Für heute ist es zwar nicht ganz so warm vorhergesagt, aber knapp 30 Grad sind dennoch mehr als ausreichend, wenn man inzwischen 13 Tage in praller Sonne mit entsprechenden Temperaturen unterwegs ist. Das es aktuell noch bewölkt ist, finden wir im Moment gar nicht schade, wir haben unser Sonnenpensum in den letzten Tagen „ausgiebig ausgekostet“.
Nach Carcans sind es heute wieder über 70 km, zum Glück sollten die Wege dahin uns wieder gut vorankommen lassen. Wie in den letzten Tagen auch sind wir noch vor 8 Uhr auf der Bahn in der Hoffnung, dass wir der größten Tageshitze entkommen können und am Ziel auch wieder auf den Platz können.
Der Weg zurück zum Bahntrassenradweg, den wir ja gestern hier in Salles verlassen haben, führt uns an einer Verpflegungsstation namens „Boulangerie“ vorbei, dann huschen wir rüber auf den Radweg. Von hier sind es etwa 8 km bis zum nächsten Ort – Mios – der wie so oft nur gestreift wird. Hier befürchten wir schon, dass wir wieder einmal „umgeleitet“ werden, es wird gebaut und gesperrt. Aber zum Glück ist es kein Umweg, sondern direkt daneben, weniger Meter später fahren wir wieder auf dem eigentlichen Weg und wieder aus dem Ort heraus.
Etwa 2 km weiter nähern wir uns dann Biganos, den wir schon 2022 als ziemlich hä… unschön empfunden haben. Ein Ort mehr oder weniger direkt am Becken von Arcachon, einem der großen Touristenbrennpunkte in Frankreich (Nähe zur Düne von Pilat), was man aber in Biganos will, können wir beide nicht verstehen, schwer zu beschreiben, warum, einfach neeee – man versucht zwar über viele Blumenkübel am Straßenrand etwas aufzuhübschen, trotzdem neee. Das einzige Fotomotiv, welches wir hier gefunden haben, ist ein Exponat einer alten Mühle (?).

Zum Glück ist die Überwegung vom bisherigen Bahntrassenradweg auf das „Anschlußstück“ nur relativ kurz, weniger als einen Kilometer, dann ist man auch schon aus dem Ort wieder heraus. Mittendrin noch einmal eine kurze Verwirrung, weil unser seitlicher Radweg plötzlich einfach aufhört und es keinen offiziellen Seitenwechsel gibt – vielleicht haben wir den auch vorher einfach nur verpasst, aber es passt irgendwie zu der Art und Weise, wie hier in Biganos mit dem Radverkehr umgegangen wird…
Aber ab jetzt geht es bis Carcans durchgehend auf der ehemaligen Trasse weiter. Was uns gar nicht mehr so in Erinnerung war, ist die Vielzahl der Straßenquerungen, die das Stück bis Arès beinhaltet. Gefühlt alle 500 m heißt es abbremsen, weil „STOP“ und weiter – wieviel Kraft das 2022 gekostet haben muss, wo das Anfahren nicht durch den Motor unterstützt wurde.

Allerdings sieht nicht jede Straßenkreuzung wie das Bild oben aus, meistens ist es einfach eine Kreuzung…
jedderLangsammmt jetzt auch die Sonne durch und wir sind froh, dass die Bäume uns hier immer wieder Schatten spenden. In Andernos-les-Bains müssen wir uns dann noch durch den Rand eines Marktes bzw. durch die Menschenmassen dort schlängeln und glaubt ja nicht, dass auf den querenden Radverkehr (nicht nur wir) geachtet wird, quasi mit Scheuklappen laufen die Menschen einfach von links nach rechts, einem entgegen usw.. Wir sind froh, als wir da durch sind.
Kurz hinter Lège-Cap-Ferret sind wir 2022 dann in Richtung des Naturistengeländes „La Jenny“ abgebogen. Dieses Mal fahren wir weiter auf der Trasse Richtung Le Porge. Langsam verändert sich die Vegetation wieder etwas, neben den überwiegenden Kiefern kommt jetzt etwas mehr Laubgehölz dazu.

Und es geht wieder lange, lange, lange geradeaus und viel zu sehen gibt es hier nun auch nicht gerade. Da ist es dann doch schon spannender auf dem EuroVelo 1, der hier etwas 20 km parallel an der Küste kreuz und quer durch die Dünen führt, auch wenn das anstrengender ist.
Irgendwann kommen wir durch Lacanau und weiter bis nach Carcans, wo wir dann noch etwas 2 km Richtung Cap de Ville auf der D207 fahren müssen um zum Campingplatz „Les Arbusiers“ zu kommen. Es ist ca. 14 Uhr und das Tor ist zu, Öffnung der Rezeption um 17 Uhr wieder – und kein Schatten. So ein Mist! Wir könnten uns durch zwei Fußgängertore auf den Platz mogeln, tun es aber nicht. Statt dessen klingelt Marion auf einer Klingel vor der Anmeldung und es meldet sich tatsächlich eine Frauenstimme.
Wir hören raus, dass sie offensichtlich herkommen wird und wir warten. Wir haben schon etwas die Hoffnung verloren, als dann eine Frau zu uns kommt. Sie ist sehr freundlich, überhaupt nicht „mürrisch“ oder so, dass man sie in der Mittagspause gestört hätte und bittet uns in das Rezeptionsgebäude. Marion folgt ihr und bezahlt, wir bekommen noch den Code für das Tor, dürfen reinfahren und uns einen Platz aussuchen.
Heute war mal wieder einer der nicht so spannenden Tage, es ist nicht viel passiert und auch die Strecke hat nicht so viel hergegeben. Aber auch solche Tage gehören zu einer Reise nun Mal dazu.
PS: dieser Bericht enthält ggf. zum Teil Informationen aus Wikipedia (durch * gekennzeichnet)
Reisetag 28 (+ 8 Ruhetage)
Tagesstrecke: 76 km
Tourstrecke 1739 km
Pannen: keine
CP Kosten: 18 €
