Der Ruhetag ist schon wieder Geschichte, hat aber erneut sehr gut getan und vor allem war sowohl der Tag der Ankunft und gestern noch sehr heiß mit deutlich über 30 Grad. Für heute ist Regen angekündigt und es soll mit maximal ca. 25 Grad deutlich kühler bleiben. Insofern haben wir alles richtig gemacht, sowohl hier herzufahren, weil der Platz wirklich schön ist und trotzdem nur 2 Nächte zu bleiben.
Wir schaffen es noch das Zelt weitestgehend trocken abzubauen, nur beim zusammenklappen tröpfelt es ganz leicht und wir sind um kurz nach 8:30 Uhr abreisebereit inklusive angezogener Regenjacke (die wir nun seit Ende Juni nicht mehr gebraucht haben). Eigentlich wollten wir noch auf den Bäckerwagen warten, aber da wir noch ein paar Stullen haben, beschließen wir gleich loszufahren. Schon ca. 3 km nach Abfahrt ziehen wir die Regenjacken wieder aus, es tröpfelt wieder nur noch leicht und man schwitzt so mehr als man nass werden würden.
Unser Weg führt uns heute über eine Strecke von 46 km nach „Dol-de-Bretagne“, der Campingplatz liegt etwas im Landesinneren und wir hoffen, dass wir dort einen Platz zum Schlafen bekommen. Ich hatte den Platz angeschrieben, habe aber noch keine Antwort bekommen. Wir werden unser Glück trotzdem versuchen.

Der erste Teil der Strecke verläuft weiter auf der D, auf der wir gekommen sind, allerdings quasi in Verlängerung. Wir fahren also nicht zurück, sondern weiter Richtung Norden auf „Plancoët“ zu. Bis dahin haben wir dann auch den ersten Anstieg, wir streifen den Ort östlich, dann wechselt der Track weiter in östliche Richtung auf kleinere Straßen und führt durch die typischen kleinen Dörfer der Bretagne.

Es ist wunderschön hier und trotz der immer wiederkehrenden Steigungen bei weitem nicht so unangenehm wie die Tage zuvor, weil die Hitze fehlt. Es ist mittlerweile trocken und wir radeln langsam auf „Trivagou“ und „Pleslin“ zu. Danach folgt „Plouër-sur-Rance“, bei „Port-Saint-Hubert“ überqueren wir den Fluss „La Rance“, der etwas nördlicher im Atlantik mündet, auf der anderen Seite liegt dann „Port Saint-Jean“.

Es trifft eine Mail des Campingplatzes ein, offensichtlich hat man mich falsch verstanden, weil ich die Anfrage gestern Abend geschrieben und von „morgen auf übermorgen“ geschrieben habe lautet die Antwort: von Montag auf Dienstag ist noch Platz. Also schnell eine Antwort geschrieben (ein Hoch auf das Internet und Mobilfunk), dass wir heute gegen 14 Uhr schon da sein werden, wir also heute auf dem Campingplatz übernachten möchten. Dann radeln wir weiter, erreichen „La-Ville-ès-Neonais“, „Roz-Landrieux“, zwischendurch immer wieder viele, teilweise sehr schön anzusehende Dörfer.
Zwischendurch trifft noch eine Nachricht den Campingplatzes ein, heute ist die Anmeldung nur von 17:00 Uhr – 18:30 Uhr möglich. Wir interpretieren das so, dass noch Platz ist und kommen dann gut gelaunt in „Dol-de-Bretagne“ an und steuern zunächst auf den Campingplatz zu um ihn uns anzusehen. Der Platz ist optisch überhaupt keine Schönheit, viele Mobilheime dicht an dicht, etwas Fläche für Camper und ein angeschlossener Wohnmobilstellplatz, der offensichtlich neu ist. Ist er tatsächlich wie sich später herausstellt, ursprünglich waren es alles „normale“ Stellplätze des Campingplatzes.
Inzwischen fängt es wieder an zu tröpfeln und wir schauen nach einer Unterstellmöglichkeit, aber auch davon ist nichts zu sehen. Da auch wirklich keiner vom Personal zu sehen ist beschließen wir uns die lokalen Supermärkte anzusehen um in Erfahrung zu bringen, ob wir morgen einkaufen können – in Frankreich ist der 15.8. (Maria Himmelfahrt) ein landesweiter Feiertag und vieles ist geschlossen. Aber wir haben Glück, beide Märkte haben morgen Vormittag geöffnet.
Als wir beim 2. Markt, dem „Super U“ ankommen wird aus dem Tröpfeln langsam aber sicher richtiger Regen. Es gibt hier ein großes Dach über einen Teil des Parkplatzes, wo wir gut stehen können und wir beschließen die Zeit bis 17 Uhr hier zu verbringen, allein trocken zu stehen ist schon viel wert.
Um kurz vor 17 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zurück, der Regen ist auch wieder weniger geworden. Wir melden uns an und wir bekommen einen Platz zugewiesen, wobei wir den Eindruck haben, dass der Versuch die Fläche möglichst gut auszunutzen mit im Spiel ist. So gibt es keinerlei Markierungen wo genau ein Stellplatz ist und es wird irgendwo „dazwischen“ zugewiesen.
Aber „unser“ Platz ist einigermaßen gerade, so dass wir damit zufrieden sind. Heute ist auch das erste Mal, dass wir das Zelt im Regen aufbauen, es geht erstaunlich schnell, wenn man will. Und wie sollte es anders sein, das Zelt steht noch nicht allzulange und es hört auf zu regnen, später kommt sogar die Sonne noch wieder durch.
Gegessen haben wir dann „außer Haus“, da wir sowieso nichts einkaufen konnten und irgendwie auch keine Lust auf unsere „Notration“ haben, sind wir in die Stadt gegangen.

Hier ist erstaunlich viel los und das Zentrum ist auch recht hübsch zurechtgemacht im bretonischen Stil. Wir kehren bei „Umut Kebab“ ein, der im Internet recht gute Bewertungen hat.

Wir können die Bewertungen absolut unterstützen, das Essen ist sehr lecker, ziemlich reichlich (was ziemlich selten ist) obendrein auch noch günstig.

Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 53 km
Insgesamt geradelte Reise: 3089 km
Platten: 5
