Nach dem dringend notwendigen Ruhetag geht es heute weiter. Die durch die lange Fahrt in der grellen Sonne direkt am Meer gereizte Haut hat sich etwas beruhigt (zum Glück kein Sonnenbrand!) und heute soll es auch nicht so sehr sonnig werden. Heute fahren wir nach „Les Cabanes de Fleury“ zum „Camping municipal Rive d’Aude“.
Wir starten mit 10 Uhr leider erst recht spät, aber bei einer geplanten Strecke von knapp 40 km ist es heute nicht so schlimm und etwas mehr Schlaf tut auch gut. Zunächst führt uns der Weg zurück zum Eurovelo, der heute noch etwa die Hälfte der Strecke unser Weg sein wir. Leider entspricht der Weg zurück wieder fast dem Schotterweg von gestern, aber wenn man keine Ehrenrunde durch Cap d’Adge drehen will, muss man das wohl in Kauf nehmen. Zum Glück müssen wir nicht wieder durch die „Botanik“…
Vor Adge treffen wir dann wieder auf die EV-Route und merken dann im Ort gleich wieder, was diesem Bezirk der Radverkehr wert ist, nämlich gar nichts. Der „Radfernweg“ wird auf dem Bürgersteig direkt vor den Eingängen der Geschäfte entlang geführt und damit die ein- und ausgehenden Kunden nicht „über den Haufen“ gefahren werden ist jeder Eingang, fast jede Kfz-Überführung über den Weg „vermint“ mit Pollern und zwar so dicht, dass selbst Fußgänger Slalom gehen müssen. Zum Glück sind diese Poller beweglich und können zur Seite geknickt werden, so dass wir wenigstens nicht mit dem Gepäck steckenbleiben. Eine Weile lassen wir uns das gefallen, dann haben wir die Schnauze voll und wechseln auf die Fahrbahn.
Hier geht es wieder viel besser voran und wir sind froh als wir die Ortsgrenze überschreiten. Allein das ist ein Grund, warum wir hier nicht unbedingt ein zweites mal hin wollen. Auch außerhalb von „Adge“ ist es nicht wirklich gut. Der Weg am Hafen entlang wird auch direkt an der Kante der Mole entlang geführt, in der Mitte alle paar Meter jeweils ein dicker Poller. Alles in Allem überhaupt kein Vergleich mit dem größten Teil der Strecken an der Rhône. Und landschaftliche oder architektonische Reize bringt der Weg hier auch nicht gerade hervor – aber es kann auch nicht immer nur supertoll sein…
Gegen Mittag erreicht mich dann ein Anruf von der „Agence Oasis“ bezüglich der angefragten Ferienwohnung. Wir klären ein paar Daten ab und bekommen am Nachmittag noch die Bestätigung für eine Wohnung im Erdgeschoss mit Meerblick – der Tag und die 14 Tage Urlaub ab übermorgen sind gerettet.
Bei „Portiragnes“ verlassen wir dann wieder die EV8-Route und fahren auf unserem eigenen Track weiter in Richtung „Serignan“ und hier müssen wir sogar dem Brouter Abzüge in der B-Note geben. Es geht über ziemlich abgerockte Nebenstraßen, die dem Anschein nach aus Zeiten von Napoleon stammen. Das kommt wohl davon, wenn man die Strecke möglichst verkehrarm geplant haben möchte.

Etwas durchgerüttelt erreichen wir „Serignan“, wo wir noch für unser Abendessen einkaufen müssen. Danach sind es dann noch 12 km bis zum Campingplatz, den wir um 16 Uhr erreichen. Er liegt an der Mündung der Aude nur ein kleines Stück vom Meer entfernt. Er ist günstig, einigermaßen sauber – er hat auch wieder Schwalben im Waschhaus, was schon für sich für Dreck sorgt.

Ein kurzer Strandspaziergang sagt uns: Urlaub machen mussten wir hier nicht, ein echter „Naturstrand“ mit viel angeschwemmtem Holz usw. und nur für die hübschen, blühenden Dünen hier herkommen, wo man nicht einmal textilfrei ins Meer kann?

Fazit: ein relativ ereignisloser Tag in relativ unspannender Gegend, aber wir nähern uns langsam aber sicher unserem ersten längerem Aufenthalt.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 43 km
Insgesamt geradelte Reise: 1532 km
Platten: 2
