Jetzt sind wir bereits mehr als 2 Monate unterwegs, unser erster längerer Aufenthalt in einer Wunschumgebung neigt sich dem Ende zu – übermorgen geht es weiter – Zeit für ein paar rückblickende Worte und ein paar andere Gedanken.

Im Großen und Ganzen erlebe ich die Reise so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Leider mussten wir einige Wunschziele auslassen und Wunschstrecken außen vor lassen und komplett neu planen. Wir hätten gerne einige zusätzliche Naturistenplätze angefahren, die aber leider zum Zeitpunkt, dass wir diese erreicht hätten entweder noch gar nicht geöffnet hatten (z.B. viele Vereinsplätze in D und F, sowie Plage du Templiers), relativ viele Höhenmeter bedeutet hätten (Domaine du Sablièr, La Source Saint-Pierre, La Balma, Camping Millefleur), und/oder eben nicht an der Route lagen. Dies gilt auch für weitere Plätze im weiteren Verlauf.

Besonders schmerzt die Entscheidung die Strecke über Andorra und die spanischen Pyrenäen nicht zu befahren. Aber es sollte eben auch beim Urlaubscharakter bleiben und nicht in übermäßige Anstrengung ausarten. Wir hätten auch das bewältigt, dessen bin ich mir sicher. Aber möglicherweise um den Preis weitere anvisierte Urlaubsziele nicht oder nur noch verkürzt zu erleben. In Anbetracht der Ziele, auf die wir bereits jetzt verzichtet haben, wäre mir der „Preis“ dafür letztlich zu hoch geworden.

Doch nun zu den positiven Dingen: die Erlebnisse und Eindrücke, die wir bis jetzt unterwegs mitgenommen haben, sind schon ungemein beeindruckend, wie z.B. als wir zum ersten Mal das Mittelmeer auf den Rädern gesehen haben, oder das erste Bad darin. Auf die Leistung, die wir beide gemeinsam erbracht haben bin ich schon etwas stolz, vor allem, weil das für uns der sprichwörtliche „Sprung ins kalte Wasser“ bedeutet hat, wir haben unsere Komfortzone noch nie zuvor soweit verlassen.

Auch wenn es manchmal anstrengend und fordernd war, haben wir nie deswegen unterwegs über einen Abbruch nachgedacht. Diese Gedanken sind mir nur gekommen, als ich die ersten Tage nach der Abreise so extrem mit dem Knie und der Achillessehne zu tun hatte und in den letzten Tagen wieder auf Grund der Schmerzen von Marion mit ihrem Knie, wo wir zwischendurch wirklich Befürchtungen hatten, dass dies zu einem Rücktransport führen könnte. Dies hat sich zum Glück wieder größtenteils gelegt und der Wunsch das Begonnene auch zu beenden ist wieder in den Vordergrund getreten, inzwischen sehen wir wieder einigermaßen hoffnungsvoll auf die Überfahrt zum Atlantik.

Der Aufenthalt hier im Oasis war sehr erholsam, leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt wie wir es uns erhofft hatten, aber es war auch nicht sooo schlecht. In der ersten Woche gab es hier fast duchgehend starken Wind, teilweise mit Sturmböen, so dass wir nur am ersten Tag im Meer baden waren. Auf der anderen Seite war es für Marions Knie sicher besser so, sie hätte sich sonst wahrscheinlich weniger Ruhe gegönnt.

Im Unterschied zum Euronat ist das Oasis allerdings „beschaulich“, ein eher dörfliches Ambiente. Hier kann man einen erholsamen Urlaub verbringen, aber es gibt eben kaum Aktivitäten. Cap d’Adge ist dagegen als Naturisten-Stadt angelegt worden, wobei dort der Naturismus, offensichtlich auch nicht mehr so ausgeprägt ist, wie es einmal geplant war. Nicht umsonst hat Cap d’Adge wahrscheinlich einen eher zweifelhaften Ruf, der mit dem Grundgedanken von „FKK“ nicht viel mehr zu tun hat, als die Tatsache, das auf Textilien verzichtet wird – obwohl es selbst dort für meine Verhältnisse viel zu angezogen zugegangen ist (zumindest tagsüber) und es zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes richtig warm war.

Textiler sind sowohl in Cap d’Adge und auch hier im Oasis nervig. Also die, die selbst bei bestem Wetter in „Badeklamotten“ in der Sonne liegen und auch sonst nur bekleidet in der Anlage unterwegs sind. Die ist ein unschönes Phänomen, dass diese Klientel sich in die (im Verhältnis wenigen) FKK-Anlagen einmietet und damit den Charakter und den Flair dieser Anlagen langsam aber sicher zerstören. Als ob es nicht Unmengen an Urlaubsanlagen gibt, die die „Verkleidung“ zwingend vorschreiben. Man stelle sich mal vor, wir würden uns in einer solchen textilen Urlaubsanlage einfach ausziehen und uns nackt in die Sonne legen – was es dann wohl für einen Aufruhr unter den Textilern geben würde, umgekehrt halten sie es aber offensichtlich für völlig normal.

Genug aufgeregt!

Wir freuen uns schon jetzt auf Arna, La Jenny, CHM und Euronat, die in ca. 2 Wochen unsere Reise für fast 6 Wochen prägen werden.

Zwischenfazit (02.06.2022)

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