Am Morgen begrüßt uns wieder die Sonne, dabei ist es aber noch ziemlich frisch. Das angekündigte Bäckerauto ist pünktlich mit leckerem, noch leicht warmem Baguette auf dem CP gefahren und ich entdecke, dass der CP einen Aufenthaltsraum hat, der sogar beheizt ist. So brauchen wir das Frühstück nicht in der Kälte des Morgens zu essen. Sehr angenehm!
Leider steht unser Zelt auf dem Platz recht unglücklich unter Bäumen und die Sonne muss noch über den Berg bevor der Campingplatz im Sonnenschein stand. Durch die frische Nacht hat sich viel Tau abgesetzt, es ist noch lange feucht und wir sind erst sehr spät los gekommen, erst um 11:45 Uhr rollten die „Spediteur-Fahrzeuge“ wieder weiter. Da die geplante Etappe bis Besançon aber auch nur 25 km lang sein soll, interessierte es uns nicht sonderlich.


Die Fahrt lief dann aber extrem gut, fast schon rasant – schon nach 90 Minuten Fahrzeit stehen wir kurz vor dem Camping Besançon und wir halten Rat hier oder zum nächsten CP weiterfahren? Beflügelt durch die letzten Kilometer, die wirklich tolle Landschaft, den leicht laufenden Asphalt und unserer guten Stimmung entscheiden wir uns bis zum Campingplatz bei Osselle weiterzufahren, noch etwa 30 km.

Also weiter des Wegs, zunächst geht es jetzt durch Besançon. Wie schon bei den anderen an der Route liegenden kleinen und größeren Orte haben wir auch von Besançon dann wieder nicht viel mitbekommen, obwohl es schon eine größere Stadt ist. Man nähert sich der bekannten Festung, die hoch oben auf einem Berg liegt, umfährt zunächst diesen Berg und unterfährt ihn über eine Strecke von 384m dann in einem Tunnel zusammen mit dem Kanal. Auf der anderen Seite wird der Radweg dann weiter am Kanal geführt und sieht so nur den Randbereich der Stadt.

Die Führung des Rhein-Rhone-Kanal durch einen Tunnel wiederholt sich bei Thoraise noch einmal, dort allerdings ohne den Radweg und nur über eine Strecke von 185m. Als Radfahrer muss man sich dagegen nach Thoraise auf den Berg hochquälen und wird dann an der anderen Seite wieder an den Kanal geführt.
Es läuft die ganze Strecke ordentlich weiter und wir erreichen nach insgesamt ca. 55 km Osselle und müssen leider feststellen, dass der Campingplatz „Les lacs d’Osselle“ offensichtlich aufgegeben wurde, das war so vorher nicht ersichtlich.. Jedenfalls stehen wir vor verschlossenen Toren und es sieht schon ziemlich heruntergekommen aus.

Nun wird es etwas doof, weil der nächste Campingplatz am EV noch etwa 15 km weiter liegt. Die Alternative dazu ist der Campingplatz „Les Promenades“ in Quingey in knapp 9 km Entfernung, was aber die Überquerung eines Höhenzugs mit nahezu 160 Höhenmetern bedeutet.
Da unser weiterer Weg nach Arbois führen soll, entscheiden wir uns für den Kampf über den Berg, der sich letztlich ein Stück weit als Höllenritt erweist: eine Landstraße mit relativ starken Steigungen über ca. 4 km, vielen Kurven und ohne seitlichen Radweg, dazu LKW-Verkehr die dicht an uns vorbei brettern. Da gibt es schon einige Male ein mulmiges Gefühl. Aber wir haben uns tapfer durch unsere ersten echten Höhenmeter gekämpft, rollen auf der anderen Seite mit viel Gebremse ins Tal auf der anderen Seite, durch Quingey zum Campingplatz, direkt an der „Promenade“ des Flusses „La Loue“ mit einigen Stellplätzen quasi direkt am Wasser -daher auch der Name des CP.
Entschädigt werden wir hier durch den freundlichen Empfang und der Tatsache, dass wir heute schon die Höhenmeter hinter uns gebracht haben, die erst für morgen vorgesehen waren.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 66 km
Insgesamt geradelte Reise: 760 km
Platten: 2
