Heute haben wir uns den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt, wobei wir den eigentlich gar nicht gebraucht hätten: auf dem Platz gibt es freilaufende Hühner … und Hähne, die lautstark den Morgen verkünden.

Es ist trocken und nicht ganz so frisch, wie die letzten Tage morgens. Das Zelt ist natürlich von innen wieder etwas feucht – die Zeit wo es trocken ist, ist definitiv vorbei. Aber es ist nicht weiter dramatisch, so dass wir es schnell verstauen und anschließend auf dem Platz noch frühstücken, weil wir noch recht viel Brot dabei haben.

Um 9 Uhr sind wir dann unterwegs in Richtung „Le Tréport“ und auch heute erwarten uns wieder mehrere Anstiege wovor ich momentan schon etwas Bammel habe nach dem gestrigen Tag. Als erstes geht es Richtung „Dieppe“, wo es zuvor das erste mal knackig hochgeht. Zum Glück ist es eine kleine Straße (Richtung „Les Vertus“) mit wenig Verkehr, denn wir brauchen schon einige Verschnaufpausen am Straßenrand.
In Richtung „Dieppe“ geht es dann wieder rasant runter, allerdings sehen wir kurz vor der Abfahrt einen Aldi, den wir dann auch kurzerhand nutzen um Tagesproviant einzukaufen. In „Dieppe“ treffen wir dann wieder auf den EV4, der ab jetzt meistens unseren Weg kennzeichnet.
Noch im Ort beginnt dann der nächste Aufstieg, zunächst wieder recht steil, dann über mehrere Kilometer durch Orte wie „Puys“, „Bracquemont“ und „Belleville-sur-mer“ immer weiter ansteigend. Auch heute fällt mir das Fahren irgendwie wieder ziemlich schwer, was auch Marion auffällt.

Sie meint, wir sollten den nächsten Campingplatz anfahren, was ich aber verneine, denn dann hätten wir die noch kommenden 2 Ansteige nur um einen Tag verschoben und es folgt auch anschließend noch mindestens eine weitere Hügelkette, irgendwie kämpfe ich mich da schon durch…

Hinter „Tocqueville-sur-Eu“ nach Criel-sur-Mer geht es jetzt recht zügig runter, aber wir müssen zum Glück nicht alles wegbremsen. Der Ort ist schon nett anzusehen, im Gegensatz zu der Strecke bisher, wo es wieder kaum was Interessantes zu sehen gab.

Auch hier beginnt noch am Ende des Ortes der nächste Doppel-Aufstieg, der uns letztlich bis „Le Tréport“ begleitet. Am Ortseingang suchen wir dann den besten Weg zum Campingplatz raus (das ist nicht unbedingt immer der Weg des Eurovelo). Innerhalb von Le Tréport geht es dann rasant runter fast bis „zur Haustür“ des Campingplatzes, auch wenn wir von der „rekuperierten“ Energie (in Form von Höhe) trotzdem einiges wieder durch Bremsen in Wärme umwandeln müssen.
Am Eingangsbereich des Camping „Les Boucaniers“ hängt ein Schild „Campingcar complete“ – seltsam, denn es sind mehrere freie Plätze zu erkennen. Aber vielleicht will man schlicht keine weiteren Wohnmobile?
Die Anmeldung ist schnell erledigt, wir fahren zu unserem Platz und bauen schnell auf, denn es sieht (wiedereinmal) nach Regen aus. Ich räume noch alle wichtigen Taschen ins Zelt, damit die jedenfalls trocken bleiben. Aber die Wolken halten dicht, auch während der ganzen Zeit, während der wir in „Le Treport“ unterwegs sind um zu Essen und uns die Stadt ein wenig anzusehen.



Erst nachdem wir vom Essen wieder auf den Platz kommen und nach dem Zähneputzen zum Zelt gehen, fängt es an zu tröpfeln. Im Zelt angekommen regnet es dann etwas stärker, aber jetzt stört es uns ja nicht mehr. Wieder ein Tag der ohne Regen unterwegs abgelaufen ist.
Insgesamt ist mir dann letztlich aber der heutige Tag schon nicht mehr so anstrengend vorgekommen wie gestern. Es lief zum Schluss dann doch besser als erwartet. Letztlich waren es aber auch 15 km weniger als gestern. Morgen haben wir dann noch einen Anstieg vor uns und dann wird es erst mal deutlich flacher, was uns sehr entgegen kommt. Ich hatte auch nicht erwartet, dass es hier, mehr oder weniger direkt am Meer, noch so hügelig ist.
Und heute Nacht schlafen wir beide dann so gut wie schon lange nicht mehr im Zelt.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 46 km
Insgesamt geradelte Reise: 3562 km
Platten: 5
