Beim heutigen, morgendlichen Frühstück müssen wir nicht mehr ganz so dick angezogen sein, es ist merklich wärmer außerdem scheint die Sonne zumindest etwas auf das Zelt. Da es hier keinen Brot-Service gibt, mache ich mich auf den relativ kurzen Weg zu einer Boulangerie in Quingey.

Der anschließende Abbau läuft immer routinierter ab, trotzdem dauert es immer noch. Aber wir sind immerhin um 10:45 Uhr vom Platz auf dem Weg nach Arbois, tiefer ins französische Jura. Laut Track knapp über 30 km und auch heute mit Steigungen, aber moderater als gestern und insgesamt etwas weniger Höhenmeter.

Hinter Quingey führte der Weg an einer kleinen Landstraße entlang und wir haben die ersten ca. 40 Höhenmeter bis zum Ort Lombard recht schnell überwunden, obwohl wir die Anstrengung von gestern durchaus merken. Dann führt uns der Brouter auf eine kleinere, verkehrsarmere Nebenstraße, wo wir das erste Drittel schon hinter uns haben und eine kleine Pause am Straßenrand einlegten, als wir zwei Damen bemerkten, die aus der Richtung kamen, in die wir weiter fahren würden – die Eine fuhr uns entgegen, die Andere, etwas weiter zurück, schob ihr Fahrrad.
Als uns die Erste erreicht, erklärte sie uns, dass ihre Freundin ein Problem mit der Kette ihres Rades hätte und fragt, ob wir ihnen helfen könnten. Als die Zweite angekommen ist, sehe ich sofort das Problem: die Kette ist vom Kettenblatt gelaufen und auf die innere Seite des Tretlagers gefallen. Da das Rad eine Kettenschaltung mit Kettenspanner hat, stellt die „Reparatur“ keine große Sache da – schnell ist das Rad wieder einsatzbereit. Wir plauschen noch eine Weile auf Englisch mit den Beiden, erklären woher wir kommen, wohin wir wollen usw. und verabschieden uns dann, nachdem sie sich noch einmal herzlichst bedankt haben und radeln wieder weiter.
Der weitere Track führt uns nun durch ein kleines Dorf namens „Champagne-sur-Loue“ und der Weg führt wieder an einem Fluss lang, wir stellten fest, dass es wieder „La Loue“ war, der Fluss neben dem CP in Quingey. Der Straßenbelag ist hier zwar nicht besonders gut, aber nahezu ohne Autoverkehr. Beim nächsten Ort „Port-Lesney“ verläuft unser weiterer Weg nun wieder weg vom Fluss in Richtung „Mouchard“. Wir fahren an der Landstraße und ein Teilstück an einer Nationalen entlang, was sich aber dank neuem, breiten Radweg gut fahren lässt. Bei Mouchard treffen wir auch auf den zweite Anstieg des Tages, aber kein Vergleich zu gestern.
Bei „Les Arsures“ verlassen wir dann die Nationale wieder und werden durch kleine französische Dörfer geführt, die aber durchaus hübsch anzusehen sind. Gleichzeitig ist hier der Beginn der letzten größeren Höhenmetern des Tracks sind. In „Quartier de l’Église“ liegt heute die „Passhöhe“, wo wir dann etwas länger „verschnaufen“ und wir „tanken“ frisches, kühles Trinkwasser an einer Quelle auf.

Danach sollen fast nur noch negative Höhenmeter kommen. Am Ortausgang machte der Brouter leider einen (der seltenen) Patzer, wir sollen direkt durch einen Weinberg abwärts fahren, ein Schild „Durchfahrt verboten“ hinderte uns aber daran. Also haben wir einen Ersatzweg ermittelt und sind diesen auch gefahren.
Kurz darauf erreichen wir Arbois und werden durch ein Hinweisschild zum Campingplatz „Au cœur des vignes“ in die Irre geführt, wir werden quasi zum Hintereingang geführt und nicht zum Empfang. Vielleicht war es mal möglich hier zum Platz zu kommen, wir stehen aber „vor dem Zaun“ und können nicht rein. Jetzt musste Google noch mal herhalten und uns die letzten Kilometer führen.
Nach wenigen Kilometern erreichen wir dann glücklich unser Ziel und haben heute insgesamt 33 km „auf der Uhr“. Wir haben zuvor schon beschlossen, dass wir auf dem CP ein „Weinfass“ für zwei Tage mieten wollen, was zum Glück auch verfügbar ist. Für Radfahrende gibt es dann sogar das Bettwäschepaket kostenlos dazu. Zwei Tage, weil wir zum einen einen (mehr oder weniger) Ruhetag wollen und am nächsten Tag in Ruhe die Wasserfälle „Cascade du Tufs“ besuchen möchten.

Der Campingplatz ist sehr schön gelegen, direkt an einem Weinberg, alles ist sehr gepflegt und die Dame am Empfang sehr freundlich und hilfsbereit. Einziger Wermutstropfen (Achtung: Klage auf hohem Niveau): der Platz liegt direkt am Schwimmbad der Gemeinde und am Fußballplatz, wo tagsüber viel gebolzt wird. Aber Nachts stellen wir später fest, ist es hier schon ziemlich ruhig und im „Fass“ hört man noch weniger.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 33 km
Insgesamt geradelte Reise: 793 km
Platten: 2
