Heute fahren wir um 8:30 Uhr vom Platz fahren, für eine Strecke von knapp 65 km bis Deyme passt das trotzdem. Endlich geht es an den Kanal du Midi, eine der schönsten Abschnitte dieser (und auch der Reise von 2022), darauf freuen wir uns schon. Auch heute starten wir zunächst wieder mit langen Klamotten, der Morgen ist wieder verhältnismäßig frisch.
Anfangs wollen wir dem Wasserlauf „La Rigole de la Plaine“ folgen. Wir hatten gestern auf dem Weg zum Supermarkt schon ein Teilstück befahren, es ist zwar nicht supergeil und superglatt, aber der wassergebundene Weg ließ sich einigermaßen befahren und hätte den Vorteil, dass es keine (kaum) Anstiege gibt, wie es abwärts laufende Fließgewässer so ansich haben.

Die ersten Kilometer nach der Stelle, wo wir gestern abgezweigt sind, sind auch noch durchaus fahrbar, es gibt keinen Autoverkehr und viel Grün, der Wasserlauf verläuft neben uns, passt schon soweit. In der Nähe eines winzigen Ortes (La Landelle) steht dann (wieder einmal) ein „Route barrée“ Schild vor uns, allerdings sind die Sperren beiseite geräumt und wir machen den Versuch.
Ab hier wird der Untergrund dann, nun, abenteuerlich? Es wechseln sich kurze Abschnitte verhältnismäßig, altem, aber fahrbarem Asphalt mit völlig Aufgebrochenem, immer wieder Wurzeldurchbrüche, grober Schotter usw. ab. Dann kommt uns die „Rettung“ in Form eines anderen Radlers entgegen (hatte uns zuvor überholt) und der gibt uns zu verstehen, dass der Weg wirklich gesperrt ist. Also kehrtmarsch zurück zur Stelle mit dem Schild.
Dort müssen wir zunächst die Lage checken. Die offizielle Umleitung führt an der nächsten Querstraße (die D624, eine etwas Größere, es herrscht etwas mehr Verkehr) gegenüber rein und: wieder auf Schotter. Ich schaue nochmal in die Karte – wenn wir der D624 etwa 500 m folgen kommen wir an die Abzweigung Richtung Soupex/Airoux (die D217), was genau der Richtung entspricht, wo wir hin müssen, in Verlängerung liegt La Bastide d’Anjou, dahinter der Kanal du Midi. Der kurze Hop ist schnell gemacht, wir zweigen auf die D79 ab Richtung Soupex ab.
Der nun folgende Weg enthält zwar einige Anstiege mit anschließender „Rollstrecke“, aber auch einige Aha bzw. Wow-Momente, so kommen wir z.B. noch vor Soupex während eines Anstieg um eine Kurve und haben einen Panoramablick auf die Pyrenäen – wunderschön!

Leider gibt das Bild nicht so richtig das wieder, was wir gesehen haben, es war noch beeindruckender. Hier ist es etwas besser zu sehen

Soupex streifen wir dann nur, es führt quasi eine „Umgehungsstraße“ (mit Gefälle) um den Ort herum, während wir in den Ort noch einen kleinen Anstieg hätten – klare Entscheidung, oder? Hinter dem Ort sehen wir zum ersten Mal ein Hinweisschild auf Castelnaudary. Dort sind wir während der letzten Reise in Richtung La Bastide d’Anjou gestartet und noch ein wenig weiter gefahren. Heute werden damit ein kleines Stück vorher am Kanal sein – ich möchte sehen, in wie weit sich der Radweg dort verbessert hat. 2022 war es noch ein einspuriger „Treidelpfad“, für uns nicht geeignet, aber angeblich soll er erneuert worden sein.
Kurz vor La Bastide und weiter bis La Ségalla treffen wir auch wieder auf den V84, der Radweg, den wir zuvor wegen der Sperre verlassen haben. Er endet offensichtlich am Kanal du Midi, der die Bezeichnung V80 trägt. In La Ségalla überqueren wir den Kanal und fahren rechts ab auf den Kanal Radweg. Leider muss man sagen, dass er zwar neu gemacht wurde, allerdings mit viel grobem Schotter, darüber fahren ist kein Vergnügen. Ich bin froh, dass wir nicht noch weiter Richtung Castelnaudary zurück gefahren sind, so hätte das keinen Spaß gemacht, die knapp 3 km bis zur Schleuse (die wo wir 2022 hier „angelandet“ sind) reichen vollkommen als Beweis.

Eigentlich schade, denn wenn der Seitenweg z.b. von Séte (wo der Canal du Midi beginnt) wie ein kurzes Stück von dieser Position an der Schleuse, nämlich asphaltiert wäre, dann könnte er bestimmt noch viel mehr Reisende anziehen.

An der Schleuse machen wir noch einige Beweisfotos ehe wir weiterziehen und die Bestätigung bekommen, dass es richtig ist, hier erneut zu fahren. Da Bild läßt sich wirklich schwer beschreiben, der Kanal, links und rechts Bäume, inzwischen leider oftmals keine Platanen mehr. Und seitlich davon, manchmal auch zwischen Kanal und Baumreihe der Radweg. Fotos sagen hier wahrscheinlich mehr als Worte…




Unsere Fahrt geht noch bis Montgiscard immer wieder an Schleusen vorbei – an einer wird aktuell gerade ein Schiff geschleust – wir erledigen unseren Einkauf für das Abendessen und fahren die letzten Kilometer bis zum Camping Les Violettes bei Deyme weiter am Kanal entlang. Der Platz hat sich nicht wirklich verändert, er ist zwar mit ca. 25 Euro nicht supergünstig, aber die Infrastruktur entschädigt hier einiges…
PS: dieser Bericht enthält zum Teil Informationen aus Wikipedia (durch * gekennzeichnet)
Reisetag 21 (+ 8 Ruhetage)
Tagesstrecke: 64 km
Tourstrecke 1333 km
Pannen: keine
CP Kosten: 25,40 €
