Gestern Abend haben wir uns noch beratschlagt, was unsere nächste Station werden soll, entweder „Saint-Meen-le-Grand“ oder „Broons“. Beides Camping municipal, letzterer mit knapp 46 km etwas weiter entfernt, dafür hat aber der nächste Tag nach „Pallieter“ nur noch 26 km, während es von „Saint-Meen“ morgen dann 45 km sind. Nachteil von „Broons“: der Platz wurde erst kürzlich völlig überarbeitet und bietet nahezu Null Schatten.
Auf Grund der deutlich kürzeren Entfernung für morgen hat dann „Broons“ gewonnen und ist damit unser heutiges Ziel.
Wir starten um kurz nach 8 Uhr vom Campingplatz in „Loyat“, zunächst wollen wir vom Bäcker noch unseren Reiseproviant holen. Da es zum Dorf sehr stark rauf geht, parken wir unten am Straßenrand und ich mache mich zu Fuß auf den Berg zum Bäcker rauf. Aber wie heißt es so schön: der Weg war umsonst. Der Bäcker hat geschlossen, oder existiert schlichtweg nicht mehr. Also unverrichteter Dinge wieder runter. Derweil hat Marion einen Mann mit Brot aus der zweiten Straße herauskommen sehen mit Brot in der Hand und hat schnell herausgefunden, an der jener Straße ein kleiner Laden existiert. Vermutlich verkauft der das Brot.
Also den zweiten Fußmarsch ebenfalls wieder rauf und beim Laden bin ich dann fündig geworden in Form eines kleinen „Depot du pain“. Unsere Tagesration ist gerettet. Dann machen wir uns wieder auf den Weg zum Radweg. Der schöne Bahnradweg bringt uns jetzt noch bis „Mauron“, dann müssen wir uns wieder über die Hügel quälen.

Aber wenigstens ist das ca. 1/3 der Gesamtstrecke, die jetzt noch bequem vor uns liegt.
Hinter „Mauron“ geht es dann über kleine „D’s“ weiter Richtung „Trémorel“, „Plumaugat“ und vielen kleinen und winzigen Orten. Allerdings ist es hier ziemlich mager mit Schatten, aber Reich an Berg und Talbahn. Bei den inzwischen vorherrschenden Temperaturen macht das Fahren mittlerweile keinen Spaß mehr und hatte ich schon erwähnt, dass es kaum Schatten gibt…

Gegen 14 Uhr erreichen wir dann (endlich) „Broons“ und den kleinen Camping. Dieser ist eigentlich weitestgehend ohne Personal. Man bezahlt über einen Automaten und kann dann auf das Gelände. Jetzt allerdings steht die Schranke offen und wir fahren erst einmal auf das Gelände. Wie erwartet bietet der Platz im Grunde ab Mittag keine Schattenplätze mehr. Wir fahren ganz an den Rand wo zumindest aktuell noch ein schmaler Streifen durch höhere Bäume und Büsche geworfen wird.
Nach einigen Minuten verschnaufen geht Marion zum Sanitärbereich und will sich vorher noch den Zugangsautomaten ansehen um zu bezahlen. Sie bringt in Erfahrung, dass der Automat aktuell defekt ist und man derzeit gratis für die Nacht stehen bleiben kann. Das Sanitärgebäude ist auch offen, man kann es ohne Bezahlung nutzen. Wir freuen uns über die Ersparnis, die sich allerdings mit knapp 10 Euro durchaus in Grenzen hält. Und dafür, dass die sanitären Anlagen alle ziemlich neu und vor allem richtig sauber sind, hätten wir das Geld auch gerne gezahlt.
Da ab 15:30 Uhr auf unserem Platz die Sonne auch das volle Regiment übernommen hat, verkriechen wir uns hinter das Sanitärgebäude. Allerdings hilft das auch nur bedingt, weil der Asphalt an der Stelle den Tag über aufgeheizt wurde und jetzt natürlich die Wärme wieder abstrahlt. Gegen 17:30 Uhr bewegen wir uns dann zum nahegelegenen Supermarkt um unser Abendessen einzukaufen.
Um danach wenigstens etwas Schutz vor der Sonne zu haben, die auch jetzt immer noch ganz schön brennt, bauen wir uns aus einer Picknickdecke und den Flaggenstangen ein behelfsmäßiges Sonnensegel bis wir dann irgendwann mit dem Zubereiten des Essens beginnen.

Wenn wir nicht den Vorteil der kürzeren Wegstrecke nach „Pallieter“ hätten, wären wir wohl eher zur Alternative nach „Saint-Meens“ gefahren. Aber mal eben 20 km weniger fahren zu müssen bei dieser Wetterlage ist eben nicht zu verachten. In ein paar Jahren aber, wenn die neu gepflanzten und damit noch relativ jungen Bäume etwas größer geworden sind, kann der „automatische Campingplatz“ hier in „Broons“ durchaus eine Alternative sein.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 48 km
Insgesamt geradelte Reise: 3010 km
Platten: 5
