zum Laden, Wäscheleinen, Kühlschrank, Microwelle, alles kostenlos zu nutzen. Top Sanitäranlagen und er ist obendrein auch noch günstig. Also eine klare Empfehlung für jeden, der hier mal unterwegs ist.

Als wir uns gerade „einrichten“ sehen wir einen niederländischen Radreisenden, den wir in Rustique schon kurz gesprochen haben, auf den Platz einfahren. Wie wir später erfahren, hat er sich auf Grund des zu erwartenden Regens eine „Hütte“ für zwei Tage gemietet. Regen? Das wollen wir ja eigentlich nicht mehr…

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 47 km

Insgesamt geradelte Reise: 1827 km

Platten: 2

Deyme (07.06.2022)

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