Wir haben gut hier in „Sore“ geschlafen, es war absolut ruhig, aber natürlich haben auch die vergangenen, anstrengenden Tage dazu beigetragen. Unser Wecker klingelt wieder um 6:30 Uhr, aber so richtig Lust hat keiner von uns aufzustehen. Etwa 15 Minuten später haben wir uns dann aber doch aus den Schlafsäcken geschält. Es ist bewölkt und unglaublich feucht, alles fühlt sich schon nach kurzer Zeit klamm an.
Es wird zusammengeräumt und wir machen uns um kurz nach 8 Uhr auf den Weg. Zunächst in den Ort um beim Bäcker Verpflegung zu holen. Leider stehen wir beim „Boulanger“ vor verschlossenen Türen: Urlaub! Jetzt ist guter Rat teuer, weil wir natürlich kein Brot oder ähnliches mehr dabei haben. Das könnte ein harter Tag werden, denn einen Bäcker kennt Google erst in ca. 30 km Entfernung.

Zunächst fahren wir ein Stück zurück zum Track als uns einfällt noch nach einem Supermarkt zu schauen. Und siehe da: ein kleiner „Coccinnelle“-Supermarkt am anderen Ende des Ortes. Also noch einmal zurück in den Ort bzw. durch den Ort hindurch. Der Markt hat geöffnet und im Laden finden wir auch eine gute Auswahl an Croissants, Brot usw.. Jetzt kann die Fahrt beginnen. Wie erwähnt geht es heute nach „Mimizan“, lt. Track 62 km und fast am Atlantik (7 km) – unser zweites großes Traumziel auf unserem Abenteuer. Also lass‘ die Reise beginnen.

Wir lassen „Sore“ hinter uns, bis nach „Trensacq“ geht es auf der kleinen D unglaublich viel geradeaus, unglaublich viele Kiefern, unglaublich eintönig. Wie sagte Otto Walkes mal? Wie Norwegen – lang und weilig. Und dann fährt es sich auch noch gefühlt zäh durch den leichten Gegenwind und der Tatsache, dass es anfangs tendenziell minimal aufwärts geht. Nach „Trensacq“ kommt „Commensacq“, dann „Labouheyre“, letzterer ist schon etwas größer, offensichtlich mit einer umfangreichen Auswahl an Geschäften, hier haben wir auch schon etwas mehr als die Hälfte der Strecke hinter uns.
Es ist die ganze Zeit mehr oder weniger bewölkt, nur selten lugt die Sonne durch (worüber wir heute mal nicht böse sind) und es tröpfelt ab und an auch mal leicht. Dem Regenradar nach sollen wir aber mit etwas Glück zwischen den Regenwolken durchfahren. Da wir in „Labouheyre“ keinen geeigneten, „schicken“ Platz für eine Pause finden, durchfahren wir den Ort und drehen anschließend in einen kleinen Waldweg ein – es sind überall Feuerwehrzufahrten in den Wald – wenn es hier mal brennt, dann ist das nicht ohne…

Gestärkt starten wir wieder und freuen dann uns, dass es ab jetzt wieder nur noch bergab geht, mit dem Tempo wären wir in weniger als 1,5 Stunden am Campingplatz. Wir rauschen durch „Lüe“ auf „Pontex-les-Forges“ zu. Kurz vor dem Ort leitet uns der Track auf einen Bahnradweg, wo wir zunächst etwas ratlos vor der eigentlichen Zufahrt stehen: darauf liegen nämlich mehrere Baggerschaufeln voll schwarzem Sand. Offensichtlich will man die Zufahrt umlegen, die aktuell in einer Kurve liegt (bzw. lag). Nach einem kurzen Umblicken finden wir die noch nicht ganz fertige, neue noch gesperrte Zufahrt, fahren seitlich daran vorbei auf den Weg und nehmen wieder Fahrt auf.

Bei „Saint-Paul-en-Born“ will uns der Brouter wieder auf die Straße leiten, obwohl der Bahnradweg weitergeht. Also nutzen wir diesen auch weiter, so lange es sinnvoll ist. Dabei sehe ich, dass es in „Aureilhan“ einen anderen Campingplatz gibt, der noch vor Mimizan liegt. Diesen wollen wir vorher mal anfahren, da er für morgen günstiger liegen würde, um noch einige Einkäufe für Arna aufzunehmen. Leider teilt man uns am Platz mit, dass man für Zelte (noch?) nicht geöffnet ist. Wahrscheinlich will man uns auch nicht, weil es sich um einen 4-Sterne-Platz handelt. Also wieder zurück zur Trasse und weiter zum ursprünglich geplanten Campingplatz „Camping du Lac“.
Um kurz vor zwei sind erreichen wir ihn und müssen noch bis 14 Uhr warten, erst dann öffnet der Empfang, hier kommt man auch nicht vorher auf den Platz. Wir melden uns an und können uns in einem Bereich einen Platz aussuchen – wie üblich gar nicht so einfach einen soweit ebenen Platz zu finden, damit zumindest der Schlafbereich des Zeltes gerade ist. Ansonsten ist der Platz günstig, der Sanitärblock sauber, passt alles soweit. Der Platz liegt, wie schon geschrieben, noch einige Kilometer vom Meer entfernt, dafür aber an einem Binnensee (= Lac), wer möchte, kann hier also auch Baden.
Letztlich waren es dann heute 68 km durch das „Rumgegurke“ in „Sore“ und die Anfrage beim „Ersatzcamping“ der uns nicht wollte. Morgen geht es dann ca. 45 km nach Arna (bzw. „Arnaoutchout“), wo wir uns dann wieder 10 Tage Ruhe in einer kleinen Hütte, Mobilheim oder dergleichen gönnen wollen. Und erst dann werden wir auch den Atlantik sehen…
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 68 km
Insgesamt geradelte Reise: 2157 km
Platten: 2
