Da wir gestern Abend schon Tisch, Stühle usw. verstaut hatten und wieder recht früh hoch sind, schaffen wir es heute bereits um 8:30 Uhr unterwegs zu sein. Die Tagesetappe soll uns heute nach „Saint Urbain“ zum Camping municipale „Les Rouches“ führen. Es ist auch heute Morgen nicht ganz so warm wie die letzten Tage, heute Nacht hat es sogar zwischendurch mal leicht getröpfelt, aber davon ist nichts mehr zu sehen. Am Himmel ziehen Wolken durch, aber Regen ist nicht zu erwarten – auch wenn die Natur hier wirklich nach Wasser durstet, nachts kann es regnen, tagsüber können wir das nicht gebrauchen.
Zunächst brauchen wir noch Proviant, daher geht es wieder nach „Brem-sur-mer“ um dem dortigen Bäcker etwas Umsatz zu bescheren. Anschließend noch etwas weiter durch den Ort um zur Route des EV1 zu gelangen. Dieser wird, soweit der Belag nicht allzu schlimm ist, für etwa 17 km bis nach „St.-Gilles-Croix-de-Vie“ unser Begleiter sein. Er führt hier in weiten Teilen nah am Meer entlang durch Orte wie „Les Dunes“, „Bretignolle-sur-mer“, „Les Fermes Marines“. Es ist durch das ständige Auf und Ab zwar anstrengend, inzwischen hat sich der Körper aber wieder etwas daran gewohnt und so haben wir beschlossen den optisch schöneren Weg zu nehmen und hier lohnt es sich auch wieder.

Zwischendrin machen wir dann „Frühstück mit Meerblick“,

das ist der „Grund 428“, warum wir Trike fahren.

Bei „Saint-Gilles“ fahren wir dann aber von der Route ab und ziehen durch den Ort und die Nachbar-Stadt „Saint-Hilaire-de-Riez“ wieder ins Landesinnere auf direkterem Weg zu unserem Ziel. Der EV1 führt zwar letztlich auch an „Saint-Urbain“ vorbeizu, führt aber hier zunächst weiter an der Küste entlang und macht dann weitere Schnörkel und damit weitere Kilometer – das kürzen wir ab.
Es geht wieder durch kleine Dörfer, anfangs ist noch recht viel Autoverkehr (bedingt durch die Touristen), dieser wird aber mit jedem Kilometer den wir ins Landesinnere fahren weniger. In „Le Perrier“ kaufen wir noch ein paar Sachen für unser Abendessen ein. Es ist heute nicht ganz so warm, so dass auch die Lust selbst zu kochen wieder da ist. Hinter „Le Perrier“ sind es noch knapp 7 Kilometer bis „Saint Urbain“, schnurstracksgeradeaus, wir kommen uns fast vor wie in den Landes. Nur die Pinien fehlen hier, stattdessen viele Weiden, Laubbäume und alles recht dünn besiedelt.
Um etwa 13:30 Uhr erreichen wir den kleinen Campingplatz „Les Rouches“ und müssen feststellen, dass es hier im Grunde keine Anmeldung gibt. Laut Aushang müsste man dazu in den Nachbarort, wozu wir aber eigentlich keine Motivation haben. Man könnte sich natürlich einfach frech auf einen freien Platz stellen, aber wir beschließen die ca. 5 km bis „Saint-Gervais“ weiterzufahren, wo es ebenfalls einen Camping municipal gibt.
In „Saint-Gervais“ ist es etwas verwirrend, denn im Bereich einer Schule stehen mehrere Wohnwagen, -mobile und Zelte auf dem Vorplatz herum. Das kann doch nicht der Campingplatz sein. Ich hatte mich vorher schon über den CP hier informiert und eigentlich sollte es einen „richtigen“ Platz dafür geben. Wir fahren der Karte nach weiter zur „eigentlichen Position“ – und siehe da: genau an dem Platz, wo ich ihn verortet hatte, befindet sich auch der „richtige“ Campingplatz. Es stehen vereinzelt Wohnwagen und Zelte darauf, die Schranke ist offen und ein Aushang besagt: falls nicht besetzt, sucht euch einen nicht reservierten Platz aus.
Welche Plätze sind denn reserviert? fragen wir uns – die Platzrunde gibt Auskunft: an einzelnen Stellplätzen hängt ein entsprechendes Schild. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und machen wieder Pause mit Tee und Baguette. Um 17 Uhr kommt dann eine Dame, die die Anmeldung vornimmt, alles ist in Ordnung, wir sind wiedereinmal sehr zufrieden. Günstiger Preis, saubere Sanitäranlagen, einigermaßen gerade Plätze – was will man mehr. Und wieder zeigt sich ein „municipal CP“ ist oftmals die richtige Wahl.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 47 km
Insgesamt geradelte Reise: 2754 km
Platten: 5
