Auf Grund der Tatsache, dass wir durch die gestrigen Mehrkilometer heute keine 25 km zu fahren haben, treibt uns heute nur die Tatsache, dass wir vor 12 Uhr in Moissac sein wollen – dann geht die Rezeption dort in die Pause und wir wollen vermeiden, dann ggf. nicht auf den Platz zu können.

Kurz bveor wir den Platz verlassen wollen haben wir dann noch eine Art Déjà-vu: wir werden von einer Platznachbarin gefragt, ob sie für uns noch ein Foto von uns beiden machen soll – genau das wurden wir vor 4 Jahren, hier auf dem Campingplatz in Montech auch bereits gefragt und wir waren in einem ähnlichen Zeitraum hier

Wir sind danach letztlich doch schon um kurz nach 8:30 Uhr vom Platz und kehren an den Kanal zurück. Im Gegensatz zu 2022 fahren wird jetzt nicht das kleine Stück „über Land“ (kürzer), sondern zur „Hauptbrücke“ in den Ort Montech weiter. Hintergrund: wir haben gestern noch gesehen, dass man dann am Wasserkeilhebewerk vorbeikommt. Dem ist dann auch so und damit entstehen doch noch ein paar Bilder davon, die wir zum besseren Verständnis schon in den gestrigen Beitrag eingebunden haben.

Nach ausgiebiger Besichtigung der Anlage „düsen“ wir dann weiter auf dem V80, Castelsarrasin und Moissac entgegen. Wieder trügt mich auch hier mein Gedächtnis in Bezug auf 2022: dieser Streckenteil ist gar nicht so trostlos, wie ich in Erinnerung habe, es ist grüner und es stehen mehr Bäume am Rand als gedacht.

Gegen 10 Uhr erreichen wir Castelsarrasin, gleich am Ortseingang sehen wir einen der hier häufigen Wassertürme, dieser ist aber schöner als die sonst häufige Version

Informationen zu Wassertürmen (von https://www.swr.de/swrkultur/wissen/warum-sieht-man-in-frankreich-viel-mehr-wassertuerme-als-bei-uns-106.html)

Wassertürme sieht man in weiten Teilen von Frankreich noch sehr häufig, es stehen im Land ungefähr 16.000 davon – in Deutschland vielleicht 2.000. Das hat zum Teil historische Gründe. Die meisten Wassertürme sind Bauwerke des 19. Jahrhunderts und sind während der Industrialisierung entstanden, die Städte wachsen es gab einen großen Bedarf an sauberem Trinkwasser.

Die Türme haben geholfen, konstanten Wasserdruck in den Leitungen aufrecht zu erhalten. Das funktioniert nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren: Wenn ich Wasser von einem Punkt aus einer bestimmten Höhe durch eine Leitung herablasse, „will“ das Wasser am anderen Ende der Leitung wieder diese Höhe erreichen. – Die Gebäude, in die die Leitungen münden, liegen niedriger. Deshalb steht das Wasser am Ende der Leitung – also am Wasserhahn – unter einem entsprechend konstanten Druck. Heute wird das mit elektrischen Pumpen einfacher und günstiger bewerkstelligt.

Wassertürme sind aber teuer: Sie müssen instand gehalten werden, man muss sicherstellen, dass sich kein Unbefugter Zutritt verschafft, Sicherheitsvorschriften sind zu beachten. Da sind Erdbehälter mit Pumpen im Verhältnis vier bis fünf Mal günstiger. In gebirgigeren Gegenden tun es auch Wasserbehälter auf einer Anhöhe über der Stadt.

Was den deutschen und den französischen Wassertürmen aber gemeinsam ist: Die allerwenigsten werden noch in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt. Eben weil man heute andere, billigere Techniken hat. Die Wassertürme, die man heute noch sieht, stehen oft unter Denkmalschutz oder dienen einer anderen Verwendung.

Zitat-Ende

In Castelsarrasin wollen wir noch kurz in den Ort um Bargeld zu ziehen und einen Bäcker anzusteuern. Castelsarrasin besteht scheinbar nur aus Einbahnstraßen, jedenfalls macht es den Eindruck. Da sich aber Radfahrer hier kaum an diese runden, roten Schilder mit weißem Balken halten, nehmen wir auch den kürzesten Weg.

Das Finden eines Geldautomaten ist leicht, es gibt mehrere Banken, dieser Teil ist schnell erledigt. Mit dem Bäcker gestaltet es sich dann nicht so einfach. Mehrere haben geschlossen, entweder weil heute Sonntag ist, oder dauerhaft. Der große Internetkartendienst zeigt dann einen, der geöffnet haben soll – was sich dann aber auch als falsch herausstellt. Letztlich wird es dann ein kleiner „Utile“-Markt (die Mini-Version des „Super U“), wo Marion dann ein Baguette und einen (abgepackten) „Nachmittagssnack“ ersteht.

Jetzt zurück an den Kanal und weiter Richtung Moissac. Es dauert nicht lange, dann stehen wir vor der Brücke „Pont Canal du Cacor“ mittels derer der Kanal über den Tarn geführt wird, ein schon beeindruckendes Bauwerk (auch wenn es die Art Brücken noch größer gibt, z.B. in Minden, das Wasserstraßenkreuz.

Die Trogbrück „Pont Canal du Cacor“ ist 1844 entstanden, hat eine Gesamtlänge von 356 Metern und eine Breite von 8,35 Metern. Der Tarn wird durch 14 Brückenbögen überspannt.

Nach ein paar Fotos rollen wir den letzten Kilometer bis zum Campingplatz „Le Moulin de Bidouet“, deren Rezeption sich innerhalb der alten Wassermühle befindet. Es ist jetzt 11:15 Uhr und die Rezeption ist besetzt (die Dame hat uns sogar die Schranke geöffnet), wir können uns anmelden und uns einen Platz im Zelterbereich aussuchen. Und so stehen wir am Rand, fast direkt am „Mühlenarm“ der ehemaligen Mühle.

Auch hier gilt: Camping municipale sind einfach besser! Alles sauber, gute Ausstattung. An der Rezeption kann man sich sogar ein frisches Bier zum günstigen Kurs zapfen…

Abends kommt dann noch ein Foodtruck auf dem Platz, wo wir uns unser Abendessen gönnen. Statt des Biers von der Rezeption gibt es eine Flasche leckeren Roséweins, der dort ebenfalls verkauft wird.

PS: dieser Bericht enthält zum Teil Informationen aus Wikipedia (durch * gekennzeichnet)

Reisetag 23 (+ 8 Ruhetage)
Tagesstrecke: 24 km
Tourstrecke 1423 km
Pannen: keine
CP Kosten: 15 €

Moissac (14.06.2026)

Beitragsnavigation


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert