Wir stehen früh morgens auf, denn wir müssen noch alles, was wir mithaben wollen, in unsere Radtaschen packen, die Räder beladen und den Anhänger für die Rückfahrt durch Danica nach Hause vorbereiten und es soll für uns eigentlich um 9 – 9:30 Uhr losgehen. Das Zelt bekommen wir auch tatsächlich einigermaßen trocken eingepackt, aber es dauert dann doch alles länger und so schaffen wir es erst gegen 9:40 Uhr uns von allen zu verabschieden, bevor wir um kurz vor 10 Uhr vom Platz wir rollen.
Unsere Route führt uns heute nach Colmar, lt Brouter etwa 76 km. Den größten Teil des Weges legen wir am Nordstich des Rhein-Rhone-Kanals zurück, eine wunderschöne Strecke, fast durchgehend völlig frei vom Autolärm und sogar die meisten Brücken werden unterfahren.

Dieses Mal können wir auch den Teil der Strecke noch fahren, den wir 2022 wegen einer Brückenbaustelle umfahren mussten (bei Plobsheim).
Eigentlich hatte ich noch geplant in den einen oder anderen Ort seitlich vom Kanal einzufahren. Da wir aber doch später weggekommen sind als geplant, geht es für uns „immer geradeaus“. Wir genießen die Fahrt, dank unserer Motoren hält sich die Anstrengung in Grenzen und wir kommen gut voran. Es ist zwar mit knapp 14 Grad relativ kalt, aber meinen Knien zuliebe habe ich heute auf die Regenhose verzichtet, was zumindest dafür sorgt, dass die Schmerzen nicht schlimmer werden, aber es regnet auch während der gesamten Fahrt keinen Tropfen.
Bei Artzenheim wollen wir eigentlich charmant an den „Canal du Colmar“ wechseln. Leider müssen wir auf Grund einer Sperrung aber eine ausgeschilderte Umleitung über eine D machen, was völlig unerwartet fast noch zu einem Höllenritt wird. Es ist viel Autoverkehr unterwegs, einige können es nicht abwarten und überholen trotz sich näherndem Gegenverkehr. Kennen wir in Frankreich so eigenlich mehr oder weniger gar nicht, hier ist das wohl so üblich. In einem Fall hat es dann auch fast noch geknallt, erst im letzten Moment schert das Fahrzeug vor uns wieder ein, zum Glück in ausreichendem Abstand vor uns – Spinner!
Nach ungefähr 3 km kommen wir dann endlich wieder am Kanal an und stellen fest, dass auch diese Strecke richtig schön ist. Zudem asphaltierter Untergrund und wie zuvor völlig ohne Auto. Eine echte Empfehlung um nach Colmar zu kommen, zumindest wenn man direkt von Kanal zu Kanal wechseln kann.
Um 16:45 sind wir dann nach 78 km auf dem Camping „L’Ill“, direkt vor den Toren Colmars. Und man muss sagen, dass wir etwas Glück gehabt haben: der CP ist eigentlich „complet“, also ausgebucht. Aber da wir nur mit Rädern unterwegs sind, bekommen wir einen kleinen Platz direkt an der Ill, der offensichtlich noch nicht vergeben ist.
Wir bauen auf und gehen direkt danach in die Stadt – leider stellt sich heraus, dass der Fußweg deutlich länger als erwartet ist, wir latschen über eine halbe Stunde bis wir in die durchaus sehenswerte Altstadt kommen. Wir essen einen Elsässer Flammkuchen und schlendern kurz durch die Altstadt

und in „Petite Venice“ (Klein Venedig, Beitragsbild), schauen uns noch die große, alte Kirche von außen an und machen uns dann auf den Weg zurück zum CP. Ist Colmar sehenswert? Ja, definitiv. Ist es überlaufen? Heute war es nur gut besucht, in der Hochsaison möchten wir hier (glaube ich) nicht sein. Ein paar Stunden mehr als wir jetzt, aber ob es 2 Tage sein müssen? Weiß nicht…
Zurück auf dem Platz dann noch duschen und ab ins Zelt, es wird kalt und kälter…
Tagesstrecke: 78 km
Tourstrecke: 78 km
Pannen: keine
Kosten Campingplatz: 22,26 Euro
