Wie auch die letzten Tage, starten wir wieder früh in den Tag, 7 Uhr aufstehen um 8 Uhr fahren wir vom Campingplatz ab, wieder ohne Frühstück, das mittägliche Picknick hat uns in letzter Zeit gut gefallen, weil man so irgendwo kurz (oder länger) hinter der Halbzeit sowieso eine längere Pause macht. Da kann man das gleich mit dem Mittagessen verbinden.
Heute soll es nach „Ploërmel“ zum Campingplatz „Lac du Duc“ gehen, etwas weniger als 50 km. Ein Vorteil heute: kurz hinter „Questembert“ beginnt wieder ein der Beschreibung nach sehr gut ausgebauter Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse. Dies hat den Vorteil, dass man weniger kurze steile Rampen rauf und runter hat, alles läuft etwas gemäßigter ab und man ist abseits des Autoverkehrs. Außerdem fährt man dort oftmals auch im Schatten von Bäumen.

Doch davor hat irgendjemand noch irgendwelche Hügel in den Weg gestellt. Wir müssen uns bis „Questembert“ durch kleine und kleinste Dörfer (z.B. „Kerdel“, „Kirbisien“, „Bréhardec“) rauf und runter kämpfen (OK runter eher rollen), es wir schon jetzt langsam unangenehm in der Sonne. Vor allem die Steigung rauf nach „Questembert“ kostet Körner, dahinter müssen wir dann noch bis „Bel Air“ weiter, wo wir uns wieder einmal über die französische Radverkehrsführung „amüsieren“ dürfen um dann das letzte Stück bis zur Bahntrasse doch auf die Fahrbahn auszuweichen.
Dort erwartet uns dann eine wirklich positive Überraschung: die Stecke ist richtig toll ausgebaut und links und rechts wieder schön grün. Man fährt (wie erwartet) den größten Teil der Zeit im Schatten und bekommt weder von Autos noch von anderen „Lästlingen“ (die so gerne den Motor aufheulen lassen) etwas mit.

Klar, die üblichen Umlaufsperren bei jeder Straßenkreuzung dürfen natürlich nicht fehlen. Aber hier ist die Durchfahrt recht großzügig, so dass wir mal nicht herumzirkeln müssen. Aber ansonsten können wir uns nicht beklagen, so schön wie es hier ist, haben wir noch keine Bahnstrecke erlebt.

Bei „La Bagotaie“ treffen wir dann (ein letztes Mal) auf unseren früheren Begleiter, den EuroVelo 1, der hier Richtung Brest weiterführt. Wir bleiben aber auf der Bahnradweg, der sich bisher exzellent fahren lässt.


Und es bleibt so traumhaft schön, wie es angefangen hat, eine echte Genießerstrecke. Gegen 14 Uhr erreichen wir dann „Ploërmel“, wo wir zunächst zum Supermarkt fahren um einzukaufen. Dann geht es noch etwa 2 km raus zum Campingplatz.
Dort angekommen erleben wir zum ersten Mal einen vollständig ausgebuchten Campingplatz – die nächsten 2 Tage ist hier nichts zu wollen, so die Rezeption. Eine weitere Gruppe steht schon vor uns und beratschlagt offensichtlich, wie es weitergeht. Wir tanken noch Wasser auf (nach 50 km ist unser Vorrat mehr oder weniger leer) und machen uns auf den Weg zurück zum Bahnradweg nach Ploërmel. Ich hatte bereits rausgesucht, dass der nächste Campingplatz „Merlin l’Enchanteur“ etwa 6,5 km weiter in „Loyat“ zu finden ist.
Auf dem Radweg angekommen ruft Marion zunächst noch an um sicherzustellen, dass dort wenigstens noch Platz ist. Nach der positiven Rückmeldung „düsen“ wir dann weiter, dass es größtenteils leicht abwärts geht, hilft uns natürlich. Als wir in „Loyat“ ankommen ist es schon 16:30 Uhr, eigentlich wollten wir schon beim Tee im Schatten sitzen. Aber manchmal kommt es erstens anders und zweitens als man denkt – oder so ähnlich. Und so sind dann aus den geplanten knapp 50 Kilometern mehr als 60 geworden, zum Glück liegt der Platz direkt an der Radroute.
Wir melden uns an und machen dürfen uns einen Platz auf dem Gelände aussuchen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht bis zu ihrem Untergang in der Sonne sitzen möchte. Letztlich finden wir einen Platz, auf dem zumindest am Rand bereits etwas Schatten ist und verziehen uns ersteinmal dorthin.
Es dauert noch eine ganze Weile, bis der Platz dann soweit im Schatten liegt, dass ich das Zelt aufbauen kann während Marion schon mal duschen geht. Man fühlt sich einfach unwohl in seiner Haut bei dieser Hitze unterstützt durch Schweiß und Sonencreme. Selbst zu Beginn der Nacht sind es heute immer noch fast 30 Grad.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 61 km
Insgesamt geradelte Reise: 2962 km
Platten: 5
