Einziger Lichtblick an diesem Tag, Kaffee und Kuchen

… lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. und ich lachte und war froh – und es kam schlimmer.

So habe ich mich heute gefühlt. Da denkt man nach einen schönen Vortag es geht langsam bergauf und dann so was…

Wir fahren in Haddorf schon im Regen los, es ist bereits etwas windig, aber nichts, was man nicht gewohnt wäre. Doch es sollte immer schlimmer werden, Böen in Sturmstärke von vorne und damit Regen „von links nach rechts und umgekehrt“ und weiterhin Temperaturen von 5 Grad, dabei waren 11 vorhergesagt! Unterwegs dann wieder die erbärmlichen Bettelampeln, Bremsasphalt der einen nicht einmal bergab Geschwindigkeit aufnehmen lässt, Radwege in Berg- und Talmanier – ich frage mich, ob diejenigen die die Radinfrastruktur planen ihre Ergüsse auch nur ein einziges Mal selbst abfahren – ich denke nicht, sonst kann ich mir den Schrott und die Tatsache, dass das immer wieder so aussieht nicht erklären. So wird das nix mit Fahrradland Deutschland!

Genug aufgeregt.

Von unterwegs kann ich nicht viel berichten, wir sind wieder bewusst den kürzesten Weg von Haddorf nach Velen gefahren, teilweise an der B70, teilweise auf Landstraßen und einige Abschnitte auf Wirtschaftswegen, welche man eigentlich genießen könnte. Aber wegen des Wetters haben wir nicht wirklich einen Blick für die Landschaft.

Unterwegs haben wir noch Pause bei einem Bäcker in einem Supermarkt gemacht, das Beitragsbild zeigt es und ist damit auch der einzige positive Moment tagsüber. Irgendwann haben wir dann die 53 km geschafft. Bei einigermaßen vernünftigem Wetter ein Klacks. Aber trotz guter Regenklamotten nass zu sein, weil der Wind den Regen überall hin geweht hat und dann noch verkehrsplanerischen Müll, der zusätzlich unnötig Körner kostet zu ertragen, kann einen schon fertig machen. Ich rege mich schon wieder auf…

Es ist kurz nach 17 Uhr als wir am „Erholungsgebiet Waldvelen“ der Familie ven der Buss ankommen, wo wir uns kurzfristig eine kleine Fewo gemietet haben. Dieser Platz ruft bei mir sehr angenehme Erinnerungen an meinen Beginn der Trike-Leidenschaft hervor, weil hier 2012 das 5. Trike-Treffen stattgefunden hat, welches ich damals noch alleine besucht hatte.

Auf diesem Trike-Treffen habe ich dann Walter und Ingrid kennengelernt, zu denen wir bis heute noch Kontakt pflegen, die heute extra wegen uns hier auf dem Gelände sind und von denen wir uns hier verabschieden wollen.

Aber erstmal einchecken, Gepäck in die Wohnung und warm (heiß) duschen. Anschließend dann zu unseren Freunden, mit denen wir zusammen essen und an diesem Abend noch lange quatschen.

Nun soll es in den gesamten Woche weiterhin windig und regnerisch bleiben, was uns jetzt dazu gebracht hat unsere „Rücken Sie vor bis auf Los“-Ereigniskarte zu ziehen. Die nächsten Etappen werden wir cheaten, morgen bringt uns Walter bis zum „Pott“ nach Herne (Danke Walter!), wo wir dann zwei Tage bei unserer Freundin Jana verbringen dürfen (Danke Jana!), bevor wir dann mit einem Leihtransporter bis nach Darmstadt zum Naturistengelände „Orplid“ vorrücken werden, wo wir uns dann eine Woche Ruhe gönnen. Und dann soll es endlich wieder angenehmer werden.

Und jetzt muss ich noch was loswerden: ich zolle hiermit Marion meinen größten Respekt! So wie sie heute mit den Widrigkeiten umgegangen ist, war schon großes Kino. Bis zum Schluss gegen den Wind, den Regen und die Kälte anzukämpfen macht nicht jede(r) mit. Und Sie war es auch, die mich in den letzten Tagen aus einen tiefen Loch geholfen hat. Danke!

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir… (04.04.2022)

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