Mittlerweile kommen wir uns ein bisschen wie „vom Regen getriebene“ vor. Wir haben seit „Dunkerque“ keine Nacht mehr ohne Regen erlebt, nur tagsüber sind wir bisher davon verschont geblieben und wir hoffen, dass das auch bis „Flevo-Natuur“ so bleibt – es sind jetzt noch etwas unter 250 km in 5 Etappen. Auf Grund des drohenden grundsätzlichen Wetterumschwungs haben wir uns entgegen unserer bisherigen Praxis entschieden nicht nach spätestens 7 – 8 Tagen einen Ruhetag einzulegen – der wäre dann heute fällig.
Auch heute Nacht hat es wieder geschüttet, wieder muss das Zelt von außen getrocknet werden. Entgegen des Wetterberichtes von gestern ist es auch heute morgen wieder trocken und wir schaffen es erneut alles trocken, bzw. beim Zelt weitestgehend trocken zu verstauen. Es ist nicht kalt und die Sonne geht auf. Trotzdem fängt es langsam an nervig zu werden, vor allem, weil der Wetterbericht keine wirkliche Besserung verspricht – im Gegenteil…
Bis zum heutigen Ziel in „Ouddorp“ sind es knapp 50 km und es sieht so aus, als ob wir bis dahin mehr oder weniger Rückenwind haben, der uns unterstützt. Das ist vielleicht auch gar nicht schlecht, denn im Laufe des Nachmittags soll es dort Schauer geben. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich am Zielort sein.
Zunächst geht es noch zum lokalen Lidl, wo wir uns ähnlich wie auch in den letzten Tagen mit Tagesproviant eindecken, anschließend fahren wir in Richtung Track, der uns dann auch schnell aus „Middelburg“ herausführt.

Es geht dann sehr angenehm auf kleinen Nebenstraßen und wieder teilweise auf eigenen „Fietspadds“ und Straßen begleitenden Radwegen.

Weiter geht’s in Richtung „Vrouwenpolder“,

dann über den Damm nach „De Banjaard“. Es folgt die Fahrt über das „Oosterscheldekering“, einem großen Sturmflutwehr
Exkurs Wikipedia:
Das Oosterschelde-Sperrwerk (niederländisch Oosterscheldekering) ist Teil der Deltawerke, die hauptsächlich in der niederländischen Provinz Zeeland vor Sturmfluten und Hochwasser schützen sollen. Das Bauwerk, teils Deich und teils mobile Sperranlagen, wurde zwischen den Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland errichtet.
durch „Burgh-Haamstede“ weiter nach „Scharendijke“. Es rollt heute wirklich supergut auch dank des Rückenwinds, das Wetter ist immer noch freundlich, da macht das fahren richtig Spaß. Landschaftlich ist hier wirklich „typisch Holland“, alles flach bis auf direkt am Meer, wo es auch hier Dünen gibt. Aktuell sind wir auch sehr dankbar darüber, dass es fast nur noch flach ist, inzwischen merkt man doch ein wenig, dass wir schon lange ohne Ruhetag unterwegs sind.
Bald erreichen wir den Damm, der uns auf die Insel „Goeree-Overflakkee“ bringt, wo wir dann auch schnell ins Zielgebiet der Ansammlung von Campingplätzen in der Nähe von „Ouddorp“ gelangen. Wir stehen gerade beratend auf der Hofeinfahrt vom „Platz Witte“, als uns der Betreiber anspricht, ob er uns weiterhelfen kann. Wir erklären, dass wir einen Platz für die Nacht suchen und er bietet uns sofort einen freien Stellplatz an. Da alles soweit sauber aussieht, schlagen wir ein und zahlen die geforderten 20 €, dies scheint hier in NL der normale Preis zu sein. Uns ist es recht, so schnell „untergekommen“ zu sein, so können wir das Zelt erneut bei trockenem Wetter aufbauen und es kann auch noch von innen durchtrocknen.

Da inzwischen recht sicher ist, dass wir schon Sonntag in „Flevo-Natuur“ sind, schreibe ich noch die Rezeption dort an, ob es möglich ist, unsere ab dem darauf folgenden Freitag gebuchte Wohnung schon früher zu beziehen, den Aufenthalt dort also verlängern können. Bisher war für die Tage von Sonntag bis Freitag immer noch ganz gutes Wetter vorhergesagt, so dass man die Tage auch im Zelt verbringen könnte. Leider verschlechter sich die Vorhersage jetzt Tag für Tag, so dass wir darauf nicht mehr wirklich Lust haben.
Große Hoffnung haben wir allerdings nicht, da über die Webseite für den Zeitraum nicht mehr wirklich viele Optionen außer Stellplatz angezeigt wird.
Auch heute Abend fahren wir mit den Rädern nach „Ouddorp“ um wieder „auswärts“ zu essen und, da es immer noch trocken ist, drehen noch eine Runde um Ouddorp herum bevor wir zum CP zurückkehren.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 52 km
Insgesamt geradelte Reise: 4019 km
Platten: 5
