Nach einem ruhigen Schlaf im Haus von Claudia und Henri wird uns dann auch noch ein Frühstück serviert, wir sind richtig baff, wie nett die Beiden sind. Und so plauschen wir noch einige Zeit mit unseren Gastgebern, bevor wir uns dann wieder ans Packen machen. Und wie sollte es auch anders sein: es fängt erneut heftigst an zu regnen. Da wir heute ca. 55 km fahren wollen, es noch recht früh ist und wir nicht gleich am Anfang durchnässt werden wollen, warten wir die schlimmste Phase noch ab und verabschieden uns dann um kurz vor 11 Uhr herzlich von Claudia und Henri..

Der Weg zurück zum EV6 ist nur sehr kurz, der Regen lässt zum Glück immer mehr nach und wir tauchen wieder in die wunderschöne Strecke am Kanal ein. Wie schon am Tag vorher müssen wir noch einige Schleusen mit entsprechenden kurzen, knackigen Höhenmetern überwinden. Aber die Landschaft und der insgesamt gute Straßenbelag lässt uns diese Mühen vergessen, zumal es nur noch wenige Kilometer bis zur Wasserscheide sind.

Die teilweise schon fast pitoresken Schleusen sind immer wieder schön anzusehen. Kurz vorher reiht sich hier eine Schleuse an die andere, innerhalb weniger hundert Meter, Das Gleiche dann auf der anderen Seite der Wasserscheide wieder runter. Nach der letzten Schleuse wird die Fahrt deshalb wieder einfacher: von nun an geht es bis auf einen Anstieg durch ein Dorf abseits des Kanals, mehr oder weniger nur noch bergab.

Immer wieder haben wir die Umgebung bewundert, es sind Eindrücke, die man kaum beschreiben und die man hier auch nur mit dem Rad erleben kann, da diese Wege teilweise fernab des Autoverkehrs führen – die Entschleunigung durch die gemächliche Fahrt mit unseren Trikes tut ihr Übriges dazu.

Montbéliard durchfahren wir dann wie schon in in anderen Städten „am Wegesrand“ sehr schnell und recht angenehm. Selbst ein Seitenwechsel auf die andere Seite des Kanals verläuft angenehm „smart“: es wurde eine Brücke mit großzügigen Schleifen in ausreichender Breite gebaut, auf der selbst wir mit unseren Trikes und massig Gepäck ohne große Anstrengung fahren können.

Auf dem weiteren Weg erleben wir dann wieder ein positive Überraschung: normalerweise hätte, wie schon erwähnt, die Route abseits des Kanals über einen Hügel mit ca. 60 Höhenmetern geführt. Aber hier in Dampierre-sur-le-Doubs wurde bzw. wird der entsprechende Teil des EV6 neu gebaut/geführt, so dass diese Höhenmeter vollständig entfallen. Der neue Weg führt jetzt direkt am Kanal auf einer vollständig neuen Fahrbahn entlang. Kleiner Wermutstropfen: der letzte Teil des neuen Wegs, ca. 1 km, ist noch nicht geteert, wir müssen an dieser Stelle über die „Schotterpiste“ weiter, aber der Wert der eingesparten „Körner“ statt Höhenmeter ist hier eindeutig höher. Zukünftig gewinnt hier der EV6 nochmals an Wert.

Bei Columbier-Fontaine trübt das Wetter uns dann doch noch den Genuss wieder ein, es fängt abermals an zu regnen, was auch bis l’Isle-sur-le-Doubs so bleiben sollte. Schade eigentlich, denn gerade die letzten Kilometer waren nochmal schöner als der Weg zuvor. Man blickt hier direkt neben dem Kanal auf den Fels, es muss eine unglaubliche Arbeit gewesen sein, den Kanal an diesen Stellen zu bauen. Aber wenn es Bindfäden regnet hat man immer weniger Blicke für links und rechts. Obendrein kühlt es auch noch wieder deutlich ab, was meinen Knien überhaupt nicht gefällt.

Auf diesem Teil entscheiden wir dann, dass wir auf dem Camping „Les Lumes“ versuchen wollen, trotz des Kurses von 58€ in einem der angebotenen Mobil Homes unterzukommen. Meistens wollen die Betreiber, dass man mindestens 2 Nächte oder sogar länger bucht.

Doch wir haben Glück und wir dürfen Eines beziehen. Vielleicht haben die beiden Damen Mitleid mit uns, oder es ist der Vorsaison geschuldet. Egal im Mobilheim haben wir uns erst einmal komplett ausgebreitet, die nassesten Sachen im Mobilheim verteilt und die Heizung sowie unseren Mini-Heizlüfter arbeiten lassen – wieder hat er uns „gerettet“ – im Zelt hätten wir unsere Sachen niemals trocken bekommen.

In einer Regenpause sind wir noch schnell Einkaufen gewesen und uns dann wieder in unsere inzwischen „warme Höhle“ verkrochen, haben gegessen und anschließend gut geschlafen. Die feste Unterkunft zu nehmen ist die absolut richtige Entscheidung gewesen, denn in der Nacht hat es teilweise ziemlich heftig geschüttet, dass uns die Zelter draußen schon ein bisschen leid tun (wahrscheinlich denken die aber, was wir für Memmen sind 😉 ).

Morgen soll es dann wieder trockener und langsam auch wieder wärmer werden. Die knapp 12 Grad waren heute im Regen schon grenzwertig – OK, ehrlich gesagt haben wir schon Schlimmeres hinter uns…

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 54 km

Insgesamt geradelte Reise: 659 km

Platten: 2

L’Isle-sur-le-Doubs (25.04.2022)

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