Wieder einmal sind wir früh aufgestanden um später der heißesten Zeit des Tages zu entgehen. Wir haben Brot bestellt, weil es leider in der Umgebung keinen „Boulanger“ gibt und so können wir leider erst um 9 Uhr wirklich los. Wir nutzen die Zeit und haben bis kurz vor 9 Uhr alles abgebaut, die Räder beladen – jetzt warten wir noch 10 Minuten an der Rezeption auf das Brot.
Der EV1 führt hier direkt am CP vorbei, so haben wir heute keine lange Anfahrt. Insgesamt sollen es auch heute wieder knapp 50 km werden – eigentlich wären es 62, aber weil wir einen größeren Bogen des EV1 in Richtung und durch „La Rochelle“ auslassen und stattdessen den Brouter Alternativen raussuchen lassen haben, sind wir wieder bei 50 km gelandet, eine Stunde weniger in der Hitze fahren ist schon viel wert.
Anfangs sind wir somit noch auf dem EuroVelo durch die Orte „Yves“,und „Marouillet“ unterwegs, in letzterem trennt sich unser Weg dann und wir fahren „über die Dörfer“ unserem Ziel entgegen. „Saint-Vivien“, „Salles-sur-mer“ und „La Jarne“ liegen zunächst auf unserem Weg, die Strecke ist sehr angenehm zu fahren, weil es kleine, verkehrsarme Straßen sind und immer mal wieder Bereiche mit Bäumen, die Schatten spenden. Zwar müssen wir mit unseren Rädern immer mal wieder „klettern“, aber nichts Dramatisches (Marke „eine Arschbacke“).
Hinter „La Jarne“ ist dann eine größere D, allerdings mit bequemen Seitenstreifen und fast perfektem Belag. Hier finden wir dann sogar eine kleine Seitenstraße, wo wir auf am Rand eines Stoppelfeldes in aller Ruhe im Schatten unsere Picknickdecke auslegen und zu Mittag essen können.

Danach geht es weiter nach „Dompierre-sur-mer“, wo wir dann wieder auf den EV1 treffen. Die Route führt dann am „Canal de Marans a La Rochelle“ entlang, wo anfangs der Belag eher mäßig aber fahrbar ist – dafür endlich wieder ohne Autoverkehr.
Dann müssen wir ein Stück durch „Dompierre“, hier hat man allerdings wieder den Eindruck, dass die Planer für den Radweg Radfahrer hassen: über geschotterte Hinterhöfe, dann teilweise quasi einspurig (wir haben 3!), bei Gegenverkehr muss von einer beiden immer in den Seitenstreifen ausweichen. Hinter „Dompierre“ geht es dann eine kurze Strecke auf der Straße weiter, bevor es wieder an den Kanalweg geht. Nach einiger Zeit wird dann daraus ein unebener Asphalt, der dann fast bis Marans so bleibt. Nicht schön aber fahrbar…

Die Strecke ist ruhig, ohne Autoverkehr, optisch kein „Oberbrenner“, durchaus nett, aber kein Vergleich zum „Canal-du-midi“. Hier am Kanal treffen wir bei Brücken auch wieder auf die interessante Radverkehrsführung unten direkt am Brückenkopf entlang.


Durch die immer wärmer werdende Luft wird das Fahren mittlerweile nicht unbedingt angenehmer. Wir freuen uns über jeden Baum, der seinen Schatten auf die Fahrbahn wirft, oder uns mal die Gelegenheit für eine Pause gönnt.
In „Marans“ müssen wir dann noch ein Stück durch die Stadt, der Campingplatz „Le Bois Dinot“ liegt auf der anderen Seite am Ortsausgang. Es ist ein schöner Platz mit viel Baumbestand, teilweise sogar fast waldig, wirklich Klasse. Auch die sanitären Anlagen sind sauber und gepflegt und das alles zum günstigen Kurs. Ganz in der Nähe (fußläufig) ist auch ein Supermarkt, wo wir später noch unser Abendessen einkaufen. Aber zunächst – da wir ja gerade Teezeit haben…
Heute ist der dritte Tag seitdem wir aus Euronat losgefahren sind. Die bisherige Erfahrung zeigt immer, dass der dritte und der vierte Tag nach einer Pause sehr anstrengend ist, der Körper weigert sich wohl noch wieder in den „alten Trott“ zurückzukehren. So ist es auch heute, wir fühlen uns ziemlich platt, obwohl es ja „nur“ 49 km waren. Mal sehen wie es morgen wird…
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 49 km
Insgesamt geradelte Reise: 2608 km
Platten: 5
