Heute Nacht haben wir beide in Collonge wieder besser geschlafen, es war ruhig, mein Sonnenbrand geht wieder zurück, mir war nicht mehr abwechselnd zu warm (im Schlafsack) oder zu kalt (Oberkörper draußen). Es ist ca. 6:30 Uhr als wir wach werden – es wird hell im Zelt, die Sonne kommt hoch. Der Campingplatz „Moulin de Collonge“ ist für uns nur mäßig empfehlenswert, die Sanitäranlagen sind nur einigermaßen sauber, es ist voll und dadurch relativ laut und der Preis ist „für ein Zelt mit 2 Personen“ auch nicht gerade „der Schnapp des Tages“. Aber ob der nächste, ca. 15 km weiter besser gewesen wäre, wissen wir natürlich auch nicht – hier hatten wir wenigstens einen Platz zum Schlafen.

Inzwischen läuft das Einpacken routinierter, es geht aber auch wieder schneller, weil wir dank des trockenen, sommerlichen Wetters vieles einfach an den Rädern lassen. Das macht man nicht, wenn man nicht weiß, ob man trocken durch die Nacht kommt.

Um 8:30 Uhr sind wir wieder unterwegs, zunächst die selbe Strecke, die wir gestern vom Radweg gekommen sind, zurück und dann weiter Richtung Süden. Heutige Ziel ist Macôn, laut Track nicht ganz 60 km entfernt. Ich hatte (vermeintlich, später mehr) uns dort auf dem Camping Municipal einen Platz für zwei Tage reserviert. Es ist dass Pfingstwochenende und da wissen wir nicht wie voll es in den großen, angesagten Orten auf den Campingplätzen wird.

Wie schon gestern rollte es ziemlich gut und wir freuen uns immer noch über reichlich Schatten, auch wenn es dann morgens noch frisch ist.

Unser nächster Stop ist in ein Bäcker, den es im Nachbarort Étiveau offensichtlich läuft Plan mit gibt. Also weiter nach Saint-Gengoux-le-National, wo wir fündig werden. Nachdem wir dort „Beute“ gemacht haben, geht es weiter, Cormatin und Cluny liegen auf dem Weg.

Kurz hinter Cluny geht die Bahntrassen dann in eine Berg-und-Talbahn über. Hier musste die alte Trasse wohl den neuen Bahntrassen für TGV und Co. weichen. Etwas weiter kommt dann noch eine Autobahn hinzu, der Platz im Tal ist halt begrenzt.

Irgendwie ist dieses Auf und Ab aber auch interessant, die Umgebung ist etwas spannender wir uns die Motoren müssen teilweise richtig arbeiten. Dann ein erstes Hinweisschild auf den Höhepunkt des Tages:

Nach einiger Zeit erreichen wir einen Picknickplatz, wo wir unsere Mittagspause machen. Dieser liegt direkt vor bzw. oberhalb des

Tunnel du Bois Clair
(Zitate von https://www.burgund-tourismus.com/sit/le-tunnel-du-bois-clair-2)

Der Tunnel du Bois Clair ist ein ehemaliger Eisenbahntunnel und mit 1,6 km der längste Tunnel Frankreichs, der nun für einen Voie Verte geöffnet ist. Mit dem Fahrrad dauert die Durchquerung 4 bis 6 Minuten

[…]

Die Temperatur liegt bei etwa 11 °C.

[…]

Da dieser Tunnel geschützte Fledermausarten beherbergt, ist er während des Winterschlafs (von Oktober bis April) geschlossen.

Nach der Pause fahren wir die letzten Meter weiter runter zum Tunnel, machen Fotos, schalten die Beleuchtung am Rad an und rollen in den Tunnel ein. Es ist kühl und zwischendurch tropft immer wieder Wasser von der Decke, kurz vor dem Ausgang an der anderen Seite sehen wir an der Decke des Tunnel eine Art Holzverschlag, wir vermuten, dass das einer der Ruheplätze der beschriebenen Fledermäuse ist. Alles in Allem eine coole (doppeldeutiges Wortspiel) Erfahrung.

Auf der anderen Seite angekommen wird uns dann schnell wieder warm (mittlerweile wahrscheinlich kurz vor 30 Grad). Es folgt ein Abschnitt der Bahntrassen mit im Verhältnis viel Gefälle, wir können unsere Trike ungefähr 3 Kilometer einfach nur rollen lassen – wie leistungsloses Einkommen: nichts tun und es geht trotzdem angenehm im Leben weiter…

Anschließend folgen dann weitere Abschnitte über die Dörfer, teilweise über engste Wege, wo man sich kaum begegnen kann.

Schließlich erreichen wir die Vororte von Macôn, werden an die Saône (sprich Soon) geführt und kurbeln an ihrem Ufer die letzten Kilometer bis zum städtischen Campingplatz Macôn.

An der Rezeption stellt sich dann heraus, dass ich auf dem falschen Campingplatz gebucht habe. Das Ganze ist aber wirklich gemein: der städtische Platz hat die Adresse www.campingmacon.com und der, wo ich gebucht habe die Adresse www.camping-macon.com – dieser ist einige Kilometer südlich von Macôn. Grmpf, -25 Euro verschenkt. Aber was soll’s, hier sind auch noch (reichlich) Plätze frei, wir bezahlen und dürfen uns einen Platz suchen.

Wie auch die letzten Tage verkrümeln wir uns erst in den Schatten und kriechen erst wieder raus, als der gesamte Platz vollständig im Schatten liegt. Morgen werden wir hier einen Ruhetag einlegen.

Ruhetag: eigentlich wollten wir den Tag nutzen um uns die Stadt anzusehen, wir haben aber darauf verzichtet. Schon um 10 Uhr ist es hier fast 30 Grad warm – dann lieber Beine hoch und Blog schreiben.

Reisetag 9 (+ 1 Ruhetag)
Tagesstrecke: 64 km
Tourstrecke 561 km
Pannen: keine
CP Kosten: 42,20 €

Macôn (24.05.2026)

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