Da wir die Nacht durch die Schräglage nicht richtig geschlafen haben, waren wir bereits um 6:20 Uhr wach und sind auch mehr oder weniger gleich aufgestanden, da an Schlaf eh nicht mehr zu denken war. Dadurch sind wir nun mit 8:30 Uhr so früh wie noch nie wieder auf der Bahn. Sogar das Zelt ist zu dem Zeitpunkt schon mehr oder weniger trocken.

Auf dem Plan steht heute der Ritt nach Avignon, mit etwas über 58 km wieder eine nicht ganz so kurze Etappe. Auf Grund des frühen Starts ist es von der Temperatur her noch gut erträglich und der EV17 meint es wieder gut mit uns. Neben dem „Flussabwärtsgefälle“ schiebt der Wind uns zusätzlich von hinten, es geht flott voran.

An der Strecke liegen dieses Mal sehr wenig Orte, relativ zügig erreichen wir „Caderousse“ und kurze Zeit später in relativer Nähe „Châteauneuf-du-Pape“, hier kommt der berühmte Rotwein her. Ein schönes Fotomotiv ist dann der „Tour de l’Hers“.

Interessant auch, dass in dieser Gegend auf dem Damm große Mengen wilder Thymian wächst mit entsprechend intensivem Geruch. Man erlebt die sich verändernde Vegetation wirklich quasi hautnah in Echtzeit, nichts fliegt einfach so an einem vorbei. Zu toppen wäre es wohl nur noch „auf Schusters Rappen“ wandernd…

Auch noch eine Weile danach ist es ganz angenehm zu fahren, weil durch die Abgeschiedenheit Bäume immer wieder für Schatten sorgen.

Das ist dann mit Erreichen von „Sorgues“ vorbei, ab hier wird es immer städtischer, bewohnter, weniger Schatten, mehr Häuser, mehr Hitze, mehr Autos, mehr Lärm. Gut ist, dass der EV17 auch in den ganzen Orten vor Avignon gut ausgeschildert ist, den Track brauchen wir hier tatsächlich eigentlich nicht.

Hinter „Le Pontet“ erreichen wir dann in einem Stadtteil (?) von Avignon den „Parc Chico Mendes“, den wir uns als letzten Ruhepunkt vor der Innenstadt von Avignon ausgesucht hatten. Hier suchen wir uns einen Schattenplatz unter großen Bäumen, von denen es hier im Park seltsamerweise kaum welche gibt. Insgesamt macht der Park einen sehr trockenen Eindruck, mehr große Pflanzen würden dem Gesamteindruck sicher nicht schaden. Aber wir tanken im gefundenen Schatten Kraft für den letzten Abschnitt und können etwas runterkühlen.

Als wir schon eine Weile pausieren, taucht plötzlich ein bekanntes Gesicht einer Frau auf, dass wir aber nicht richtig einordnen können. Erst als auch ihr Mann dazu kommt, fällt es uns wieder ein: es ist das Schweizer Ehepaar, das wir im CP „Bois et Toile“ kennengelernt hatten. Wir quatschen noch eine ganze Weile über Radreisen und vieles andere. Nach einiger Zeit machen wir uns dann auf den Weg der letzten ca. 5 km bis zum „Camping du Pont d’Avignon“, direkt gegenüber der berühmten Brücke von Avignon.

Nach dem Aufbau müssen wir natürlich in die Stadt – einen Touri-Rundgang einlegen. Es gibt praktischerweise ganz in der Nähe des CP einen Shuttleservice per Boot, den wir auch nutzen und so sind wir in wenigen Minuten im Zentrum, wo wir einige Zeit „durch die Gassen irren“. Avignon ist optisch ganz schön restauriert/erhalten und war zeitweilig Sitz des Papstes.

Logischerweise nutzen wir auch die Zeit um „einen Fuß“ auf die Brücke zu setzen,

die natürlich auf dem Rückweg auch noch „Fotomotiv mäßig“ fotografiert wird. Ansonsten herrscht in Avignon der pure Kommerz, hunderte kleine Geschäfte mit „Spezialitäten“, Souvenirs, Andenken und was weiß ich sonst noch. Nette Stadt aber…

Aber trotzdem ist es ein gutes Gefühl den Weg hierher auf eigenen Fahrrädern geschafft zu haben!

Zurück auf dem CP genehmigen wir uns eine Pizza auf dem Platz, die wirklich empfehlenswert ist. Der Platz selbst ist sehr gepflegt mit teilweise altem Baumbestand und sehr ruhig. Hier kann man ohne Weiteres eine Nacht (oder auch mehrere) verbringen.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 58 km

Insgesamt geradelte Reise: 1371 km

Platten: 2

(Sur le pont d’)Avignon (14.05.2022)

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