Weil für heute Nachmittag 30 Grad bei „Sore“ vorhergesagt sind, haben wir gestern beschlossen, dass wir wieder sehr früh starten wollen. Die heutige Strecke durch die „Landes“ nach „Sore“ ist ca. 62 km lang und es sind anfangs auch noch ein paar Anstiege dabei. Wir „frühstücken“ nur das Pain au chocolat, was gestern übrig geblieben ist und holen aus „Casteljaloux“ noch unterschiedlichen Nachschub aus einer örtlichen Boulangerie.
Beide haben wir heute wieder mal etwas „Grummeln im Bauch“ in Anbetracht der vor uns liegenden Strecke und der angekündigten Temperaturen. Da unterwegs die Orte nur sehr spärlich gesät sind und es fraglich ist, ob man Wassernachschub bekommt, sind wir gestern noch beim „E.Leclerc“ gewesen und haben zwei zusätzliche 1,5 l Wasserflaschen besorgt, so dass wir jeder mit 3 l Wasser starten.
Wir fahren aus „Casteljaloux“ heraus, der Weg führt über eine kleine „C“-Straße (entspricht bei uns etwa eine Kreisstraße) in Richtung Süden, nach wenigen Kilometern geht es über eine „D“ weiter nach „Pindères“. Bis hierhin geht es langsam, aber kaum merklich bergauf. Hinter dem Ort kommen wir dann an den ersten spürbaren Anstieg, es ist nichts Dramatisches, aber bei höheren Temperaturen als jetzt wäre es schon etwas unangenehmer. Noch vor „Lartigue“ geht es in einer rasanten Abfahrt wieder runter um dann bis zum Ort wieder anzusteigen. Irgendwie macht es so fast schon Spaß…

Landschaftlich ist es hier allerdings ziemlich laaaangundweilig, eintönig, weil links und rechts fast durchgehend nur Kiefernwald zu sehen ist, ab und an sieht man einzelne, zum Teil auch mehrere Briefkästen an der Straße und die Zufahrten zu dem oder den Häusern, die Zahl der hier lebenden Menschen dürfte aber insgesamt ziemlich gering sein, sehr dünn besiedelt. Aber für den „Ritt“ an den Atlantik durchaus in Ordnung, weil hier eben auch wenig los ist.
Zitat Wikipedia
Die Landes de Gascogne („Heidelandschaft der Gascogne“), auch Forêt des Landes („Heidewald“) oder einfach les Landes (die „Heidegebiete“; das zugrundeliegende Wort lande ist vielleicht verwandt mit keltisch landa: unbebautes Land, Feld) im Südwesten Frankreichs sind das größte zusammenhängende Waldstück Westeuropas. Das heutige Waldgebiet ist ein prägender Bestandteil der Region „Nouvelle-Aquitaine“ und gab dem Département „Landes“ den Namen. Der Wald besteht vor allem aus Seekiefern.
Hinter „Lartigue“ geht es dann „Captieux“ langsam immer weiter abwärts, unterbrochen von kurzen „Buckeln“ dazwischen. Alles in Allem sind wir schon recht zügig unterwegs, es läuft insgesamt besser als erwartet.
Dazwischen liegt noch „Giscos“, mal etwas Abwechslung: ein hübscher kleiner Ort mit einer Art kleinem „Freilichtmuseum“, wo eine alte „Backstube“, ein Brunnen uud eine Schmiede (?) restauriert zu sehen sind.

Das bekommen wir nur zu sehen, weil wir den Brouter immer anweisen möglichst kleine Straßen zu nutzen.
Hinter „Catieux“ geht es dann noch einmal merkbar leicht bergauf, doch danach läuft es „wie geschmiert“ bis „Sore“ immer nur leicht bergab. Mit einem Tempo von oftmals über 20 kmh – was für unsere Verhältnisse schnell ist – düsen wir durch „Les Landes“
„Sore“ erreichen wir um 14 Uhr, der Ort ist nicht ganz so winzig wie einige der „Orte“ unterwegs. Es gibt zumindest etwas Infrastruktur wie einen Bäcker, ein Restaurant und eben den kleinen Camping municipal („Aire naturelle de camping Sore“) mit insgesamt 16 Plätzen. Wir sind schon echt gespannt, ob wir einen Platz bekommen. Als wir auf den Platz einrollen merken wir: es steht keiner – KEINER – auf dem mehr oder weniger kreisrunden Platz. Nicht schön für die Gemeinde, aber letztlich ist es für uns ganz schön, den ganzen Campingplatz für uns alleine zu haben.

In der Mitte befindet sich ein kleines Sanitärgebäude mit Dusche, WCs, Waschbecken usw.. Es ist alles sauber, nur die Stellplätze sind nicht gemäht und ziemlich ungerade, teilweise von Maulwurfshaufen durchsetzt. Eigentlich schade, denn an sich ist der Platz schon hübsch, man könnte daraus richtig was machen zumal direkt gegenüber das örtliche Schwimmbad liegt, wo man sich auch für den Campingplatz anmelden muss.
Wir suchen uns wieder einen schattigen, einigermaßen ebenen Platz, bauen auf und machen uns an einer in der Nähe stehenden Holzbankgarnitur breit.

Es wird heute Nacht sicherlich sehr ruhig hier sein, die nächste Autobahn ist viele Kilometer weit weg.. Morgen geht es dann nach „Mimizan“, was quasi schon am Atlantik liegt (3 km entfernt).
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 65 km
Insgesamt geradelte Reise: 2089 km
Platten: 2
