Was sind schon 7 Tage, so lange sind wir jetzt hier in Sablière. Es war eine schöne Zeit, aber mit den Rädern muss es hier nun auch nicht mehr länger sein. Um 7 Uhr sind wir wach und machen alles abreisefertig, Taschen packen und an die Räder und was sonst noch dazu gehört. Ein letzter Kontrollgang durch das Haus, alles verräumt, nichts vergessen. Um kurz vor halb neun geht es zur Rezeption – die leider erst um 9 Uhr aufmacht. Also gammeln wir jetzt eine halbe Stunde hier rum, um fast Punkt 9 Uhr kommt dann der erste Mitarbeiter und öffnet die Tür. Er nimmt den Schlüssel entgegen und wir können losfahren – das hätte man auch smarter machen können, einen entsprechenden „Rückgabekasten“ und keiner müsste mehr warten.

Sei es drum, auch 9 Uhr ist für uns noch früh genug, unsere Strecke laut Track nicht ganz 70 Kilometer, Ziel: ein kleiner Campingplatz in der Nähe von Liouc bei Quissac. Vorher müssen wir noch in Alès einkaufen, es ist Sonntag, da geht das nur morgens. Aber ~38 km sollten in weniger als 3 Stunden erledigt sein, zumal wir heute bis auf ca. 20 km am Ende fast ausschließlich auf „Ds“ unterwegs sind. Entsprechend werden wir heute „Strom“ geben…

Am Anfang geht es für uns noch recht steil runter, man muss viel wegbremsen – den ersten Teil sind wir vor einer Woche auch so hochgefahren. Erster Stopp soll dann in Saint-Jean-de-Maruéjols-et-Avéjans sein, wir brauchen noch Verpflegung, es soll dort einen Bäcker geben – der aber leider (dauerhaft) geschlossen hat. Ein Blick in die Karte: es gibt einen kleinen Markt (Supernette), meistens gibt es dann dort Brot – und ja, wir haben Beute gemacht.

Die weitere Strecke verläuft weiter auf der D51 bis wir bei einem kleinem Camping links abbiegen müssen. Danach überqueren wir ein letztes Mal die Cèze über eine schmale Brücke ohne Geländer. Da Pausenplätze rar sind, wenn man auf Ds unterwegs ist, bietet sich diese Stelle zumindest für den „Pain auf chocolate-Stopp“ an und die Gelegenheit für Fotos wird genutzt – Motive sind dann oft auch rar.

Wir wechseln auf die D16 und nähern uns Salindres, in diesem Bereich müssen unsere Motoren doch noch Mal etwas mehr arbeiten und es wird langsam „urbaner“, kein Wunder, Alès ist nicht mehr weit. Gegen 11 Uhr (!) sind wir in der Stadt, die wir größtenteils auf dem V70 (nationaler Radweg) durchfahren wollen, doch dazu müssen wir zunächst unseren Track verlassen. Der Weg führt am (kanalisierten) Verlauf des Flusses „Le Gardon de Alès“ entlang, nicht wirklich schön anzusehen, aber für die Stadt wahrscheinlich überlebenswichtig.

Alès ist (jedenfalls das, was wir sehen konnten), nicht so richtig schön. Sie ist mit ca. 46.000 Einwohnern Recht groß und gilt als „Hauptstadt“ der Sevennen und der Ort wurde vermutlich bereits im 5. Jahrtausend v. Ch. erstmals besiedelt. Alès war lange ein regionales Zentrum des Kohlebergbaus, seit 1986 sind alle Minen geschlossen. Außerdem gab es eine beachtliche Eisenproduktion und Seidenverarbeitung. Inzwischen ist Alès ein Forschungszentrum in den Bereichen Mechanik, Biotechnologie und Ökologie.

Das desolate Erscheinungsbild der Stadt geht zurück auf den sozialistischen Bürgermeister Paul Béchard der ab 1960 die komplette mittelalterliche Altstadt, mit Ausnahme der Kirchen, niederreißen und durch Bauten des Sozialen Wohnungsbaus, neu errichten ließ. Sein Nachfolger Roger Roucaute (1965–1985) verfolgte diese städtebauliche Politik dann weiter. Unser Eindruck täuscht also nicht (*).

Wir verlassen die Stadt wieder und kaufen in einem Vorort auf unserem weiteren Weg für unser Abendessen ein. Danach sind es nur noch einige Kilometer bis zur ehemaligen Bahntrasse, die bei Lézan beginnt. Gleich am Anfang der Trasse steht für uns eine Bank zur Verfügung, an der wir dann unser Mittagessen verzehren.

Die Bahntrassen bis Quissac ist mal wieder richtig schön, sauber asphaltiert, so erreichen wir schon nach weniger als einer Stunde den Ort Quissac, den wir zum Erreichen des Campings in Liouc durchqueren müssen, dazu gehört auch das durchfahren der „Quasi-Fußgängerzone“, die recht ansehnlich ist. Quissac ist eine kleine, mittelalterliche Stadt mit ca. 3500 Einwohnern. Im Gegensatz zu Alès stehen hier auch noch ältere Gebäude. Beim Verlassen der Stadt überqueren wir noch den Fluss „Le Virdoule“:

fahren dann noch ca. 2 km Richtung Liouc und müssen zum Schluß noch ein paar Meter hoch kurbeln. Der Platz ist privat durch ein sehr nettes Paar geführt. Wir dürfen uns einen Platz aussuchen, es ist letztlich nichts los, einige Flächen sind sogar für uns Zelter geeignet.

Durch die veränderte Route in Alès sind es heute dann letztlich 73 km geworden, die sich aber gar nicht danach anfühlen.

PS: dieser Bericht enthält zum Teil Informationen aus Wikipedia (durch * gekennzeichnet)

Reisetag 16 (+ 8 Ruhetage)
Tagesstrecke: 73 km
Tourstrecke 1024 km
Pannen: keine
CP Kosten: 20 €

Liouc bei Quissac (07.06.2026)

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