Heute morgen erneut die gleiche Prozedur wie auch die letzten Tage, bevor wir uns auf den Weg nach „Heerjansdam“ an die „Oude Maas“ machen können. Die Tagesetappe soll ca. 56 km lang sein und bislang sieht es noch trocken aus, allerdings kommen die „Einschläge“ näher. o wie es aussieht könnten wir aber Glück haben und auch heute vor den Regenwolken herfahren. Wie schon mal geschrieben, wir fühlen uns immer mehr wie Getriebene – ich glaube, irgendwie macht sich das irgendwie auch am Schreibstiel bemerkbar…

Es geht einigermaßen gut voran, der Wind schiebt nicht ganz so optimal wie gestern, aber er kommt zum Glück nicht direkt von vorne. Hinter „Goedereede“ führt uns der Weg erneut über ein Sperrwerk, den „Haringvlietdam“ bevor wir „Hellevoetsluis“ erreichen. Ein Stück hinter der Stadt ereilt uns dann mal wieder ein Umleitungsproblem: eigentlich überquert der Track die „2e Vloetbrug“, die Brücke ist aber gesperrt. Also müssen wir weiter am „Kanaal door Voorne“ entlang fahren um die nächste Brücke zu nehmen (die hier nicht gerade dicht an dicht stehen). Zum Glück bedeutet das kaum einen Umweg.

Zwischen „Heenvliet“ und „Geervliet“ führt der Track dann an den „Hartelkanaal“ und dann weiter an die „Oude Maas“.die wir zwischen „Spijkenisse“ und „Hoogvliet“ überqueren.

Anschließend fähren wir dann wieder in ländlichen Bereichen in der Nähe der „Oude Maas“, optisch mal wieder eine recht ansprechende Gegend. In diesem Bereich holt uns dann der Regen ein, obwohl laut Radarbild gar keine Regenwolken über uns sein sollten. Aber die dicken Tropfen überzeugen uns letztlich davon, dass es wohl doch so ist und wir müssen nach langer Zeit wahrhaftig mal wieder in die Regenklamotten schlüpfen. Das geht dann auch die ganze Zeit bis wir den Campingplatz „de Oude Maas“ erreichen.

Da es immer wieder Regen geben soll, haben wir beschlossen nach einer festen Unterkunft zu fragen. Die Webseite erwähnt ja extra, dass man am Maasradweg liegt, vielleicht gibt es ja entsprechende Infrastruktur. Aber Pustekuchen, man ist im Grund überhaupt nicht auf Radfahrer eingerichtet, es gibt keine Unterstellmöglichkeiten, keine „Radlerunterkünfte“, keine Aufenthaltsräume, nichts, gar nichts.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als doch wieder das Zelt aufzuschlagen. Zum Glück wird es nach einiger Zeit heller und trocken, so dass wir erneut das Glück haben einigermaßen regenfrei aufbauen zu können, und dass es auch noch innen abtrocknen kann.

Inzwischen ist auch die Antwort von „Flevo-Natuur“ eingetroffen: Verlängerung von Sonntag/Montag an ist nicht möglich, die einzige Möglichkeit ist ab Montag ein sogenanntes „Lodge-Zelt“ – eine Hütte, deren Außenwände aus PVC-Plane bestehen, also nicht wesentlich besser als unser Zelt, außer, dass man aufrecht stehen kann. Und der „Spaß“ soll dann auch noch ca. 600 Euro kosten für die 4 Übernachtungen – 150 € pro Nacht, im September, Nachsaison, hallo, geht’s euch noch gut? Neee, beim besten Willen nicht!

In dem Moment ist unsere Motivation wohl auf den Nullpunkt gefallen. Da sich das Wetter in der kommenden Woche immer weiter verschlechtern soll, beschließen wir, dass unsere Reise am Sonntag, also übermorgen, enden wird und wir uns von dort, wo wir dann sind, abholen lassen. Wir wollen mit allen Mitteln verhindern, dass uns die allerletzten Tage noch die bis jetzt absolut positiven Erinnerungen durch den Schluss einen Knick bekommen und den Gesamteindruck trüben. Wir brauchen uns jetzt nichts mehr beweisen, es waren durch und durch phantastische Monate und dieses Bild wollen wir bewahren.

Wir beginnen gleich damit, die Abholung zu organisieren. Der endgültige Ablauf wird aber erst morgen klar sein. Morgen und übermorgen soll es zudem noch trocken sein, so dass wir jetzt noch zwei angenehme Etappen fahren werden und damit die Strecke von/nach Augustfehn weiter verkürzen. Damit ist jetzt aber schon klar, dass wir am Sonntag am Ende des Abenteuers angekommen sein werden – es ist schon ein etwas seltsames Gefühl…

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 57 km

Insgesamt geradelte Reise: 4076 km

Platten: 5

Heerjansdam (09.09.2022)

Beitragsnavigation