Für mich war die Nacht heute nicht ganz so erholsam. Die Fahrt mit der langen Radler hat nicht ganz den erwünschten Effekt gehabt, vor allem meine Knie „glühten“ immer wieder vor sich hin und auch sonst war mir entweder zu warm oder zu kalt. Auch Marion sagt, dass auch sie nicht so tief geschlafen hat wie die Nächte zuvor. Ich denke, dieser schnelle Wetterumschwung hat auch damit zu tun. Heute soll es auf dem Weg nach Collonge nahe der 30 Grad werden, bei knapp 63 km ist das schon eine Hausnummer.
Ich entscheide heute mit Jeans zu fahren, ob das eine gute Entscheidung für mein inzwischen fast kuriertes Knie ist, weiß ich noch nicht. Aber es ist wohl besser, wenn das nochmal schlimmer wird, als wenn ich mir einen schweren Sonnenbrand hole.
Wir sind um ca. halb neun mit allem durch, alles ist verpackt und können abfahren. Von Pat und Cécile ist noch nichts zu sehen, somit können wir uns leider nicht persönlich verabschieden. Unser Track führt zurück an die Stelle, von wir gestern abgebogen sind, die Bahntrasse ist hier allerdings zu Ende. Es geht nun „über die Dörfer“ zumeist auf kleinen Wirtschaftwegen. Bei Montret, bzw. La Croix fahren wir einen kleinen Bäcker an, der auf dem Weg liegt, dann geht es weiter in Richtung Chalon-sur-Saône. Der Weg ist wirklich spitze ausgeschildert, eigentlich braucht man gar keine Track und irgendwie ist es so auch Mal ganz interessant, man sieht mehr von der Umgebung, von den Dörfern usw., auch wenn es dafür immer Mal wieder rauf- und runtergeht. Etwas weiter machen wir dann Frühstückspause am Wegesrand auf der Picknickdecke mit dem Brot von gestern – zum Wegschmeißen einfach zu schade.
Es geht durch kleine und kleinste Dörfer,

auf dem weiteren Weg liegt dann Saunt-Germain-du-Plain als einer der wenigen, etwas größeren Orte, den wir aber auch nur streifen. Mit Épervans und Sait-Marcel nähern wir uns dann Chalon.

Zunächst fahren wir noch an einem See entlang, der uns schon 2022 „begegnet“ ist, damals aber in die entgegengesetzte Richtung, dann durchfahren wir die „Krötentunnel“ (siehe Bericht 2022), diesmal auch mit Foto.

Und dann kommt die Überfahrt über die Saône. Wir fahren auf der für den Radverkehr richtigen Seite hoch, es ist super eng, eine Begegnung kaum möglich. Und was passiert: ein paar „Dumme“ kommen uns mit Rad entgegen. Der erste macht uns richtig Platz, er „springt“ förmlich auf die erhöhte Seite und zieht sein Fahrrad mit hoch, so dass wir mit unserer Überbreite vorbei kommen. Dann kommt eine ganze Familie, Mutter mit Kindern, die es nicht schaffen, diesen Move des Vorgängers mit den Rädern zu machen.
Marion drückt sich ganz an die rechte Seite ans Geländer, wo auf der Fahrbahn auch ein kleiner Absatz ist und dann „fällt“ das Rad diese vielleicht 2 oder 3 cm wieder runter, was irgendwie dazu führt, dass plötzlich die rechte Scheibenbremse schleift. Wir fahren die Brücke weiter runter, ich kann sonst keinen Schaden erkennen, aber eine Reparatur, also ein Richten des Bremssattels kommt an dieser Stelle nicht in Frage. Darum fahren wir weiter, wir wollen und das später auf dem CP ansehen.
Der Weg durch Chalon ist irgendwie nicht so schön, einmal sehen wir einen Hinweis auf den Bahntrassenradweg, aber an der Stelle, an der man danach abbiegen muss/soll, fehlt der Hinweis. Mit Hilfe der Radwegekarte von Openstreetmap finden wir dann doch den Weg zur nächsten ehemaligen Bahntrasse Chalon – Cluny – Macôn, die Verkehrführung dahin ist aber trotzdem eine mittlere Katastrophe. Egal wie, letztlich landen wir dann an der richtigen Stelle und können anschließen die Fahrt zügiger fortsetzen.
Auf den nächsten Kilometern wird dann das „klingeln“ von Marions Bremse auch wieder leiser, keine Ahnung, was da passiert sein könnte. Und es wird langsam aber sicher immer wärmer, zum Glück fahren wir auch hier oft im Schatten großer Bäume.
Die ehemalige Bahnstrecke ist durchgehend asphaltiert mit den für Bahntrassen typischen geringen Steigungen und Gefällen – ansonsten ist das hier schon Recht hügelig. Hier sehen wir auch die ersten Weinberge.

Der Weg führt uns unter anderem über Givey und Bux, wo wir unser Abendessen einkaufen, bis nach Collonge. Dort noch weniger als 1km zum Camping, wo wir uns wieder einen Platz suchen dürfen. Es ist hier interessanterweise Recht voll, obwohl der Ort winzig ist und rundumzu auch nichts Größeres ist.
Wir sind froh, dass wir heute trotz insgesamt ca. 65 km wieder um ca. 15 Uhr ankommen, es wird langsam wirklich unangenehm warm. Meinem Knie geht es aber erstaunlich gut und der Sonnenbrand geht jetzt auch zurück. Die Entscheidung für die Jeans war genau die Richtige.
Jetzt setzen wir uns erstmal in den Schatten unseres Platzes, Marion macht einen Tee und wir verputzen das Brot, welches wir heute Morgen gekauft haben und bauen das Zelt erst auf, als der Platz völlig im Schatten liegt.
Reisetag 8
Tagesstrecke: 63 km + 2 km Einkaufen
Tourstrecke 497 km
Pannen: keine
CP Kosten: 22,20 €
