Früh morgens, es war gerade erst 6 Uhr, wurden wir von Müllfahrzeugen geweckt, die lautstark in der Umgebung den Abfall aus den Müllcontainern eingesammelt haben. Richtig an Schlaf war nicht mehr zu denken und so sind wir um 7 Uhr aufgestanden und haben um 8:40 Uhr den Platz fertig geräumt und alles verstaut.

Unsere heutige Etappe soll uns nach „Les Granges“, einem kleinen Ort in der Nähe von „Brem-sur-mer“ auf einen ebenfalls kleinen, von einer Sportorganisation „U.S.J.A.“ (Union Sportive Jeanne d’Arc) geführten Campingplatz führen. Dort um „Olonne-sur-mer“ herum ist offensichtlich eine der Touristenhochburgen in der Gegend mit vielen Campingplätzen, allerdings zumeist so etwas wie „Capfun“ und sonstige Erlebnis-Campingplätze mit entsprechenden Preisen. Für uns völlig übertrieben, wir brauchen keine „Bespaßungsanimation“, keine Rutschen und sonstigen Kram, der eine Übernachtung nur teuerer macht und wollen auch nicht dafür bezahlen.

Der Platz der „USJA“ hat nur 36 Plätze und ist recht günstig, weil ohne Schnick-Schnack, also genau das, was wir für eine Nacht brauchen. Genau darum haben wir ihn uns heute als Ziel ausgesucht.

Das erste Stück nutzen wir wieder den EuroVelo 1. Allerdings auch nicht vollständig, da dieser in der Gegend ziemliche Umwege macht (an den Strand, dann wieder zurück um wenige hundert Meter weiter wieder durch die Siedlungen zum Strand zu schwenken usw.). Darum weicht unser Track immer wieder davon ab.

Wir fahren an „La Terrier“ vorbei und lassen uns in „Le Conches“ verleiten, trotz anderem Trackverlauf sogar noch einen großen Bogen mitzufahren. Da das aber wirklich zusätzliche Kilo- und Höhenmeter bringt, bleiben wir ab sofort auf dem Track. Bei „Le Rocher“ trennt sich dann auch unser Weg vom EV1 für längere Zeit. Der Brouter führt uns hier schon etwas mehr ins Hinterland, wo es weniger hügelig als in den Dünen und trotzdem sehr verkehrsarm ist. Bei „La Viniere“ nehmen sehen wir dann noch einmal ein Stück die Radroute durch eine wirklich landschaftlich schöne Strecke. Dort ist auch das Titelbild entstanden, wenn es nicht so trocken wäre, sähe es ganz sicher noch viel schöner aus.

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Letztlich biegen wir dann in Richtung „Talmont-Saint-Hillaire“ ab und tauchen tiefer ins Hinterland ein. Es wird immer ländlicher, wir durchfahren kleine Dörfer wie „La Grande Maison“ (… das große Haus…) oder „L’Espérance“ und größere Orte wie „La Billonére“. Hinter Letzterem patzt dann der Brouter einmal, weil er uns auf einen etwa 2 km langen, geschotterten Feldweg mit Mittelstreifen führt – vermutlich ist dieser in OpenStreetmap nicht richtig getaggt. Danach geht dann aber alles glatt, wir kommen weiter gut voran und durchfahren bald „Olonne-sur-mer“.

Es folgt ein waldiger Küstenstreifen, der ein Sumpfgebiet von der Küste trennt, sehr angenehm, weil schattig und nicht so heiß. Wobei sich heute tatsächlich mal wieder erste Wolken am Himmel zeigen, insgesamt ist es nicht ganz so heiß wie die letzten Tage. Die letzten Kilometer teilen wir uns dann mit dem Autoverkehr, der EV1 schlängelt sich hier hin und her, links wieder in den Wald um dann später wieder die Straße zu kreuzen und wieder zurück. Da bleiben wir lieber kräftesparend auf der Straße.

Kurz vor „Les Granges“ verlassen wir die D und schwenken auf eine kleinere Straße Richtung Ort ein. Um ungefähr halb zwei fahren wir auf dem Campingplatz ein und haben Glück, dass uns der Platzwart gerade gesehen hat. Eigentlich wäre es erst um 17 Uhr möglich den Stellplatz zu beziehen, aber Jean hat uns sehr herzlich empfangen und uns sofort unseren Platz zugewiesen. Anmelden sollten wir uns dann ab 17 Uhr.

Wir bekommen einen großen, ziemlich ebenen Platz mit leichtem Gefälle, der wieder durch große Pinien beschattet war. Auch alles andere passt, die Entscheidung für diesen Camping war wieder absolut richtig. Einzig die Toiletten: sie sind zwar sauber aber könnten etwas weniger „geruchsintensiv“ sein, nicht richtig dramatisch, aber unschön.

Jetzt gibt es einen Tee zusammen mit einem richtig leckerem Baguette (eher ein „Pain“) und anschließend wird das Zelt aufgebaut.

Und heute sind wir auch deutlich weniger fertig mit der Welt – obwohl die Strecke mit insgesamt 55 km wieder etwas länger als die letzten Tage war. Wir sind dann Abends noch „schick“ Essen im Nachbarort „Brem-sur-mer“ gefahren.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 55 km

Insgesamt geradelte Reise: 2707 km

Platten: 5

Les Granges (03.08.2022)

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