Die „Überfahrt“ vom CHM zum Euronat nicht sonderlich spannend ist und die Etappe mit weniger als 10 km auch ziemlich kurz war, kommt dieser Bericht mit etwas Verspätung und einigen zusätzlichen Vorkommnissen.

Zunächst führt uns der Weg nach „Montavilet-les-Bains“ und eigentlich, wenn man dem EV1 weiter folgt, ziemlich verschlungen dann zum Meer und auf der anderen Seite von „Montavilet“ dann wieder weiter landeinwärts. Hintergrund ist eine relativ vielbefahrene „D“, die von Euronat kommend hier am Meer, direkt hinter den Dünen geführt wird. Da muss man als Radfahrer dann auch nicht unbedingt fahren.

Stattdessen führt der Radweg über einen guten Teil abseits des Autoverkehrs in einer Brandschneise durch den Kiefernwald schnurstracks geradeaus und wird dann direkt beim Euronat wieder an die beschriebene „D“ geführt, in diesem Bereich allerdings mit straßenbegleitendem Radweg. Hat man diesen Punkt erreicht, ist es bis zur Einfahrt bzw. zur Rezeption nur noch etwa 1 km.

Der heutige Tag ist sehr warm und wir sind beide froh darüber, dass wir nicht 50 oder mehr Kilometer vor uns haben, sondern die Klamotten bald wieder ausziehen dürfen. Wir sind schon um kurz nach 14 Uhr dort, leider hat die Anmeldung auf Grund etwas höherem Andrangs etwas gedauert. Anschließend können wir dafür dann direkt zu unserem gemieteten Haus und es beziehen. Die kommenden 3 Wochen soll es unser Zuhause sein.

—Schnitt—

Seitdem ist über eine Woche vergangen und wir erleben gerade eine Hitzewelle, wie wir sie hier noch nicht erlebt haben. Seit 2009 waren wir mit der Familie 5 Mal für 3 Wochen hier im „Euronat“, aber es hat immer mal ein, zwei, drei bewölkte Tage und ab und an auch mal etwas Regen gegeben. Jetzt ist es im Grunde hier in der Gegend schon seit der Ankunft im CHM warm bis heiß, heute haben wir etwa 40 Grad, die letzten Tage waren es meistens über 35 Grad. Und es soll die kommenden 2 Wochen weiterhin keine („echte“) Wolke den Himmel trüben, geschweige denn Regen geben.

Das macht sich natürlich auch an der Vegetation bemerkbar, die Mimosensträucher werden „durchsichtiger“, weil die Blätter im Wassersparmodus sind und selbst die Kiefern ziehen ihre Nadelbüsche zusammen und stellen sie so in die Sonne, dass die sie sich zumindest teilweise selbst beschatten.

Und das Schlimmste ist, dass nicht weit von uns entfernt brennt: südlich von „Bordeaux“ brennen große Waldgebiete und in der Nähe von La-Teste-du-Buch bei der Düne von Pyla. Nicht weit davon sind wir vor kurzem noch mit dem Rad gefahren. Inzwischen gilt hier die höchste Warnstufe, das Befahren der Waldradwege ist untersagt, Kfz dürfen nicht mehr in Waldzufahrten parken, es wird überall Rauchverbot ausgesprochen. Zum Glück soll es jetzt ab morgen zumindest von den Temperaturen etwas runtergehen, wobei 26 Grad immer noch warm ist.

Auch wenn wir uns über drei Wochen Urlaub in Sonnenschein freuen, ist das Ganze trotzdem etwas gruselig!

Nun sind wir also endgültig im letzten großen Aufenthalt angekommen und wir können sagen: das „Euronat“ gehört weiterhin zu unseren Favoriten was naturistischen Urlaub betrifft. Aber auch das „CHM“ hat uns sehr zugesagt, es hat seinen ganz eigenen Charme. Man sollte beide mal besucht haben, beide eignen sich auch hervorragend für alle, die noch nie einen nackten Urlaub erlebt haben.

Etwas Statistik

Zurückgelegte Tagesetappe: 10 km

Insgesamt geradelte Reise: 2458 km

Platten: 5

Euronat (09.07.2022)

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