Der Wetterbericht hatte es ja angekündigt, auch wenn wir immer wieder gehofft hatten, dass es nicht so schlimm wird. Aber es wurde schlimmer als erwartet: schon seit den frühen Morgenstunden regnet es. Da wir heute wieder „nur“ etwas mehr als 50 km vor uns haben, bleiben wir zunächst noch länger liegen, es ist schon fast 9 Uhr als wir aufstehen, aber es regnet noch immer.

So bleibt uns nichts anderes übrig als zum ersten Mal im Zelt zu frühstücken. Als wir fast fertig sind, gibt es eine Regenpause und ich trockne (wieder einmal) das Zelt von außen, während Marion innen alles in unsere Taschen räumt. Als wir fast fertig sind und gerade anfangen abzubauen fängt der Regen wieder an und nicht nur etwas nieseln, nein, wieder ein ausgewachsener Regen – alles für die Katz…

So nass haben wir das Zelt noch nie eingepackt, es stehen vereinzelt regelrechte Pfützen darauf, als ich es einrolle. Aber es hilft ja nichts, irgendwann müssen wir ja auch mal los. Als wir dann alles eingepackt haben und uns für die Abfahrt fertigmachen wird es wieder weniger – Petrus ist ein Verräter!

Es ist schon nach 11 Uhr als wir den Platz endlich verlassen (inzwischen ist es fast trocken) und uns wieder auf den Weg zum EV1 machen. Interessanterweise führt uns dieser anfangs wieder durch eine wirklich schöne Umgebung – mitten hier im Touristenwahnsinn – damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Selbst in den städtischeren Bereichen von „Gujan-Mestras“ und „Le-Teich“ gut fahrbar.

Dann kommen wir nach „Biganos“, wo wir uns schon etwas an die Strecke, wo wir auf „Cap d’Adge“ zugefahren sind, erinnert fühlen. Total der krasse Gegensatz zu vorhin: der sehr schmale Radweg an den Straßenrand gequetscht, abgetrennt durch eine Betonkante, schlechte Oberfläche und dann noch ständiger Seitenwechsel. „Biganos“ hat hiermit für diesen Bereich ganz klar die Note 6-, 0 Punkte, verdient!

Mitten in „Biganos“ ist dann plötzlich auch noch mein rechtes Vorderrad platt, nach knapp 2000 km ohne Panne bei beiden Trikes. Also anhalten, Schlauch wechseln und weiter, zum Glück ist es gerade einigermaßen trocken.

Fast am Ortsausgang von „Biganos“ geht der EuroVelo 1 dann auf eine ehemalige Bahntrasse mit babypopoglattem Asphalt über, auf der wir nun an der gesamten östlichen Seite des Beckens fahren.

Abseits vom Autoverkehr, sehr gut fahrbar werden wir durch die Orte „Audenge“, „Lanton“, „Cassy“, „Taussat“ nach „Andernos-les-Bains“ geführt, wo wir noch im „Intermarché“ einkaufen fahren. Interessanterweise bekommt man von all den Orten wieder kaum was mit, obwohl man hier teilweise mitten durch das Zentrum fährt.

Auch nach dem Einkauf fahren wir wir wieder auf die Trasse zurück, wo sich dann erneut die Luft aus meinem rechten Vorderrad verabschiedet. Diesmal wird dann nicht nur der Schlauch, sondern auch der Mantel getauscht, den wir ja seit Beginn immer dabei haben. Warum ich das nicht gleich gemacht habe, weiß ich nicht. Eigentlich sollte ich doch von den letzten Platten gelernt haben…

Nach der Panne geht es dann weiter quasi durchgehend autofrei durchgehend bis kurz hinter „Lège“ auf der Bahntrasse. So entspannt sind wir schon länger nicht mehr gefahren. Bei „Lège“ müssen wir dann leider für ca. 3 km auf die bis dahin fast mehr oder weniger parallel führende D rüber wechseln, weil der Bahntrassenradweg sich von der Richtung zum La Jenny wegbewegt. Im kleinen Ort „Lauris“ dann noch ca. 6 km (die sich wieder ziehen, weil es Richtung Meer durch die bewachsenen Dünen wieder hügeliger wird, es wird immer windiger und zieht sich immer mehr. Um kurz nach 17 Uhr wir erreichen unser Ziel – natürlich musste es kurz vor dem Platz noch wieder anfangen zu regnen…

Wir melden uns an, bekommen den Schlüssel und fahren zu unserer kleinen Wohnung bzw. zum Studio.

Es ist zwar nur ein Zimmer, aber es jat eine sehr schöne, große Holzterrasse mit vielen Pflanzen, eigenen Liegen und neben dem Haus ist auch noch eine schick gemachte Außendusche.

Hier werden wir nun wieder eine (möglichst) textilfreie Woche verbringen – wie es sich gehört, trage ich den letzten Teil der Taschen natürlich ohne Klamotten rein 😉

Kleiner Nachtrag: wie sich am nächsten Tag herausgestellt hat, war ein eingefahrener Glassplitter schuld an den beiden Platten – ich habe am einen recht großen Splitter aus dem ausgewechselten Mantel herausoperiert. Der hatte sich nach innen durchgearbeitet und hätte immer wieder für neue platte Reifen gesorgt.

Zweiter Nachtrag: im weiteren Verlauf der Reifenflickerei haben wir, nachdem Marion die Mäntel gründlichst „geflöht“ hat, dann noch festgestellt, dass sich im rechten vorderen Reifen von Marions Trike auch zwei Splitter (allerdings keine aus Glas), eingefahren haben, wovon einer bereits einen „Schleicher“ am Schlauch verursacht hat. Das war dann der Grund für das alle zwei Tage notwendige Nachpumpen, ich hatte eigentlich das Ventil in Verdacht.

Wir werden die Tage wohl oder übel mal alle 6 Mäntel auf weitere „Eindringlinge“ überprüfen müssen.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 55 km

Insgesamt geradelte Reise: 2374 km

Platten: 5

La Jenny (25.06.2022)

Beitragsnavigation