Heute sind die zwei Wochen Pause leider schon wieder vorbei, aber irgendwie freuen wir uns auch auf die Cote d’Argent. Heute ist geplant bis Port-la-Nouvelle die gleiche Strecke wie bei der Anreise zu fahren, dann aber den Eurovelo 8 am „Canal du Robine“ zu fahren. Die Qualität des EV8 soll in den Bereich zwar nicht supertoll sein, aber zumindest einigermaßen fahrbar – Schotterstrecken hatten wir bis hierher ja schon zur Genüge und wir sparen uns damit ca. 20 km Umweg und den nicht so schönen Teil hinter, bzw. jetzt vor Narbonne. Außerdem sind wir einfach neugierig.

Wir haben gestern schon gepackt, darum schaffen wir es heute um 9:30 Uhr auf der Bahn zu sein und bis Port-la-Nouvelle läuft es wie erwartet gut. Marions Knie geht es so „naja“, aber immerhin fällt ihr das Radfahren leichter als zu laufen und es ist während der 2 Wochen Ruhe auch etwas besser geworden. Am Anfang haben wir uns ernsthaft Gedanken gemacht, ob wir die Reise abbrechen, oder zumindest mit einem Leihwagen bis an den Atlantik fahren müssen. Aber sie ist einfach „tough“ und kämpft sich durch…

Witzige Begebenheit: uns kommt unsere „Bekanntschaft“ kurz vor „Port-la-Nouvelle“ wieder mit dem Fahrrad entgegen, er grüßt zwar überschwänglich, aber zum Glück dreht er nicht um und textet uns erneut zu…

Im Ort finden wir dank Brouter die „Zufahrt“ zum EV8 sofort – wir sind dieses mal nicht wieder durch die Baustelle sondern durch den Ort gefahren. Und wie erwartet ist die Fahrbahn anfangs … nunja, mäßig. Nach einiger Zeit wird dann aus dem schlechten Asphalt wie erwartet der Schotterweg.

Man kann es fahren, aber stellenweise stellt sich die Breite der Trikes dann irgendwie als ungünstig heraus, weil die Fahrbahn offensichtlich länger nicht gepflegt wurde. In der Mitte wächst teilweise hohes, hartes Gras wie bei einem „Treckerweg“ und dort wo der verhältnismäßig feine Schotter „ausgebessert“ wurde hat man natürlich nicht an Radfahrer gedacht und Löcher mit groben Schotter aufgefüllt, muss man bei einem „Fernradweg“ nicht verstehen.

Aber wieder einmal entschädigt zwischendurch wenigstens die Landschaft die Mühen, auf der einen Seite der Kanal, auf der anderen Seite ein schmaler Streifen Land dahinter die Étangs – und absolute Ruhe,

Autos können hier schlicht nicht fahren. Unterwegs machen wir dann noch eine Pause mit Blick auf den Kanal und verzehren die Reste unserer Pizza von gestern Abend – schon cool so eine „Unterwegs-Pizza“…

Letztlich kommen wir trotz des Weges wir innerhalb von 2 Stunden für die knapp 15 km recht gut durch, die Fahrbahnqualität wird am Ende wieder etwas besser bis direkt fahrbar und so verpassen wir dann leider einige Kilometer vor dem Campingplatz „Les Floralys“ den „Absprung“ vom Kanalweg auf eine D-Straße, weil wir dachten es geht so weiter. Leider ist das ein Trugschluss, was vorher nicht sichtbar war: je weiter wir fahren um so schlechter fahrbar wird der Weg wieder für uns und es gibt keine Möglichkeit mehr zu wechseln.

Etwa 3 oder 4 km vor dem CP dann doch noch der „rettende“ Ausweg: eine provisorische Umleitung führt uns genau zur anvisierten D-Straße – hätte nicht gedacht, dass mich ein Provisorium mal so freut…

Auf der Straße rollt es natürlich gleich viel besser und um kurz nach 14 Uhr erreichen wir den Platz. An dieser Stelle müssen wir sagen: der Platz hält nicht das was er vollmundig auf der Webseite verspricht: die Plätze für die Radreisenden sind einfach eine Katastrophe: völlig ungerade, mit Schotter durchsetzt, teilweise großflächig offener Boden ohne Gras. Wir müssen zunächst die Fläche für das Zelt absuchen, damit wir unter dem Boden keine spitzen Steine mehr haben.

Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie die Plätze bei oder nach Regen aussehen. Da entschuldigt auch der günstige Preis nichts. Zum Glück sind die sanitären Anlagen sauber, auch wenn trotz vieler Gäste noch einige Duschen usw. abgeschlossen sind. In den vorhandenen Pool wollen wir heute lieber nicht: der ist bevölkert von einer Truppe Halbwüchsiger, die einen Höllenlärm machen.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 43 km

Insgesamt geradelte Reise: 1659 km

Platten: 2

Narbonne – Überfahrt an den Atlantik (04.06.2022)

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