Die Nacht in Mimizan war, bis auf ein heftiges Gewitter mit recht starkem Regen, sehr ruhig. Wir haben beide gut geschlafen und sind schon recht früh wach, auch wenn wir nicht sofort aufstehen.
Da heute die letzte Etappe nach Arnaoutchot, kurz „Arna“ bevorsteht, wo wir 10 Tage bleiben wollen, muss das Zelt heute einigermaßen trocken eingepackt werden. Aktuell ist sowohl von außen durch den Regen und von innen durch Kondensation nass. Also mache ich die gleiche Prozedur wie in „Montech“: rundum außen und innen auswischen. Das dauert nicht ewig, aber es dauert und so kommen wir erst um kurz vor 10 Uhr los.
Als erstes fahren wir noch beim „Aldi“ in „Mimizan“ vorbei, um Frühstück bzw. Marschverpflegung und ein paar Dinge für die erste Zeit im „Arna“ einzukaufen, um 10:30 Uhr sind wir endlich auf unserem Weg. Da es aber insgesamt auch nur 45 km sind, ist diese Zeit völlig in Ordnung.
Der größte Teil der Strecke verläuft jetzt über den „EuroVelo 1“ (auch „La Vélodyssée“ genannt) in diesem Bereich fast vollständig in den küstennahen Kiefernwäldern nahe der Dünen und dem Meer.

Man hört fast immer den Atlantik rauschen und es geht oft wie in einer Berg- und Talbahn auf und ab. Wir fahren fast genauso viele Höhenmeter wie in den vergangenen Tagen was Marions Knie besonders auf den letzten Kilometern überhaupt nicht witzig findet.
Um kurz nach 14 Uhr rollen wir auf das Gelände von „Arna“, einem der großen Naturistengeländen hier an der „Coté d’Argent“, der „Silberküste“
Zitat Wikipedia
… Côte d’Argent …
… bedeutet „Silberküste“. Die Bezeichnung stammt von der besonderen Qualität des dort vorkommenden Sandes. Die Atlantikküste ist an dieser Stelle sehr reich an Muscheln und Austern. Der Abrieb und Reste der Schalen dieser Schalentiere vermengten sich im Laufe der Jahrtausende mit dem Sand. Infolgedessen glitzert bei einem bestimmten Lichteinfall in den Abendstunden der Sand in der Brandung wie Silberstaub.

Die Rezeption liegt etwas von der Einfahrt entfernt, wir müssen noch etwas aufwärts fahren. Dort tragen wir unseren Wunsch des Mobilheims vor und müssen dann einen kleinen Schrecken verarbeiten: die Dame der Rezeption sagt zu uns, dass sie zunächst schauen muss, ob überhaupt noch etwas frei ist, sie seien nahezu ausgebucht, freie Stellplätze gäbe es schon nicht mehr. Hammer, es ist noch Vorsaison!
Dann das Aufatmen, es geht für uns gut aus: sie kann uns ein etwas größeres Mobilheim anbieten. Wir bekommen demnach das (offensichtlich) letzte freie Mobilheim für den Zeitraum, den wir bleiben wollen – puh nochmal Glück gehabt.
Natürlich sagen wir dann auch sofort zu, egal was es letztlich kostet, wir rechnen insgeheim schon mit 1500 + X. Und jetzt die positive Überraschung, der „Spaß“ kostet für die 10 Tage aber doch „nur“ etwas über 1100 €, womit wir sowieso schon vorher geplant hatten.
Das war schon eine brenzlige Situation und nur, weil bei unserem Versuch vorher zu buchen die Webseite irgendwie unglücklich aufgebaut war. Man konnte nicht so richtig erkennen, wie man die Zusatzoptionen wie Bettwäsche, Handtücher usw. buchen sollte. Da zu dem Zeitpunkt der Webseite nach noch ausreichend Optionen verfügbar waren, haben wir uns auf unser Glück verlassen – was auch hätte gründlich schiefgehen können.
Das Haus wird gerade noch gereinigt, die Dame sagt den Reinigungskräften noch, dass wir Bettwäsche und Handtücher bestellt haben, so dass diese gleich im Haus sind. Wir bezahlen und dann dürfen wir auch schon hinfahren.

Am Haus gibt es noch eine kurze Einweisung, anschließend sind wir allein. Als erstes erst endlich wieder die Klamotten aus und dann inspizieren wir das Mobilheim. Wir sind total zufrieden, haben ein großes Bett, eine überdachte Terrasse, eine ausgestattete Küche und alles, was wir so für den „Urlaub“ benötigen. Nochmal Schwein gehabt…
Nun räumen wir unsere Taschen ins Haus, duschen und es gibt einen Tee auf der Terrasse. Anschließend kaufen wir noch im lokalen Supermarkt für unser Abendessen usw. ein.
Da wir jetzt 10 Tage hier sind, wir es keine Reiseberichte geben. Aber die kommenden Tage werde ich vielleicht ein paar Berichte zum Thema Ausrüstung verfassen über Dinge, die sich bewährt bzw. unverzichtbar sind und was wir inzwischen wieder zurückgeschickt haben.
Aber wir sind schon ein wenig stolz auf uns, dass wir es in 10 Tagen geschafft haben vom Mittelmeer an den Atlantik zu kommen – insgesamt mehr als 600 km.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 46 km
Insgesamt geradelte Reise: 2203 km
Platten: 2
