Die Nacht in Colmar war wieder ziemlich kalt, morgens hatten wir nur 3 Grad plus. Dank der Autobahn auf der anderen Seite der Ill war es auch keine ruhige Nacht, wirklich richtig viel Schlaf haben wir nicht bekommen. Trotzdem endet die Nacht morgens gegen 7 Uhr, es ist hell im Zelt und die Autobahn macht wieder Lärm.

Ich mache mich wieder an die morgendliche Prozedur – Zelt trockenwischen, noch steht die Sonne nicht hoch genug, dass sie das für uns erledigt.

Marion holt derweil das bestellte Brot und als sie wieder da ist, beschließen wir, im Cafe des Platzes einen Café au Lait zu nehmen und dabei die Pain au chocolate zu essen. Ganz schön teuer: 4 Euro für quasi einen Espresso in einer Kaffeetasse und für beide zusammen ein kleines Kännchen Milch dabei – das werden wir uns nicht jeden Morgen leisten.

Anschliessend packen wir das Zelt ein, es war schon seit Mittwoch nicht mehr so trocken wie heute. Das ist auch ganz gut so, heute soll es zwar trocken bleiben, aber morgen ist erneut Regen angekündigt. Irgendwie fühlt sich das Ganze momentan so an wie ein „Revival 2022“. Aber zumindest soll es heute etwas wärmer werden, wenn man bei 16 Grad von warm sprechen kann. Aber derzeit sind wir mit wenig zufrieden.

Um Viertel nach Zehn sind wir dann endlich auf der Bahn, die knapp 55 km nach Heimsbrunn führt über knapp die Hälfte an der Ill entlang. Eine eigentlich wunderschöne Strecke, links und rechts viele wilde Blumen und es ist wieder autofrei.

Die gesplittete Oberfläche fährt sich anfangs ganz gut, später hat die Strecke zeitweise etwas von einem zweispurigen Singletrail,in der Mitte wächst immer wieder Gras, so das mindestens ein Rad auf der Grasnabe rollt, was Recht anstrengend ist (und Akku kostet).

Unterwegs dann leider auch Mal wieder ein Beispiel fehlgeleiteter Radverkehrpläne: wir sollen eine (aktiv Bahnlinie kreuzen, aber die „Auffahrt ist Mal wieder richtig steil und dann die Überführung über die Schienen viel zu schmal.

Wir umfahren diese Stelle über einen kleinen Umweg über eine „normale“ Straße und kommen schnell auf den „Deichweg“ zurück.

Dann folgt bei Schachenlaender ein Stück Landstraße („D“), bevor wir in Ensisheim auf den Eurovelo 5 (EV5) wechseln, der sich wieder recht gut fahren lässt und wir kommen gut voran, wieder mit wenig bis gar keinen Autobegegnungen und schöner Landschaft.

Bei Ruschmatten/Wittelsheim müssen wir dann wieder an „Straßenverkehr“ teilnehmen, weil unser Weg jetzt weiter in südlicher Richtung geht. Aber hier geht es wieder viel gesitteter vor, so wie wir es in Frankreich eigentlich auch kennen. Wir werden vorgelassen und dabei gegrüßt. So ist dann auch die Fahrt auf einer D nicht so stressig.

Vor Reiningue können wir dann nochmal ein kurzes Stück auf einen eigenen Weg durch den Wald wechseln – wo dann Marions Akku die letzten Watts geliefert hat. Da mein Akku noch etwas Restkapazität hat, tausche ich die Akku aus, was aber auch nicht mehr lange hält. Kurz vor Heimsbrunn ist dann auch der Akku leer – aber eine Strecke von 130 km ist für uns vollkommen OK, zumal wir teilweise z.B. Auf dem Weg an der Ill mit mehr Leistung gefahren sind.

Die letzte Brücke vor Heimsbrunn und auch die leichten Steigungen im Ort müssen wir dann wohl oder übel selbst kurbeln und mit eigener Kraft überwinden.

Kurz vor dem CP „Les Chaumiéres“ grüßen wir noch eine ältere Dame, bevor wir auf das Gelände auffahren. Die Rezeption ist nicht besetzt, aber es ist eine Nummer angegeben, bei der man sich melden soll. Marion ruft an und in dem Moment kommt die Dame von vorhin auf den Platz gelaufen, es stellt sich heraus, dass sie zum Platz gehört. Sie zeigt uns ein paar Plätze, die meisten sind irgendwie urig eingewachsen, sind aber meistens mehr schwarz als grün. Wir bekommen dann doch noch einen Platz mit Strom und können aufbauen, Akkus laden usw.

Abends gibt es dann noch in einem kleinen Restaurant (eher Imbiß) einen echt leckeren Burger und am Platz kriechen wir dann schnell ins Zelt – es wird wieder kühl.

Tagesstrecke: 54 km
Tourstrecke: 132km
Pannen: keine
CP Kosten: 18,40 €

Heimsbrunn (17.05.2026)

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