Die Nacht war leider noch etwas unruhig, noch während des Essens wurde es auf einmal „nebenan“ ziemlich laut. Der Grund dafür ist ein direkt neben dem CP liegender Freizeitpark mit allerlei Fahrgeschäften und sonstigen „Krachmachern“ mit direktem Blick „von oben auf die Nackerten“.

Wir sind nachdem sich die Runde bei Essen auflöste ins Zelt gekrochen, so genau wissen wir auch nicht wie lange das noch gegangen ist, irgendwann hat uns dann auch der Schlaf übermannt.

Weil es heute wieder ziemlich warm werden soll, sind wir schon früh aufgestanden. Obwohl es draußen eigentlich einen ziemlich trockenen Eindruck macht war unser (Außen-)Zelt so feucht wie selten, sowohl von Außen als auch von Innen. Als die Stangen raus waren stand sogar Wasser auf der Außenhaut was ich vor dem Einpacken mit dem Zeltlappen grob entfernt habe.

Da wir absichtlich kein Brot bestellt haben, sind wir so „schon“ um kurz nach 9 Uhr unterwegs – mit Klamotten natürlich (es soll wieder sehr warm werden, aber es hilft ja leider nix). Unsere Strecke ist heute wieder knapp 50 km lang und führt uns zunächst in den Nachbarort „La Tremblade“, wo wir beim lokalen Bäcker Proviant in Form von Baguette und Pain au chocolat aufnehmen.

Kurz danach treffen wir dann wieder auf den EV1 und überqueren den Fluss „La Seudre“. Hinter „Marennes“ führt der EV1 jetzt durch Marschland und die Oberfläche des Weges lässt hier stellenweise doch stark zu Wünschen übrig. Von Schotter über oberflächlich geschlossenem Kalkstein aber doch vorhandenen groben Brocken bis hin zu (schlechtem) Asphalt ist alles dabei.

Aber auch das überstehen wir, auch wenn es Kräfte zehrend ist. Da wir bei Rochefort die Schwebefähre „Transbordeur“

Exkurs Wikipedia „Schwebefähre Rochefort

Diese Schwebefähre ist ein Ingenieurbauwerk, das die beiden Ufer der Charente zwischen Rochefort und Échillais miteinander verbindet, ohne den Schiffsverkehr zum Marinearsenal und dem Hafen von Rochefort zu behindern. Sie ist die letzte ihrer Art in Frankreich.

Auf jeder Seite der Charente befinden sich jeweils zwei stählerne Pylone von 68 m Höhe. Ein 175 m langer Brückenträger verbindet die Stützen in 50 m Höhe über dem Hochwasserstand. Eine von diesem Brückenträger abgehängte Gondel ermöglicht den Fahrgästen von einem Ufer an das andere zu gelangen.

nutzen wollen und der Eurovelo an der Stelle einen groooßen Bogen macht, verlassen wir ihn bei „Échillais“ und kommen gegen 13 Uhr am südlichen Ablegepunkt der Schwebefähre an.

Es ist schon ein imposantes Bauwerk, durchaus sehenswert, es hat ich gelohnt diesen Weg zu fahren (ausnahmsweise nicht einmal ein Umweg, im Gegenteil).

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Leider macht die Fähre von 12:30 Uhr bis 14 Uhr Pause und so haben wir wieder die Gelegenheit die Zeit für unser „Mittagessen“ zu nutzen.

Um kurz nach 14 Uhr setzt sich die Fähre dann auf der Rochefort-Seite in Bewegung und gegen 14:30 Uhr setzen wir dann über – nichts richtig Spannendes aber durchaus ein Erlebnis mit solch einem historischen „Gerät“ zu fahren.

Auf der anderen Seite geht es für uns dann noch direkt nach Rochefort rein um Bargeld am Automaten zu ziehen und dann mitten durch die Stadt weiter. Vielleicht hätte es sich hier gelohnt, wieder zum Radweg zu fahren, der Teil, von Rochefort, durch den wir jetzt fahren ist nicht unbedingt eine Augenweide. Kurz hinter der Stadt liegt dann der Campingplatz „Les Sablons“, wo wir die heutige Nacht verbringen werden.

Der Campingplatz liegt leider direkt an einer Autobahn ähnlichen D (4-spurig), entsprechend laut ist es auch hier auf dem Platz. Ansonsten ist er durchaus schön, viel Bäume bieten Schatten, es gibt einen kleinen Pool und nebenan ist ein Restaurant, wo wir eigentlich heute Abend essen wollten. Leider hat dieses, wie wir erfahren müssen, nur noch Mittags geöffnet. Und so setzen wir uns Abends nochmal in unsere Räder und fahren die 2,7 km zurück zum Rand von Rochefort, wo es einen… Burgerking gibt. Ja ich weiß: da ist man in Frankreich und geht zu Burgerking, das tut man nicht. Aber wir (ich) wollte(n) schon lange mal wieder einen Burgerking besuchen und mangels anderer Alternativen sollte heute der Tag dafür sein – und es wird sicher auch das letzte Mal während unserer Reise sein. Irgendwie ist das immer so, irgendwie hat man einen „Jieper“ darauf und wenn man es dann gehabt hat, merkt man wieder, wie enttäuschend das eigentlich ist…

Wieder zurück am Platz sind wir dann nur noch ins Zelt gekrochen und haben uns schlafen gelegt. Die ersten Tage nach einer Pause sind immer besonders anstrengend…

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 51 km

Insgesamt geradelte Reise: 2559 km

Platten: 5

Rochefort (31.07.2022)

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