Da es neben dem Weg am „Canal du Midi“ keinen Radreiseweg vom Mittelmeer an den Atlantik gibt, müssen wir uns zunächst im weiteren Verlauf ganz auf den Brouter verlassen. Wir wären zwar gerne am Kanal gefahren, aber zumindest bis Montferrand hinter Castelnaudary ist die Oberfläche mäßig bis sehr, sehr schlecht. Darum fahren jetzt einen Teil der kommenden Strecke neben absoluten Nebenstraßen auf kleinen bis mittleren D-Straßen mit entsprechend mehr oder weniger Verkehr fahren.
Den heutigen Sonntag wollen wir wieder nutzen um „Strecke“ zu machen, Ziel ist „Rustiques“ kurz vor „Carcassonne“. Leider gibt es hier am CP um 8 Uhr das georderte Brot, so dass wir „erst“ um 9 Uhr den CP verlassen und es ist jetzt schon recht warm. Nach ca. 3 km sind wir schon in Narbonne, wo wir noch für das Abendessen einkaufen müssen. Dann geht es über die „Umgehungsstraße“ am Rand von Narbonne vorbei, hier ist ein größerer Mehrzweckstreifen der gut befahrbar ist und auf der Fahrbahn ist nur wenig Verkehr.
Weiter geht es dann Richtung „Cuxac d’Aude“ wo uns eine angenehme Überraschung erwartet: der EV8 ist auf eine neue Strecke direkt auf dem Deich der Aude verlegt worden und so kommen wir geschmeidig bis kurz vor „Sallèles d’Aude“ gut voran – keine große Strecke aber immerhin. Dann geht es über „Ds“ weiter nach „Saint-Marcel-sur-Aude“ und „Saint-Nazaire d’Aude“. Hinter „Canet“ folgt dann der ätzendste Abschnitt: über Kilometer geradeaus auf einer mittleren D, Wind von vorne und nicht gerade optimaler Asphalt.

In der Nähe von „Argens-Minervois“ fahren wir von der Aude weg in Richtung „Lézignan-Corbières“ und kurz darauf auf eine kleinere „D“ in Richtung Kurz vor „Escales“ geht uns dann langsam das Trinkwasser aus und mich erwischt zusätzlich eine fiese Unterzuckerung – „Hungerast“ genannt, ich fühle mich plötzlich total „flatterig“ und kann kaum noch treten. Wir erreichen „Escales“ und ich plündere unsere Verpflegung und Keksvorräte, danach geht es langsamwieder besser. Kurzer Check in der Karte: ein leichtes Abweichen von der Route in den Ort führt uns direkt an einer öffentlichen Toilette mit einem Waschbecken vorbei, wo wir uns und unsere Wasservorräte wieder auffüllen.
Gestärkt geht es an die Weiterfahrt, wir durchfahren später u.a. „Puichéric“ und kreuzen zum ersten Mal den „Canal-du-Midi“, wo unsere Entscheidung bestärkt wird: der „Radweg“ am Ufer ist nicht für schnelles Vorankommen geeignet, quasi ein einspuriger Sandweg, nein Danke! Aber optisch macht das schon was her, wir hoffen, dass sich solche Eindrücke später im Verlauf noch wiederholen.

Hier treffen wir auf einen jungen Mann auf Inline-Skates, der uns noch eine ganze Weile begleiten wird. Er erzählt uns, dass er auch an den Atlantik will und für heute eine Etappe von 55 km geplant hat – Respekt, soviel Kilometer mit Inlinern und Walking-Stöcken! Unsere Strecke heute wird sich auch auf 64 km belaufen, aber auf Inlinern finden wir 55 km ziemlich beachtlich.

Das letzte Stück vor dem Campingplatz „La Commanderie“ in Rustique hat es dann noch in sich: wie so oft bekommen wir hier die meisten Höhenmeter der gesamten Etappe. Aber auch das meistern wir und erreichen um ca. 16:30 Uhr den Platz.
Der Platz selbst ist ganz schön, aber wie so oft nicht so richtig optimal für Radreisende mit Zelt. Die Flächen sind ungerade, oft mit deutlicher „Hanglage“. Wir finden auf dem uns zugewiesenen Platz zum Glück eine Fläche, auf der der Schlafbereich des Zeltes gerade so passt, so dass wir einigermaßen gerade liegen können.
Der Platz ist aber sauber und hat sogar ein geöffnetes Schwimmbecken

welches wir heute nutzen, was nach der Hitze des Tages wieder mehr als angenehm ist. Auch die Sanitäranlagen sind richtig schön und hochwertig, da kann man nicht meckern.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 64 km
Insgesamt geradelte Reise: 1723 km
Platten: 2
