Da an der Rezeption ein Brotservice angeboten wurde, haben wir gestern dort unser Brot bestellt und werden leider ziemlich enttäuscht. Das „Baguette“ macht den Eindruck, als ob es direkt von Aldi stammt, was nicht einmal ganz unwahrscheinlich ist, denn den gibt es hier in Masssieux. Es hat so gar nichts von einem echten, französischem Baguette.

Da wir heute Lyon durchqueren müssen, ist unser Plan den ersten Campingplatz – Camping des Barolles – hinter Lyon in „Saint-Genis-Laval“ anzufahren, insgesamt nur ca. 37 km. Der nächste Platz wäre dann erst sehr viele Kilometer später gewesen. Da die Strecke nicht so lang ist, haben wir uns heute Morgen auch nicht sonderlich beeilt und sind wieder erst gegen 11 Uhr los.

Auf Grund der Erfahrung des starken Verkehrs gestern auf dem Weg zum Einkaufen, entscheiden wir uns trotz der zu erwartenden schlechten Wegstrecke des V50, diesen für die ersten 3-4 km zu nutzen. Auch wenn wir die Entscheidung bereut haben (teilweise Singletrail, Sand, Schotter), erreichen wir nach einer Weile irgendwie „Neuville-sur-Saône“.

Ab da bessert sich der Weg zusehends, letztlich aber nur der dichteren Bebauung geschuldet. Die Orte auf der Strecke nach Lyon sind alle keine wirklichen Schönheiten, manchmal sind die Uferbereiche ganz nett zurecht gemacht mit einzelnen Sitzgelegenheiten usw. aber ansonsten wirken die Orte irgendwie alle gleich und je näher man Lyon kommt um so dichter wird der Verkehr. Zum Glück wird man als Radfahrer hier auf einem ausgewiesenem, einigermaßen fahrbaren Randstreifen geführt, schön ist trotzdem anders.

Bei „Fontaines-sur-Saône“ wechseln wir wieder einmal die Uferseite und radeln an der Landstraße entlang durch die weiteren Vororte von Lyon, wo man merkt, dass die Gegend langsam offensichtlich besser gestellt ist, bevor es dann im Lyoner Stadtteil „Valmy“ zum Highlight des Tages kommt: der „Tunnel de la croix rousse“, eine dem Rad- und Busverkehr zugeordnete Tunnelröhre. Ursprünglich wurden für zwei Tunnelröhren für den Autoverkehr gebaut, im Rahmen von Radverkehrsförderung muss sich der Autoverkehr jetzt aber auf eine Röhre beschränken muss.

Man fährt 1,7 km auf superglatten Asphalt von einer Bergseite zur anderen, wo wir dann auf den EuroVelo 17 treffen. Wer einmal Lyon mit dem Rad durchfahren will, sollte den Tunnel mit einplanen.

Anschließend führt uns der Weg des EV 17 dann über eine längere Strecke am Ufer der Rhône entlang, zum Teil über die Promenade bis zur Brücke „Pont Raymond Barre“, die nur für den Radverkehr und eine S-Bahn (?) gebaut wurde mit herrlichem Blick auf Lyon und den Fluss, Zeit für eine kurze Pause.

In „Pierre-Benite“ müssen wir uns dann noch etliche Meter (ca. 60 hm) zum Campingplatz hochstemmen, wo wir ohne weitere Vorkommnisse nur etwas außer Puste schon um 15:30 Uhr ankommen. Der Platz liegt quasi mitten in einer Wohnsiedlung von Saint-Genis-Laval, ist gut ausgestattet, sauber und grundsätzlich vom Preis OK.

Nur wenn man Strom nutzen möchte, sollte man sich das gut überlegen: 6 Euro pro Nacht sind schon eine Hausnummer. Wenn man nur Handies, Tablet usw. laden will, dann kommt man mit sehr viel gutem Willen auf 100 Wh, damit kostet einem die Kilowattstunde sage und schreibe 60 Euro! Haushaltsstrom zuhause liegt derzeit vielleicht bei 35-40 Cent…

Also laden dann im Sanitärhaus, das übrigens sauber und recht modern ist.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 37 km

Insgesamt geradelte Reise: 1098 km

Platten: 2

Lyon liegt hinter uns (05.05.2022)

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