Die letzte Nacht im Zelt, wir sind wieder bei Sonnenaufgang, der inzwischen erst nach 7 Uhr ist, wach. Da wir ja heute „nur“ 40 km fahren und Danica gegen 11 Uhr losfahren wollte, brauchen wir uns nicht sonderlich zu beeilen. Wir packen in Ruhe alles zusammen und sind gegen 10 Uhr auf der Bahn. Das Wetter ist erstaunlich gut, fast so, als ob es uns besänftigen und sich für die Unbillen der letzten Tage entschuldigen will.

Es geht Richtung „Bunnik“, an „Zeist“ und „Soest“ vorbei, heute zum Glück wieder mehr auf kleineren Nebenstraßen ohne viel Autoverkehr.

Das ist viel erholsamer zu fahren als ständig links oder rechts neben sich den Autolärm zu hören. Auf den letzten Kilometern, auf „Nijkerk“ zufahrend, merke ich innerlich jetzt mehr und mehr die Vorfreude darauf wieder nach Hause zu kommen.

Es war eine supertolle, absolut phantastische Zeit und ich bin wirklich froh, das wir die Reise gemacht haben. Jetzt kommt ein eigentlich dummes „aber“: seit klar ist, dass es jetzt wirklich und endgültig dem Ende zugeht, die letzten Reisetage angebrochen sind, macht sich innerlich ein Gefühl breit, dass man trotzdem froh ist, dass es dann auch vorbei ist. Und ich bin mir sicher, dieses Gefühl wäre immer stärker geworden, wenn wir jetzt die letzten Tage im Regen bis nach Hause gefahren wären und es hätte dieses unglaublich gute Gefühl, die unglaublich schönen Bilder im Kopf irgendwie immer stärker negativ überstrahlt.

Wir haben unglaublich viel erlebt, noch viel mehr gesehen, es hat extrem tolle und natürlich auch weniger schöne Tage gegeben. Mal musste der Eine den Anderen und ein anderes Mal der Andere den Einen motivieren. Es waren unglaubliche Glücksgefühle, als wir es durch eigene Muskelkraft zum Mittelmeer geschafft haben und den ersten Blick aufs Wasser hatten. Darum versteht das „aber“ nicht falsch…

Um 13 Uhr kommen wir in „Nijkerk“ auf dem Parkplatz vom Lidl an, den wir als Treffpunkt mit Danica abgemacht haben. Sie hat uns zwischenzeitlich geschrieben, dass sie gegen 13:30 Uhr dort sein wird – das passt doch sehr gut. Hier auf dem Parkplatz stehen wir gut, es ist ausreichend Platz da, so dass wir auch niemanden behindern.

Fast pünktlich auf die Minute kommt Danica dann, parkt den Wagen neben uns und springt aus dem Wagen, Tränen der Freude kullern und wir knuddeln sie. Es ist jetzt fast fünfeinhalb Monate her, dass wir uns zuletzt gesehen haben und man merkt ihr an, dass sie unsagbar froh ist, dass es jetzt vorbei ist und uns endlich „live“ wieder sieht.

Da sie noch nicht wirklich was gegessen hat, schicke ich sie und Marion in den Lidl, während ich unsere Taschen und Räder auf dem Anhänger und ins Auto verstaue bevor wir dann alle gemeinsam um kurz nach 14 Uhr in Richtung Augustfehn – nach Hause – starten, wo wir nach knapp 3 Stunden relativ ereignisloser Fahrt ankommen

Kaum zu glauben, dass unsere Reise nach nahezu 4200 km jetzt (fast) zu Ende ist. Auch wenn wir unheimlich gerne mit den Rädern selbst auf den Hof gerollt wären, war es so richtig, wie es jetzt gelaufen ist. Außerdem sind wir nun mit heute 12 Tag ohne Unterbrechung gefahren, weitere 5 Tage wären wirklich anstrengend geworden. Und wir müssen niemandem etwas beweisen – wir haben uns selbst bewiesen, dass wir diese Reise auch ohne größere vorherige Vorbereitung schaffen konnten.

Wir werden es jetzt zu Hause erst einmal langsam angehen lassen und dann am Freitag die wirklich letzten Tage in „Flevo Natuur“ geniessen auch wenn das Wetter nicht „wahnsinnig berückend“ werden soll.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 40 km

Insgesamt geradelte Reise: 4190 km

Platten: 5

Nijkerk – Augustfehn (11.09.2022)

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