Heute geht es (endlich) auf die letzte Etappe zu unserem ersten etwas längerem Urlaub in der „Domaine naturiste de la Sablière“, 7 Tage keinen Klamottenzwang…
Weil wir dazu „über den Berg“ in Richtung Barjac fahren müssen, wird auch heute wieder früh gestart und wir sind erneut vor 8 Uhr auf der Bahn. Zunächst müssen wir zurück nach Ruoms, wo wir bei einem Boulanger direkt an der Strecke Brot kaufen bevor wir uns wieder für die letzten Kilometer auf der Bahnstrecke einfinden, der wir noch bis kurz hinter Grospierres folgen und die wie schon gestern weitgehend weiterhin leider recht eintönig ist, blühende Felder Mal ausgenommen

Hier ist sie noch häufiger durch Unterbrechungen durch die D111 gekennzeichnet, weil diese immer Vorrang hat und wichtiger ist und man so als Radfahrer halt mal kreuz und quer, mal drunter durch (in Bachbetten) geführt wird. Manche mögen das als spannend empfinden, schön ist das aber auch irgendwie nicht.
Etwa 3 km hinter dem (ehemaligen) Bahnhof „Grospierres“ (deutsch etwa „Große Steine“) – wo heute offensichtlich ein Flohmarkt stattfindet, links und rechts der Radstrecke ist alles voller kleiner Stände („Tapetentische“) – drehen wir dann nach links ab auf eine kleine Nebenstraße, der wir dann einige Zeit folgen, bis wir auf die D202 treffen, die uns über den Berg nach Barjac führen wird. Ein bißchen „Bammel“ habe ich hier schon, es unser erster längerer Abschnitt mit relativ vielen Höhenmetern am Stück, die wir nun mit Motorunterstützung fahren werden, was den Motoren schon einiges an Leistung abfordert – und wir haben damit noch null Erfahrung.
Doch es geht gut voran, unterwegs machen wir zweimal eine „Trinkpause“, auch um den Motoren eine Verschnaufpause zu gönnen, sie werden gut warm

aber es läuft bis zur Passhöhe „Col de la Serre“ bei 371 m glatt durch. Das waren jetzt also ca. 200 überwundene Höhenmeter.

Und der Abstieg dann, nun, wie soll ich es sagen, rasant, viel bremsend, aber cool, und wir sind sehr schnell in Barjac. Da wir nun unerwartet viel Zeit haben und um nicht „noch vor Mittag“ in der Domaine Sablière zu sein, fahren wir zunächst noch kurz in die Stadt.
Barjac liegt auf einer Kuppe zwischen dem westlich gelegenen Fluss Cèze und der östlich gelegenen Schlucht Gorges de l’Ardèche. Die Gebäude des Ortes entstammen größtenteils der Renaissance. Das Zentrum der Altstadt zeichnet sich durch Häuser, enge Gassen und Plätze dieser Epoche aus.
Die Dolmen des Oeillantes sind eine eng benachbarte Dolmengruppe (Dolmen = aus großen, unbehauenen oder behauenen Steinblöcken (Megalithen) errichtete Grabbauten der Vorgeschichte) bei Largentière, nordöstlich von Barjac. In der Nähe befindet sich auch die Schachthöhle Aven de l’Arquet (*).
Da es inzwischen immer wärmer wird und uns noch ein letzter Anstieg bevorsteht, beschließen wir jetzt die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen. Unterwegs sehen wir die ersten Hinweisschilder auf „Domaine de la Sablière“, die uns bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Um ca. 12 Uhr treffen wir in der Domaine ein, verschnaufen kurz und melden uns dann in der Rezeption an. Da wir bereits reserviert und bezahlt haben, müssen wir nur noch ein paar Formulare (wie bei uns in Deutschland, nix geht ohne Formulare) ausfüllen und dürfen uns dann auf dem Gelände aufhalten. Der Schlüssel für unser Haus ist noch nicht wieder eingetroffen, was bedeutet, dass die Reinigung noch nicht abgeschlossen oder noch nicht abgenommen ist. In etwa einer Stunde können wir uns dann den Schlüssel abholen, der nette Herr an der Rezeption will uns telefonisch informieren.
Als wir wieder bei den Rädern sind, ziehe ich mir traditionell meine Klamotten aus und wir beschließen trotzdem auch ohne Schlüssel schon zum Haus zu fahren, um es uns schon mal anzusehen. Hier geht es ganz schon steil zu, alle Häuser stehen irgendwie am Hang, dazwischen dann die Zufahrts- und Geländestraßen. Unser Haus steht quasi in der obersten Reihe, ganz am Rand, aber wir müssen trotzdem zunächst relativ steil runter um dann wieder rauf zu fahren.
Das Haus sieht von außen schon ganz schön aus, hat, wie auf der Webseite beschrieben, einen Teil überdachte und einen Teil nicht überdachte Terrasse, soweit passt das schon mal. Und die Lage ist für uns perfekt, wir liegen wirklich quasi am Rand und haben durchaus einen „private Space“, nicht jeder Vorbeikommende kann direkt „auf die Terrasse glotzen“, auch die Bewohner der benachbarten Häuser haben keinen direkten Blick.

Und der Ausblick ist schon toll

Als wir so auf unseren Rädern warten kommt ein Mann mit einem Servicefahrzeug und erklärt, dass er die Endabnahme macht und ob wir auf die Abreise wären, wir erklären, dass wir gerade angekommen sind. Er geht ins Haus kontrolliert die Sauberkeit und beim rausgehen erklärt er schelmisch, dass er vergessen wird, die Tür wieder abzuschließen, wir könnten also rein. Es würde nur eine Fernbedienung für den Fernseher fehlen, darum kümmert er sich.
Als wir im Haus sind findet Marion prompt die Fernbedienung in einem Brotkorb im Schrank und, da er noch vor der Tür steht, überbringt sie ihm die Nachricht. Er bedankt sich und bietet noch an, dass er uns jetzt noch den Schlüssel besorgen wird – was für ein Service.
Wir duschen und wollen anschließend noch zu Fuß ins Tal (quasi Höhe Cèze) zum Einkaufen – und bemerken da erst richtig, was es bedeutet hier zu Fuß unterwegs zu sein – das nächste Mal ins Tal müssen dann die Räder und die Motoren herhalten…
Die nächsten 7 Tage werden wir uns nun hier textilfrei Erholen bevor es zum nächsten Abschnitt unserer Reise an den Atlantik ins CHM bei Montavilet geht.
PS: dieser Bericht enthält zum Teil Informationen aus Wikipedia (durch * gekennzeichnet)
Reisetag 15 (+ 6 Ruhetage)
Tagesstrecke: 38 km
Tourstrecke 951 km
Pannen: keine
CP Kosten: 687,10 € (inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung usw.)
