Heute ist Pfingstmontag, auch ein offizieller Feiertag in Frankreich, wobei es kein vollständig arbeitsfreier Tag hier ist. Ähnlich wie in Deutschland der Buß- und Bettag wurde vor vielen Jahren ein Feiertag „geopfert“ um die Situation in der Pflege zu verbessern. Man einigte sich zunächst auf den Pfingstmontag für alle. Inzwischen kann ein Arbeitnehmer aber auch einen anderen „unbezahlten“ Tag arbeiten gehen. Trotzdem ist er eben noch ein Feiertag und damit fahren die LKW nicht.
Aus diesem Grund haben wir auch den heutigen Tag für ein „schnelleres Vorrücken“ auf D-Straßen geplant, denn noch lohnt sich der Wechsel an den Kanal nicht. Ziel heute der Camping municipal „La Giraillle“ in Castelnaudary, ca. 50 km entfernt. Der Brouter hat dafür eine Strecke herausgeworfen, die fast ausschließlich über die D-33 führt. Es soll heute auch wieder sehr warm werden, was auf den Landstraßen immer schnell unangenehm wird. Aber was hilft es, wir müssen da durch…
Der frühe Abbau klappt inzwischen ganz gut und da wir heute an einer Bank frühstücken können, brauchen wir auch unsere Sitzmöbel heute nach dem Frühstück nicht mehr wegpacken. Um ca. 9:15 Uhr starten wir zur heutigen Etappe, wir fürchten, dass es heute ziemlich unangenehm werden wird, weil heiß und kaum Schatten – weder durch Straßenbäume noch durch Wolken – und es ist bei der Abfahrt wieder schon ganz schön warm.
Am Anfang können wir einen Teil der gestern erkämpften Höhenmeter wieder bergab nutzen, richtig angenehm, weil es so flott vorangeht, zumal wir dank langsamen Gefälles nichts „weg bremsen“ müssen. Nach knapp 10 km erreichen wir schon „Carcassone“ mit einem schönen Blick auf die Cité, die wir vor 14 Jahren schon mal mit den Kindern besucht haben. Die Stadt durchrollen wir schneller als erwartet und befinden uns auf unserer Begleiterin, die D-33, die uns jetzt bis nach „Castenaudary“ führen wird.

Der nächste Ort ist „Villesèquelande“, dahinter, bei einer Pause auf einem der seltenen Rastplätze, sehen wir wieder den Inliner-Menschen von gestern (er uns aber nicht). Später überqueren wir erneut den „Canal du Midi“ und sehen erneut, dass die Entscheidung „Straßen“ richtig ist – auf dem „Radweg“ dort wollen wir mit unseren Rädern weiterhin wirklich nicht fahren.
Unterwegs durchqueren wir immer mal wieder Weinberge, aber im Großen und Ganzen ist heute nicht viel Interessantes zum fotografieren dabei gewesen.

In „Bram“ füllen wir unser Wasser auf, was wieder dringend nötig ist. Der Ort markiert zwar schon die Hälfte der Etappe und es läuft gut, aber noch einmal wollen wir nicht nach Wasser suchen müssen, zumal es immer unangenehmer warm wird, weil heute auch der Wind fast vollständig fehlt. Hier haben wir über Openstreetmap eine öffentliche Toilette ausgemacht, aber im Gegensatz zu gestern, ist diese Toilette völlig ungepflegt/unsauber und den verzeichneten Wasserhahn haben wir dann erst nach umrunden des Gebäudes an der Außenseite gefunden. Aber egal, wir haben wieder volle Flaschen und selbst auch noch „nachgetankt“.
Hinter „Bram“ machen wir wegen der Wärme auch häufiger Halt um Flüssigkeit aufzunehmen – wir durchfahren „Paxiora“ und nähern uns dann „Castelnaudary“, das wir noch fast vollständig durchfahren müssen um zum Campingplatz „La Giraille“ zu kommen, den wir um 14:45 Uhr erreichen. Zu unserem Erstaunen und Erschrecken stehen wir vor verschlossenem Tor – einem Schild nach öffnet der Platz erst am 13.6….
Jetzt ist guter Rat teuer! Weiterfahren kommt nicht in Frage, weil Marions Knie seit heute wieder Schmerzen bereitet und auf Grund der Hitze haben wir auch nicht viel Lust noch 20 km dranzuhängen. Und so schauen wir uns die Möglichkeiten zur Übernachtung hier im Ort über das Internet an. Letztlich finden wir ein „Bed and Breakfast“ nur 200 m entfernt, welches wir dann auch anfahren. Der Besitzer hat noch was frei, mit 70 € nicht gerade ein Schnäppchen, aber das ist uns jetzt egal.
Wir bekommen ein super gepflegtes Zimmer mit eigenem Bad und ein Frühstück ist, wie der Name schon sagt, auch mit drin. Wir könnten sogar den Pool nutzen, wenn wir wollten. Aber wir ziehen uns zunächst zurück, duschen und lassen den Körper wieder Normaltemperatur annehmen bis wir uns dann „auswärts essen“ gönnen.
Auf dem „Heimweg“ bekommen wir dann zum ersten Mal seit Wochen einige Tropfen Regen ab.
Etwas Statistik
Zurückgelegte Tagesetappe: 52 km
Insgesamt geradelte Reise: 1775 km
Platten: 2
